Zukunft der Banken: Wenn Kunden die Banken regulieren

Zukunft der Banken: Wenn Kunden die Banken regulieren

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Eine Filiale der Commerzbank.

von Andreas Barthelmess

Deutschland erlebt gerade eine Krise der Banken. Wenn Banken Fintechs weiter nur auf schicke Apps reduzieren, haben sie nichts verstanden und werden weiter Kunden verlieren.

Deutschland erlebt gerade eine Krise der Banken: Filialen werden vielerorts geschlossen, die Commerzbank entlässt fast zehntausend Mitarbeiter. Und, des Landes stolzeste Bank, die Deutsche, kämpft mit Strategie, Kultur und Zahlen gleichzeitig und taumelt deshalb Nahe dem Abgrund. Waren es in der Vergangenheit meist makroökonomische Schocks, die Schwächen bei Banken offen gelegt haben, sind es diesmal unterschiedliche Gründe, aber ein Krisenfaktor ist allen gemein: die Digitalisierung.

Ob Amazon, airbnb oder Online-Preisvergleich: In vielen Branchen haben digitale Angebote in den letzten zehn Jahren die Macht hin zum Kunden verschoben.  Der Bankensektor jedoch blieb gegen diese radikalen Veränderungen lange Zeit scheinbar immun. In der Tat passen digitale Transparenz und die Macht der kleinen Privatkunden nicht so recht zum Selbstverständnis der klassischen Banken. Doch: Welchen Fortschritt haben die Banken in den letzten Jahren ihren Kunden gebracht? 

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Die meisten Bankdienstleistungen kann man zwar inzwischen online nutzen; aber an den Dienstleistungen selbst hat sich nichts verändert – nicht einmal äußerlich: Ein Bankomat etwa sah bereits vor zwanzig Jahren genauso so aus wie heute. Kundenorientiertes Produktdesign? Für die meisten Banken ein Fremdwort. Banken sind heute so unbeliebt wie nie zuvor, die Kunden misstrauen den sogenannten „Innovationen“ jener Branche, die ihnen kaum Nutzen brachte,  dafür aber die Finanzkrise verursachte. Die Folge: Die urbanen Trendsetter und die von den Banken Ausgeschlossenen wenden sich längst den neuen „Nicht-Banken“ zu, bei denen Auftritt und Kundenorientierung zeitgemäßer und authentischer ist.

Zum Autor

  • Andreas Barthelmess

    Andreas Barthelmess berät große europäische FinTech-Unternehmen genauso wie Banken. Barthelmess war in Executive Positionen u. a. für iZettle und auxmoney tätig und gehört zu den profiliertesten FinTech-Managern in Deutschland. Barthelmess ist Ökonom und Mitglied vom Club of Rome Deutschland, sowie Gründer vom ThinkTank30 Deutschland.

 

Diese jungen Tech-Unternehmen in der Finanzwelt – kurz: Fintechs – sind Ausdruck einer neuen Kundenmacht im Finanzbereich. Das Empowerment des Kunden vollzieht sich dabei gleich auf mehrfache Weise: Zum einen bieten Fintechs den Kunden einfachere, schnellere und kostengünstigere Finanzdienstleistungen – ganz gleich, ob es um Überweisungen, Kredite oder mobiles Zahlen geht.  Volkswirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutender ist jedoch die Tatsache, dass Fintechs vielen Menschen Finanzdienstleistungen überhaupt erst zugänglich machen, die heute de facto davon ausgeschlossen sind. Wenn Banken Fintechs weiter nur auf schicke Apps reduzieren, haben sie nichts verstanden und werden weiter Kunden verlieren.

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