Bayer schwächelt – Aktie verliert deutlich

Rückschläge vor Monsanto-Deal: Bayer schwächelt – Aktie verliert deutlich

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Bayer steht vor der Monsanto-Übernahme vor neuen Problemen.

von Jürgen Salz

Der Leverkusener Konzern erleidet Rückschläge in zwei Geschäftsbereichen. Betroffen ist auch das Agrargeschäft, das den US-Konzern Monsanto übernehmen soll.

Eigentlich sollte es im Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutz 2017 langsam wieder aufwärts gehen. So hatten die Bayer-Manager sich das vorgestellt. Doch zumindest für den wichtigen Agrarmarkt Brasilien trifft das bislang nicht zu. Bayer räumte am Freitag ein, dass die Verkäufe dort stocken und sprach von „unerwartet hohen Warenbeständen im Bereich Pflanzenschutz nach Abschluss der Erntesaison in Brasilien“.

Die Konsequenz: Im Agrargeschäft Crop Science reduziert sich der bereinigte Betriebsgewinn (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen) einmalig um 300 bis 400 Millionen Euro. Während Bayer schwächelt, hatte das Übernahme-Objekt Monsanto vor wenigen Tagen gute Zahlen vorgelegt.

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Das Agrargeschäft ist jedoch nicht der einzige Bereich, wo es für Bayer derzeit nicht rund läuft. Auch bei rezeptfreien Medikamenten, der Sparte „Consumer Care“ entwickelt sich  das Geschäft „schwächer als prognostiziert“, wie Bayer mitteilte. Zu den rezeptfreien Mitteln zählen etwa Aspirin und die Hautsalbe Bepanthen. Dort hatte sich Bayer vor allem mit dem Kauf der rezeptfreien Medikamenten vom US-Konzern Merck & Co. im Jahre 2014 verkalkuliert.

Vor Übernahme durch Bayer Monsanto steigert Gewinn – und erleidet einen Rückschlag

Der Saatgutriese Monsanto fährt kurz vor dem Kauf durch Bayer hohe Gewinne ein. Besonders profitabel war der Handel mit Sojabohnen-Saatgut. In Kaliforniern droht allerdings Gegenwind.

Monsanto machte im dritten Quartal hohe Gewinne. Quelle: REUTERS

Vorstandschef Werner Baumann deutete im Februar an, dass die Amerikaner Bayer dabei getäuscht hätten. Es sei beim Erwerb nicht möglich gewesen, die Bücher detailliert zu prüfen (Due Dilligence), so Baumann, da es sich um einen „hochkompetetiven Auktionsprozess“ gehandelt habe. „Wir mussten uns auf die Angaben von Merck verlassen“, so Baumann, „die Potenziale für Neueinführungen entsprachen nicht den Angaben.“ Bayer habe jedoch „keine Handhabe gegenüber Merck & Co.“ Zuletzt kämpften vor allem die Fußpflege-Marke Dr. Scholl’s sowie die Sonnencreme Coppertone aus dem Portfolio der Amerikaner mit Problemen.

Bayer kündigte an, dass die Jahresprognose für beide Bereiche nach unten angepasst werden müsse. Zudem belasten Währungseinflüsse den Konzern. Immerhin: Im Pharma-Geschäft und bei der Kunststofftochter Covestro läuft es rund.

Die Bayer-Aktie verlor am Freitagvormittag vier Prozent.

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