_

Autohersteller: Ford investiert in Standort Deutschland

von Andreas Toller mit Material von dpa, rtr und AP

Ford sichert Zukunft der deutschen Standorte: In Köln soll ein neuer Ökomotor, in Saarlouis die nächste Focus-Generation produziert werden. Eine Abspaltung vom angeschlagenen Mutterkonzern ist zur Zeit nicht geplant.

Der Vorsitzende der Quelle: dpa
Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernhard Mattes, und der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Ford-Werke GmbH in Deutschland, Dieter Hinkelmann, auf der Pressekonferenz in Köln. Quelle: dpa

Der US-Hersteller Ford hat die Zukunft seiner deutschen Werke abgesichert. Ein Personalabbau in der Bundesrepublik sei zurzeit kein Thema, sagte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes heute in Köln bei der Präsentation einer neuen mit dem Betriebsrat geschlossenen Vereinbarung zur Investitionssicherung.

Anzeige

Das von der Schließung bedrohte Kölner Motorenwerk soll dem Verhandlungskompromiss zufolge künftig den neu entwickelten, verbrauchsarmen EcoBoost-Benzinmotor des Konzerns herstellen. Mattes erwartet für den neuen Motor eine hohe Nachfrage. Für die notwendige Modernisierung der Fertigungsanlagen will Ford einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung handelt es sich um 200 Millionen Euro. Mit der Produktion von rund 350.000 Exemplaren des neuen Motors jährlich sei die Zukunft des Motorenwerks und seiner 770 Arbeitsplätze weitgehend gesichert, hieß es. Bisher wird in Köln noch ein V6-Motor für den US-Markt produziert, doch ist die Nachfrage nach diesem Produkt in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen.

Schlechte Nachrichten für Valencia

Auch die Zukunft des Ford-Werkes in Saarlouis scheint gesichert. Wegen der gesunkenen Nachfrage wird dort zurzeit kurzgearbeitet, die Fertigung des Kuga und C-Max soll 2010/2011 auslaufen. Dafür soll der Standort Saarlouis die neue Generation des Focus in allen Varianten bauen, sagte Mattes. Damit sei die Beschäftigung der rund 6.500 Mitarbeiter gesichert, unterstrich der Ford-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Hinkelmann. Bisher wurde der Focus-Viertürer im spanischen Valencia gefertigt. Die gegenwärtige Nachfrageschwäche für die derzeit in Saarlouis gebauten Modelle wird wie geplant durch Kurzarbeit an 20 Tagen abgefedert.

Ein Arbeitsplatzabbau im spanischen Valencia dürfte daher unvermeidlich sein. Dort will Ford angesichts der gesunkenen Nachfrage die Produktion bereits im Mai vom Drei-Schicht auf den Zwei-Schicht-Betrieb umstellen. Betroffen seien rund 1.000 der knapp 7.000 Arbeitplätze in dem spanischen Werk, hieß es in Unternehmenskreisen. Das Werk übernehme zudem die Fertigung des neuen Modells der kompakten Mittelklasse (Ford C-MAX).

Noch ein Jahr Kündigungsschutz in Deutschland

Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der Investitionssicherungsvereinbarung von 2006 für die Beschäftigten in Köln und Saarlouis bis Ende März 2011 ausgeschlossen. Ford hat allerdings nach eigenen Angaben an den beiden Standorten in den vergangenen Monaten rund 600 Zeitarbeiter entlassen.

Auf Seite 2: Freude bei Jürgen Rüttgers, banger Blick der FDP auf mögliche Opel-Rettung

Zu diesem Artikel
5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.05.2009, 10:40 UhrAnonymer Benutzer: Markus

    Es nützt aber die die größte investition nichts, wenn Ford-Händler mit Händen und Füßen verhindern bestimmte Modelle, wie den Ford Kuga verkaufen zu wollen. Vorab ausgehandelte Rabattegelten bei Vertragsunterschrift nicht mehr und werden um 1.500 Euro wieder teurer. Große Rabatte auf Kleinwagen und kleine Nachlässe auf größere Modelle. Man kann ja mal versuchen die Käufer für Dumm zu verkaufen.....Fazit: Statt 5% Gewinn und Werkstattwartung nun kein Wagen und VW ist der lachende Sieger.....

  • 17.03.2009, 09:05 UhrAnonymer Benutzer: Vates

    in der Krise investieren, nur dies gibt die Chance morgen Geld zu verdienen. Die banken sollen endlich die günstigen Refinanzierungen an die industrie weitergeben.

  • 16.03.2009, 22:50 UhrAnonymer Benutzer: VW Fahrer

    Wie dumm muß mann sein , wenn mann als Ford Mitarbeiter sich wünscht das es Opel bald auch wieder besser geht ? Hey Hallo sei doch froh wenn die mit ihren ollen Karren weg sind . Kauf dir einen vernünftigen Wagen ( VW ) . Opel ist sowieso nicht mehr zu retten die sind Game Over ..............

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.