K+S: Warum der Düngemittel-Konzern für Potash attraktiv ist

K+S: Warum der Düngemittel-Konzern für Potash attraktiv ist

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Durch die Übernahme des deutschen Düngemittelherstellers K+S will das kanadische Unternehmen Potash Weltmarkmartführer werden.

von Stephan Happel und Jürgen Salz

Durch die Übernahme des deutschen Düngemittel-Herstellers K+S will das kanadische Unternehmen Potash Weltmarktführer werden. Dass K+S heiß begehrt ist und die Milliarden-Offerte ablehnen könnte, hat noch andere Gründe.

Ein Jahr und 11 Monate sind vergangen seit K+S einen der größten Rückschläge in der Firmengeschichte hinnehmen musste. Ende Juli 2013 gab der russische Bergbaukonzern Uralkali bekannt, dass Export-Kartell mit Belaruskali verlassen zu wollen. Die Aufkündigung der Preisabsprache zwischen den Export-Größen ließ den Preis für Kalisalz weltweit in den Keller rauschen.

Die K+S Aktie verlor in der Folge massiv. Das Unternehmen stand am Abgrund. Jetzt ist es zurück: Der Plan des kanadischen Konkurrenten Potash, K+S kaufen zu wollen, zeigt eines: Der Salz- und Düngemittel-Konzern ist wieder heiß begehrt. Offenbar so sehr, dass die Kanadier laut dem Handelsblatt bereit sind, einen Aufpreis von 40 Prozent auf den gestrigen Aktienkurs zahlen zu wollen.

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Bietet Potash tatsächlich die kolportierten mehr als 40 Euro je Aktie, läge das sogar deutlich über den Kursen vor dem Markteinbruch. Gemessen am 2014 erzielten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen würde der kanadische Konzern gut das Achtfache zahlen.

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Dem Dax-Konzern droht Ungemach. Quelle: dpa

Und selbst dieses Angebot ist dem deutschen Kalikonzern möglicherweise noch zu gering. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, will K+S das Angebot aus diesem Grund möglicherweise ablehnen. Allerdings prüfe das Unternehmen die Offerte noch und bislang sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Was K+S stark macht

Für das Selbstbewusstsein von K+S gibt es Gründe: Schon bei der Vorlage der Bilanz 2014 wurde sichtbar, dass K+S die schlimmste Phase überwunden hatte. Das nach der Katastrophe 2013 von Unternehmenschef Norbert Steiner verordnete Sparprogramm bringt Erfolge: Lager wurden aufgegeben, Produktionsschritte vereinfacht, neue, spritsparende Fahrzeuge unter Tage eingesetzt. Die Kosten sanken allein im vergangenen Jahr um 120 Millionen Euro. „Den größten Beitrag leisteten unsere teilweise sehr schmerzhaften Einsparungen", erklärte Steiner. Doch der Konzern profitierte auch vom gut laufenden Salzgeschäft und selbst mit dem Kaligeschäft geht es langsam bergauf.

So soll es weitergehen: Bis 2016 will K+S insgesamt eine halbe Milliarde einsparen – im besten Fall ohne betriebsbedingte Kündigungen.

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Blick auf das Logo der K+S AG in Kassel Quelle: dpa

Doch nicht allein deshalb ist K+S ein für Potash attraktives Übernahmeziel. Der einstige Weltmarktführer unter den Düngemittelherstellern ist mittlerweile auf Rang drei abgerutscht. Abgelöst von den zwei Konkurrenten Uralkali und Belaruskali aus Osteuropa. Zusammen mit K+S stünde Potash womöglich wieder an der Spitze.

Der Dax-Konzern K+S bietet Potash zudem die Möglichkeit, in Europa Fuß zu fassen. Hier ist der Konzern aus Kanada bislang gar nicht vertreten. Stattdessen versucht K+S derzeit gar mit dem Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan eine Niederlassung für den Kalibergbau aufzubauen. Die Produktion soll Mitte nächsten Jahres anlaufen und bis Ende 2017 eine Kapazität von rund zwei Millionen Tonnen erreichen.

Damit wildern die Deutschen nicht nur in der Heimatregion von Potash. Mit den neuen Kapazitäten könnte K+S auch zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben – und den Kanadiern das Geschäft madig machen.

K+S-Aktie auf Drei-Jahres-Hoch

An der Börse katapultieren die Potash-Avancen die Aktien von K+S nach oben. Die Aktien des deutschen Düngemittel-Herstellers stiegen am Freitag um bis zu 38,7 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 40,29 Euro. Das ist der größte Kurssprung der Unternehmensgeschichte.

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Es geht wieder bergauf: Umsatz und Gewinn von K+S sollen wieder steigen. Langsam erholt sich der Kasseler Dax-Konzern von seinem Trauma aus dem Jahr 2013.

Logo der K+S AG. Quelle: dpa

Dabei wechselten in der ersten Handelsstunde bereits fast sechs Mal so viele K+S-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Fast zwei Drittel des Aktienumsatzes im Dax ging auf das Konto dieses Wertes. Die in Frankfurt notierten Potash-Titel gewannen 4,1 Prozent.

Zugleich spekulierten Anleger über weitere Fusionen in der Düngemittelbranche. Die Aktien des norwegischen K+S-Rivalen Yara gewannen an der Börse Oslo bis zu 4,3 Prozent. Die in Frankfurt notierten Titel des US-Konzerns Mosaic rückten 2,3 Prozent vor. Uralkali, bislang weltweit größter Kali-Anbieter, notierten in Moskau 0,6 Prozent fester.

Mit Material von Reuters

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