Bild: Reuters129.229 Menschen haben auf der Internetseite abgespeist.de über die dreisteste Werbelüge der Lebensmittelindustrie abgestimmt. Die Verbraucherschutzorganisation hat den "Gewinner" mit dem goldenen Windbeutel ausgezeichnet. Am Dienstagmittag wollen Foodwatch-Aktivisten den Preis am Unternehmenssitz verleihen. Die Negativehrung vergibt die Organisation bereits zum vierten Mal. Die vorherigen Preisträger waren Milch-Schnitte von Ferrero (2011), Monte Drink von Zott (2010) und Actimel von Danone (2009).
Bild: ScreenshotPlatz fünf: Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne
7.877 Stimmen (6,1 Prozent) bekam der angebliche Früchtetee der Firma Teekanne. Mirabelle sei in dem Tee gar nicht enthalten, ohne künstliche Aromen wäre die Bezeichnung Mirabelle und Birne gar nicht zu verkaufen gewesen. Statt von der Streuobstwiese kommt die Teekanne Landlust vom Fließband - dafür ist das Produkt deutlich teurer als andere Industrie-Früchtetees. "Ist der Schwindel erst entlarvt, herrscht statt Landlust nur noch Landfrust bei den Teekanne-Kunden", sagt Oliver Huizinga von foodwatch.
Bild: ScreenshotPlatz vier: Clausthaler von Radeberger
Immerhin 10,1 Prozent der Nutzer - insgesamt 13.104 Stimmen - wollten den Antipreis an Clausthaler vergeben. Das Bier ist nämlich gar nicht alkoholfrei, es enthält lediglich sehr wenig Alkohol: 0,45 Volumenprozent sind drin. Mit der Bezeichnung alkoholarm wäre Radeberger auf der sicheren Seite gewesen.
Bild: ScreenshotPlatz drei: Becel pro.activ von Unilever
Für beziehungsweise gegen den medizinischen Brotaufstrich von Unilever sprachen sich 28.686 Menschen (22,2 Prozent) aus. Ob die Cholesterinspiegel senkenden Stoffe in der Margarine Becel pro aktiv etwas bringen, hat Unilever nämlich genauso wenig untersucht wie mögliche Langzeitfolgen oder Nebenwirkungen. Das Foodwatch-Urteil: "Becel pro.activ sollte nur auf Rezept und in der Apotheke verkauft werden."
Bild: ScreenshotPlatz zwei: Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto-Markendiscount
35.549 Stimmen (27,5 Prozent) bekam das Hackfleischimitat von Viva Vital, über das WirtschaftsWoche Online bereits berichtet hat. Das Produkt enthalte 30 Prozent weniger Fett, wirbt die Netto-Eigenmarke. Das liegt allerdings daran, dass 30 Prozent des Fleisches durch gefärbtes Weizen-Wassergemisch ersetzt werden. Im Vergleich ist das Hackgemisch deutlich teurer als reines Fleisch. "Hier geht es nicht um weniger Fett oder eine Reduktion des Fleischkonsums, sondern schlicht um mehr Brutto für Netto", sagt Foodwatch.

Platz eins: Instant-Tees ab dem 12. Monat von Hipp
44.013 Menschen oder 34,1 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, dass die Hipp Instant-Früchtetees die größte Werbelüge verbreiten. Wie WirtschaftsWoche Online bereits berichtete, rühmt sich das Unternehmen in der Werbung zwar damit, besonders gesunde und kindgerechte Lebensmittel herzustellen; die Tees sind für Kleinkinder aber völlig ungeeignet. Empfohlen für Kinder ab dem 12. Monat, enthält der Tee laut Foodwatch pro Tasse (200 Milliliter) umgerechnet rund zweieinhalb Stück Würfelzucker. Trotzdem stelle Hipp in seinem Ratgeber „Was und wie viel sollten Babys und Kleinkinder trinken“ den Tee auf eine Stufe mit Mineralwasser. "Verantwortliches Marketing sieht anders aus", sagt Foodwatch.
129.229 Menschen haben auf der Internetseite abgespeist.de über die dreisteste Werbelüge der Lebensmittelindustrie abgestimmt. Die Verbraucherschutzorganisation hat den "Gewinner" mit dem goldenen Windbeutel ausgezeichnet. Am Dienstagmittag wollen Foodwatch-Aktivisten den Preis am Unternehmenssitz verleihen. Die Negativehrung vergibt die Organisation bereits zum vierten Mal. Die vorherigen Preisträger waren Milch-Schnitte von Ferrero (2011), Monte Drink von Zott (2010) und Actimel von Danone (2009).
"Dafür stehe ich mit meinem Namen"
Mit dem Satz „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ wirbt Claus Hipp seit Jahren für Vertrauen zu seiner Marke. Hoch interessant ist in diesem Zusammenhang, dass laut BrandIndex-Untersuchung neben der wahrgenommenen Qualität der Marke Hipp vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Wahrnehmung der Verbraucher gelitten hat.
Das Beispiel Hipp zeigt erneut: Solche Vorfälle werden längst nicht mehr nur in kleinen Internet-Communities wahrgenommen – sie kommen, unterstützt durch eine breite Berichterstattung in der Presse, ohne Umwege in der breiten Bevölkerung an.
Diese Erfahrung musste auch bereits Danone machen: Nach dem „Goldenen Windbeutel“ für das Danone-Produkt Actimel sank die Beliebtheit der Marke deutlich. Unterstützt durch andere negative Berichte über das Produkt, entwickelte sich in diesem Fall ein regelrechtes Imageproblem für das Produkt.
Auch Becel verliert an Beliebtheit
Ähnliches droht möglicherweise auch Becel – einer Marke des Unilever-Konzerns. Mit einer Margarine, die den Cholesterinspiegel aktiv senken soll, zog der Konzern den Zorn von Verbraucherschützern auf sich.
Im BrandIndex hat die Marke Becel aus Sicht der deutschen Verbraucher in der letzten Zeit deutlich an Beliebtheit verloren.
Überraschend ist weniger, dass Unternehmen immer wieder in Fettnäpfchen tappen und für negative Aufmerksamkeit sorgen.
Überraschend ist letztlich, dass die meisten Unternehmen offenbar nicht ausreichend auf einen solchen Fall vorbereitet sind und in Sachen Krisenkommunikation eine bessere Figur machen könnten.
- Seite 1: Windbeutel wird für Hipps Image gefährlich
- Seite 2: "Dafür stehe ich mit meinem Namen"


























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Alle Kommentare lesen26.06.2012, 06:05 UhrAnonymer Benutzer:Joselyn
Den Preis hat Hipp völlig zu Recht verdient. Der angeblich "gesunde Durstlöscher" für Kinder ab 12 Monate enthält 420 g Zucker pro Dose (97 %). Auf ein 200 ml Glas/Fläschchen wären das 2 1/2 Stück Würfelzucker (7,5 g). Das wären 37,5 g pro Liter.
Das ist für Kleinkinder gesundheitsschädlich. Zumal sich die Kleinkinder nicht wehren können und die Eltern in die Irre geführt werden mit dem Getränk. In dem Alter sollen Kinder noch möglichst ungesüßte Tees und Getränke zu sich nehmen, wie Ihnen jeder Kinderarzt bestätigen wird.
Der Schriftzug "gesunder Durstlöscher" wurde zwar entfernt, das ändert aber nichts am Inhalt.
25.06.2012, 17:26 UhrAnonymer Benutzer:Wowbagger
Zeugt es von besonderer Weisheit seine Meinung in rhetorische Fragen zu kleiden?
25.06.2012, 16:51 UhrAnonymer Benutzer:horrex
Lieber Fragen stellen,
als vor zu geben, alles zu wissen.