Karriere-Netzwerk vor der Übernahme: Was LinkedIn für Microsoft mitbringt

Karriere-Netzwerk vor der Übernahme: Was LinkedIn für Microsoft mitbringt

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Das Karriere-Netzwerk Linkedin machte im abgelaufenen Quartal mehr Verlust als erwartet.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Verlust bei LinkedIn ist größer als erwartet. Das Karriere-Netzwerk überrascht jedoch beim Umsatz und den Nutzerzahlen. Für Microsoft und Xing könnten sich die LinkedIn-Zahlen als Blick in die Kristallkugel erweisen.

Es war nicht mehr als eine lästige Pflichtübung: Eine trockene Mitteilung reichte LinkedIn für die Quartalsmeldung. Schon Mitte Juli hatte der Vorstand mitgeteilt, dass man angesichts der Übernahme durch Microsoft auf das traditionelle Analystengespräch verzichten werde. Nun kamen die nackten Zahlen, versehen mit dem Hinweis, es werde keine Prognosen für die kommenden Quartale geben. Warum auch?

Als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen wird LinkedIn zum Ende des Jahres Geschichte sein. Microsoft-Chef Satya Nadella hat die Mischung aus Social Network und Personal-Rekrutierungsplattform übernommen. Mit einem Kaufpreis von 26,2 Milliarden Dollar überbot er dabei Gegner wie Salesforce.com.

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Nur eine Übernahme von Yahoo wäre größer gewesen, wenn sie denn geklappt hätte. Warum Microsoft die Gunst der Stunde nutzte und die größte Akquisition der Firmengeschichte durchzog, zeigt sich an den von LinkedIn so beiläufig gemeldeten Zahlen zum zweiten Quartal 2016.

Nutzerzahlen der bekanntesten sozialen Medien

  • Xing

    10 Millionen aktive Nutzer hat das Karriereportal Xing monatlich.

    Quelle: We are social, Unternehmensangaben

  • LinkedIn

    LinkedIn hat deutlich mehr aktive User: 100 Millionen Menschen nutzen das Karriereportal im Monat.

  • Pinterest

    Auch das soziale Bildernetzwerk Pinterest kommt auf 100 Millionen registrierte, aktive Nutzer.

  • Snapchat

    Noch weit vor Pinterest, LinkedIn und Xing liegt Snapchat, der kostenlose Instant-Messaging-Dienst zur Verbreitung von Bildern und Videos. 200 Millionen Menschen nutzen Snapchat im Monat.

  • Twitter

    Den Nachrichtendienst Twitter nutzen jeden Monat 320 Millionen Menschen.

  • Instagram

    Der Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos - Instagram - registriert 400 Millionen aktive Nutzer im Monat.

  • WhatsApp

    Der erfolgreichste Instant-Messaging Dienst ist WhatsApp mit 1000 Millionen Nutzern pro Monat.

  • Facebook

    Das soziale Netzwerk Facebook kann jedoch keiner der anderen sozialen Netzwerke toppen: 1600 Millionen User nutzen das Portal jeden Monat aktiv.

Mit einem Umsatzwachstum von 31 Prozent auf 933 Millionen Dollar im Jahresvergleich macht LinkedIn den Fehltritt von Ende 2015 wieder wett, der die Aktie in den freien Fall geschickt hatte. Damals waren alle Erwartungen weit verfehlt worden. Anders im abgelaufenen Quartal.

Der Premium-Umsatz mit Mitglieder-Abos stieg um 21 Prozent auf 155 Millionen Dollar. Talent Solution, das Geschäft mit Personalabteilungen und Headhuntern, setzte mit 597 Millionen Dollar satte 35 Prozent mehr um. Solche Zahlen, kombiniert mit einem Nutzerwachstum um 18 Prozent auf 450 Millionen, hätten für einen mächtigen Kurssprung gesorgt, wäre der Kurs halt nicht durch die Übernahme festgenagelt.

Wie gut LinkedIn dasteht, zeigt auch ein Vergleich mit dem deutschen Business-Netzwerk Xing, das ebenfalls am Donnerstag Ergebnisse vorzeigte. Xing liegt zwar beim Gewinn vorne: Einem Nettogewinn von 6,4 Millionen Euro beim deutschen Netzwerk steht im zweiten Quartal bei LinkedIn ein Nettoverlust von 119 Millionen Dollar gegenüber.

Übernahme-Knaller Warum Microsoft LinkedIn kauft

Wer sollte LinkedIn in den vergangenen Monaten nicht alles kaufen. Nun hat Microsoft zugeschlagen: Für 26 Milliarden Dollar geht das Karriere-Netzwerk an den Software-Konzern. Für Microsoft macht der Deal durchaus Sinn.

LinkedIn-CEO Jeff Weiner Quelle: AP

Doch obwohl Xing noch wesentlich kleiner ist, schaffte der deutsche Konkurrent im zweiten Quartal 2016 verglichen zum Vorjahr nur ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent auf 36 Millionen Euro. Zudem meldet Xing in den ersten sechs Monaten nur 882.000 neue Mitglieder auf insgesamt 11,1 Millionen international. LinkedIn hat dagegen seit Jahresbeginn 36 Millionen neue Konten angelegt.

Der Kauf scheint sich also für Microsoft auszuzahlen: LinkedIn wächst weiter stark. Seine Präsenz sowie weiteres Wachstum dürften mit einer Integration in weltweit in vielen Unternehmen verbreitete Microsoft-Produkte wie Office365 und anderen Kollaboration-Tools gesichert sein. Auch wer in Deutschland mit Microsoft-Software arbeitet, wird bald kaum darum herum kommen, sich zumindest als Zweit-Konto ein LinkedIn-Profil zuzulegen.

So erkennen Sie Fake-Profile bei LinkedIn und Co.

  • Falsche Firmen

    Die Fakes geben sich als selbstständige Headhunter oder als Recruiter von Firmen aus, die es nicht gibt.

  • Bilder von Frauen

    Die Profilbilder zeigen in der Regel sehr hübsche, junge Frauen.

  • Kopierte Texte

    Oft stammen Texte und Bilder auch 1:1 aus anderen - echten - Profilen

  • Schlagwort-Flut

    Die Profile sind voller Keywords (IT-Recruitment, Talent Acquisition, Human Ressources), damit sie leichter gefunden werden. Die meisten Schlagwörter haben einen Bezug zu den Branchen Logistik, Öl- und Gas, also dem Energiesektor

  • Fehlende Daten

    Persönliche Informationen über Uni, Vereine, berufliche Stationen gibt es hingegen kaum.

Schließlich eröffnet die Kombination von Microsoft und LinkedIn in Firmennetzwerken zum Beispiel neue Möglichkeiten, wenn Teams gemeinsam an Produkten arbeiten und sich Mitglieder schnell einen Überblick über die Qualifikationen der Mitstreiter verschaffen wollen. Auch wenn Teamleiter ein neues Projekt aufsetzen, können sie dann die passenden Mitglieder aus den LinkedIn-Profilen der festangestellten und freien Mitarbeitern auswählen.

Microsoft hat ein wachstumsstarkes Netzwerk gekauft, das ihm eine Chance zur stärkeren Vernetzung in der internationalen Arbeitswelt eröffnet. Für Xing bedeutet das erst einmal: Ein alter Konkurrent tritt im Heimatmarkt in neuer Verkleidung auf, aber jetzt auch noch mit einem reichen Onkel an der Hand. Das wird spannend.

Quelle:  Handelsblatt Online
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