Burger-King-Chef Andreas Bork: "Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen"

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InterviewBurger-King-Chef Andreas Bork: "Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen"

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„Es stand auch die Option im Raum, alle Franchiseverträge der Yi-Ko zu kündigen“, sagt Andreas Bork, Deutschlandchef von Burger King.

von Oliver Voß

Die Burger-King-Krise hält an. Die Zukunft der Skandal-Filialen ist ungewiss, der umstrittene Franchisenehmer noch immer Mitinhaber. Deutschlandchef Andreas Bork über die Zukunft der Yi-Ko-Holding und den Verkauf der Restaurants.

WirtschaftsWoche: Herr Bork, bereuen Sie es, dass Sie vor einem Jahr Ihre Filialen an die Yi-Ko-Holding verkauft haben?

Andreas Bork: Wir konzentrieren uns auf die Rolle des Franchisegebers, das ist Teil unserer globalen Strategie und die macht auch für Deutschland Sinn. Bei der Yi-Ko haben wir sicher einige Dinge falsch eingeschätzt und hätten auch früher energischer reagieren müssen.

Mit der Strategie bürden sie Franchisenehmern Gebühren auf, werden die so nicht gezwungen an anderer Stelle zu sparen?
Die Werbegebühren haben unsere eigenen früheren Burger King Restaurants auch gezahlt, da gab es keinen Unterschied. Natürlich müssen Franchisenehmer Lizenzgebühren zahlen. Aber viele Dinge haben lokale Unternehmer vor Ort besser im Griff als ein großer Konzern. Deshalb können sie auch mit anderen Strukturen arbeiten, ohne dass sich das negativ auf die Mitarbeiter auswirkt. Wichtig ist mir klarzustellen: Die überwiegende Mehrheit der Franchisenehmer zahlt auch nach Tarif, die Berichte spiegeln daher nicht die Realität im Unternehmen insgesamt wieder.
 
Wieso haben Sie bei Yi-Ko nicht früher reagiert?
Wir haben auf Missstände hingewiesen und uns mehrmals zusammengesetzt. Sanktionen sind immer erst der letzte Schritt, aber diese dritte Stufe hätten wir wesentlich früher zünden müssen. Inzwischen haben wir die Reißleine gezogen und drastische Schritte eingeleitet. Dass der Geschäftsführer eines Franchisenehmers zurücktreten musste und Mitarbeiter unseres Vertrauens die Kontrolle übernehmen, ist ein bisher einmaliger Vorgang.

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Anderen, kleineren Franchisenehmern haben sie wegen geringerer Verstöße sogar die Lizenz entzogen. Wieso nicht auch Yi-Ko?
Das haben wir in der Vergangenheit nur in Einzelfällen und nur bei gravierenden Verstößen getan. Es stand auch die Option im Raum, alle Franchiseverträge der Yi-Ko zu kündigen. Doch dann hätte eine große Gefahr für dreitausend Arbeitsplätze bestanden. Um die Dinge voranzubringen, mussten wir sehr schnell handeln. Daher denke ich, dass die jetzige Lösung die richtige war.

Also bleibt Ergün Yildiz Gesellschafter oder könnten die Restaurants verkauft werden?
Es gibt verschiedene Optionen und natürlich kommen auch Leute auf uns zu.

Ist auch denkbar, dass die 90 Läden in Teilen neue Besitzer bekommen?
Wir schauen uns verschiedene Szenarien an, doch es ist noch zu früh, um etwas konkreteres zu sagen.

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Zweiter Yi-Ko-Partner ist Alexander Kolobov - könnte er ohne Yildiz Gesellschafter bleiben?
Wir haben uns sehr intensiv mit Herrn Kolobov unterhalten. Entscheidungen werden nicht ohne sein Mitwirken passieren und er begleitet die Veränderungen aktiv und positiv.

Wurden inzwischen eigentlich alle Restaurants überprüft?
Wir machen weiter mit den Kontrollen, aber viel wichtiger ist, dass die Restaurantmanager klare Anweisungen bekommen und dass unsere Standards umgesetzt werden. Nicole Gottschalk, die neue operative Leiterin aller Yi-Ko-Restaurants, hat nach drei Tagen alle zusammen getrommelt. Eine ihrer ersten Entscheidungen war, die Burger King Standards wieder in Kraft zu setzen. Das bedeutet beispielsweise, es gibt keine Vorgaben mehr, wie viele Produkte maximal entsorgt werden dürfen. Alle müssen sich nach den Haltezeiten richten. Wenn die abgelaufen sind, werden die Produkte entsorgt.

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