Billigflieger: Easyjet fliegt aus dem Ryanair-Schatten

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Billigflieger: Easyjet fliegt aus dem Ryanair-Schatten

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Easyjet hat im vergangenen Halbjahr wieder einen Verlust gemacht, trotzdem empfehlen Analysten die Aktie zum Kauf - aus gutem Grund.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Europas umsatzstärkster Billigflieger Easyjet liefert bessere Zahlen als erwartet - weil er vieles anders macht als die Konkurrenz.

Dass Easyjet anders ist als andere Fluglinien, zeigt sich bereits daran, dass das Geschäftsjahr im Oktober startet. Weil Fluglinien im Winter traditionell weniger verdienen als zur Urlaubs-Hochsaison im Sommer, starten die meisten ihre Bilanzzeit zum Jahreswechsel oder gleich mit der Ferienzeit im April. Nur Easyjet-Chefs wie derzeit Carolyn McCall tun sich die alljährliche Litanei an, in ihren ersten Bilanzen einen Verlust präsentieren zu müssen und das Versprechen, es werde später im Jahr ja besser. „Wenn wir erst mal rote Zahlen schreiben, motiviert das die Belegschaft einfach zu höheren Anstrengungen, als wenn das Jahr praktisch nach sechs Monaten finanziell schon gerettet ist“, erklärte McCalls Vorgänger Andy Harrison mal.

Analysten empfehlen Aktienkauf

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So hat also Europas umsatzstärkster Billigflieger auch heute wieder erstmal einen deutlichen Halbjahresverlust von gut drei Prozent des Umsatzes verbucht und meldete sogar eine sinkende Eigenkapitalrendite. Doch trotzdem empfehlen die Analysten die Aktie zum Kauf – und sei es auch nur weil die Eigenkapitalrendite eine Größe ist, die für Investoren und Manager in der Flugbranche angesichts der schwachen Ergebnisse ohnehin etwas zwischen Exotik und Neuland ist. 

Billig-Flieger Easyjet will Inspekteure durch Drohnen ersetzen

Easyjet hat einen neuen Trick zum Sparen entdeckt: Bald sollen hier unbemannte Drohnen die Arbeit von Flugzeug-Inspekteuren erledigen. Und das nicht nur günstiger, sondern auch schneller.

Easyjet-CEO Carolyn McCall posiert neben einer Maschine der Fluggesellschaft. Sie will eine Reihe neuer Technologien einsetzen, um den Billigflieger noch effizienter zu machen. Quelle: REUTERS

Denn wichtiger sind die besseren Aussichten und der Umsatzzuwachs um sechs Prozent. Das ist für Easyjet bemerkenswert, weil der Großaktionär Stelios Haji-Ioannou traditionell gegen mehr Umsatz und für mehr Gewinn kämpft, was die Linie viele Wachstumsmöglichkeiten kostete. Und auch hinter der gesunkenen Eigenkapitalrendite steckt eine letztlich positive Nachricht. Denn nicht zuletzt um Stelios - wie ihn die Branche nennt – zufriedenzustellen, zahlte Easyjet jüngst eine Dividende sowie eine Sonderdividende. Und trotzdem ist das Unternehmen nicht nur schuldenfrei, sondern listet umgerechnet sogar gut eine halbe Milliarde Euro Nettovermögen.

Gezielt Lücken füllen

Das rührt daher, dass Easyjet das Geschäft anders angeht als andere. Die Linie wächst nicht einfach wie es etwa Air Berlin jahrelang tat. Die Briten füllen gezielt Lücken, die andere wie Alitalia oder Iberia lassen und sichert die von ihr beflogenen Routen durch gezieltes Wachstum ab. Darum legte Easyjet insgesamt doppelt so stark zu wie der Flugmarkt Europa. Dabei fokussiert sich die Linie weniger als andere auf unsichere neue Märkte, sondern stärkt ihre bereits beflogenen Strecken. Hier wuchs sie sogar sechs Mal so stark wie ihre parallel fliegenden Wettbewerber und macht es denen damit schwerer anzugreifen. Das gilt auch für Deutschland, wo die Linie gerade in Hamburg eine zweite Basis eröffnet hat und Berlin, wo Easyjet die sehr lukrative Route nach Tel Aviv ins Programm genommen hat.

Dazu verbessert das Management um McCall rigoros das Geschäft. Wo andere für bessere Erträge ein großes Umbauprogramm brauchen, schleift Easyjet wie die meisten anderen Billigflieger die Kosten lieber stetig in vielen kleinen Schritten und drückte so die Ausgaben im vergangenen Halbjahr um fast 20 Millionen Pfund.

Das klingt bescheiden, aber auf ähnliche Zahlen kommt die Linie eben fast jedes Halbjahr. Denn sie schließt schnell unprofitable Strecken, packt durch geschicktes Preismanagement ihre Flieger voller als andere und drückt die Flugzeugkosten weil die Maschinen pro Tag im Schnitt mehr fliegen und kürzer am Boden stehen.

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