Energiewende: Pläne für Nord-Süd-Stromautobahnen werden konkreter

Energiewende: Pläne für Nord-Süd-Stromautobahnen werden konkreter

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Die Nord-Süd-Stromautobahnen sollen unter die Erde wandern.

Erdkabel statt „Monstertrassen“ - mit dieser Formel will die Politik auf Druck Bayerns die Blockade beim Ausbau der Stromnetze auflösen. Dass dies am Ende länger dauert und weit teurer wird, steht jetzt schon fest.

Der Bau gigantischer unterirdischer Stromtrassen quer durch Deutschland für die Energiewende nimmt konkrete Formen an. Die Netzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz präsentierten am Dienstag in Berlin Routen-Vorschläge für mögliche Erdkabel-Korridore, mit denen Windstrom von den Küsten in die Industriezentren des Südens transportiert werden soll.

Die Anträge für die zwei Stromautobahnen „Suedlink“ und „Suedostlink“ wollen die Unternehmen noch in diesem Monat bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die Behörde wird die Pläne dann sorgfältig prüfen. „Dabei führen wir eine umfassende Information und Beteiligung der Öffentlichkeit durch“, teilte die Netzagentur am Dienstag mit.

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Seit Herbst gingen von Bürgern, Kommunen und Verbänden zu beiden Milliarden-Projekten bereits mehr als 9000 Hinweise ein, die beim geplanten Verlauf der Trassen berücksichtigt worden sind. Wo exakt die Stromautobahnen gebaut werden, wird erst 2020/21 feststehen. Strom soll ab 2025 fließen - wenn alles glatt geht.

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Der „Suedlink“ wird von Tennet und TransnetBW gebaut. Die Stromleitungen verlaufen von Brunsbüttel in Schleswig-Holstein nach Großgartach in Baden-Württemberg sowie von Wilster in Schleswig-Holstein nach Grafenrheinfeld in Bayern. Die 800 Kilometer lange Trasse soll die „Hauptschlagader“ der Energiewende werden.

Der „Suedostlink“ der Netzbetreiber Tennet und 50Hertz soll zwischen Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und Isar bei Landshut in Bayern verlaufen. Auch diese Leitung ist nötig, um den im Norden und Osten erzeugten Ökostrom in den Süden zu transportieren. Zudem soll „Suedostlink“ verhindern, dass wegen der bisher fehlenden direkten Leitungsverbindung Strom aus erneuerbaren Energien durch Polen und Tschechien fließen muss. Im Jahr 2022 geht in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz.

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Tennet-Manager Lex Hartmann sagte, beim „Suedlink“ habe es die bislang größte Bürgerbeteiligung beim Netzausbau gegeben: „Uns ist es wichtig, einen Korridor zu finden, der Mensch und Natur möglichst wenig belastet.“ Der Chef von 50Hertz, Boris Schucht, betonte, die Korridore seien noch nicht „in Stein gemeißelt“. Im bayerischen Teil der Stromautobahn „Suedostlink“ sei nach Bürgerwünschen ein Fünftel des ursprünglichen Korridors angepasst worden. Für beide Trassen gibt es auch Alternativvorschläge.

Eigentlich sollten die Trassen als Freileitungen mit Masten gebaut werden. Dann gab es massenhafte Bürgerproteste, die Bundesregierung lenkte ein, die Leitungen werden nun größtenteils unterirdisch verlegt. Das hat seinen Preis. Der politisch gewollte Vorrang für Erdkabel wird die Kosten beim „Suedlink“ nach Schätzungen der Betreiber von drei Milliarden auf bis zu zehn Milliarden Euro in die Höhe treiben. Das müssen private Kunden und die Industrie über höhere Netzentgelte bezahlen.

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Mit dem Vorrang für die Erdverkabelung kam die Bundesregierung dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) entgegen. Der hatte gegen die großen Freiluft-Leitungen gekämpft, weil der Widerstand in Bayern gegen vermeintliche „Monstertrassen“ groß sei. Kritik wegen der Milliarden-Zusatzkosten wies Seehofer stets zurück. Diese verteilten sich auf 30 Jahre. 50Hertz-Chef Schucht sagte am Dienstag, durch die Umstellung auf Erdkabel habe der Widerstand der Anwohner abgenommen. Man sei im „konstruktiven Dialog“.

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