Japan: Shimano bricht alle Rekorde

Japan: Shimano bricht alle Rekorde

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Shimano-Mitarbeiter auf dem Fahrrad vor der Zentrale in Sakai

Der japanische Fahrradausstatter Shimano bricht alle Absatzrekorde. Doch erste Abnehmer klagen über die Arroganz des Quasi-Monopolisten.

Fremde können es kaum fassen. Vor den Werkstoren kurven Frauen, Angestellte in dunklen Anzügen bahnen sich den Weg ins Büro – die meisten auf uralten klapprigen Fahrrädern, manche mit Einkaufskorb, aber ohne Klingel, ohne Schutzblech, ohne Licht.

Doch kaum treten die vermeintlichen Steinzeitradler hinter die Fassade des schlichten Fabrikgebäudes, gibt es nur vom Feinsten, herrschen Überfluss und High Tech – seit 87 Jahren produziert das japanische Unternehmen Shimano hier in Sakai, einer Industriestadt im Zentrum des Landes, Komponenten für Fahrräder. Und immer wenn Gäste kommen, tritt Marketing-Chef Masahiko Jimbo auf die hauseigene Teststrecke und präsentiert den letzten Schrei auf zwei Rädern.

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Die Saint-Gruppe zum Beispiel, fein aufeinander abgestimmte Komponenten zum Schalten und Bremsen, die in diesen Tagen zu den Kunden kommen. Sie sollen Mountainbiker noch besser die Berge hinunterbrettern lassen. Oder die elektronisch gesteuerte Schalt- und Bremsanlage Dura Ace Di2: Halsbrecherisch rast Jimbo mit einem Rennrad über die Testbahn, bremst abrupt und beschleunigt extrem. Di2 steht für digital. Durch die fest einprogrammierten Gänge schaltet das Rad faktisch im Alleingang immer sauber und selbst unter hoher Pedalkraft.

„Wir haben die gesamte Schaltung über Chips elektronisch verbunden“, sagt Jimbo. Mithilfe der Elektronik sollen Profis noch schneller die Alpenetappen fahren und selbst im Sprint schalten können, schwärmt der Ex-Amateur-Rennfahrer, der seit 24 Jahren bei Shimano arbeitet. Was für den einen Schnickschnack und den anderen der technische Durchbruch sein mag, hat für Shimano stets besondere Bedeutung. Jede Innovation hilft dem Familienunternehmen aus Zentral-Japan, seine inzwischen monopolartige Stellung im Geschäft rund ums Fahrrad zu festigen und auszubauen.

Anders als bei Autos oder Kühlschränken fragen Käufer im Fahrradgeschäft immer weniger nach dem Hersteller des Velos, sondern von wem die Komponenten stammen – sprich: nach Shimano. Geschafft hat so etwas allenfalls der US-Chiphersteller Intel, dessen Label „Intel inside“ erst manchen Verbraucher zum PC oder Laptop greifen lässt. Qualitätszulieferer wie der Stuttgarter Bosch-Konzern können davon nur träumen. Anders als beim Fahrrad würde niemand ein Auto kaufen, weil das Antiblockiersystem von Bosch stammt.

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