Private Equity: Heuschrecken auf Diät

Private Equity: Heuschrecken auf Diät

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Die Finanzierung von Übernahmen reicht immer öfter nur für Minderheitsanteile

von Mark Fehr

Firmenjäger müssen kleinere Brötchen backen: Die Finanzierung von Übernahmen reicht nur für Minderheitsanteile – zur Freude deutscher Mittelständler.

Finanzinvestoren lieben ausgefallene Geschäftsmodelle. Der US-Fonds Abry Partners konnte bei dem Frankfurter Unternehmen e-shelter daher nicht widerstehen. Dessen 270 Mitarbeiter planen, bauen und überwachen geheime Schutzräume, in denen Banken oder IT-Dienstleister ihre Rechenzentren und Server samt sensiblen Daten bunkern.

Der auf Medien, Telekommunikation und IT spezialisierte Käufer aus Boston griff zu und stieg im Dezember 2011 mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag bei dem 2000 gegründeten deutschen Technologieunternehmen ein. Allerdings übernahm Abry nur etwas mehr als 40 Prozent der Anteile an e-shelter – über die genaue Höhe schweigen die Beteiligten.

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Banken sind zögerlicher

Die sonst so selbstbewusst mit dicken Deals jonglierenden Private-Equity-Gesellschaften müssen inzwischen kleinere Brötchen backen. „Wir werden 2012 eine wachsende Zahl von Minderheitsbeteiligungen in Deutschland sehen“, erwartet Torsten Krumm, geschäftsführender Partner beim Investor Odewald & Compagnie aus Berlin.

Denn angesichts der Euro-Schuldenkrise und strengerer EU-Regulierung fahren Banken ihr Kreditvolumen herunter und prüfen bei Anfragen von Beteiligungsgesellschaften gründlicher, in welche Investments die Fonds das anvertraute Geld stecken wollen. „In der ersten Jahreshälfte 2012 werden sich bedeutende Deals für Private-Equity-Häuser in Deutschland kaum finanzieren lassen“, erwartet Giovanni Amodeo, Chefredakteur des internationalen M&A-Datendiensts Mergermarket.

Von der Heuschrecke zum willkommenen Geldgeber

Was auf dem weltgrößten Branchentreffen der Finanzinvestoren, der Super Return, in Berlin für gedämpfte Töne sorgen wird, freut dagegen deutsche Mittelständler. Die standen den als Heuschrecken verrufenen Beteiligungsgesellschaften meist kritisch gegenüber. Doch wenn sich die Firmenjäger nun auch mit kleineren Anteilen begnügen, können sie plötzlich willkommene Geldgeber sein.

Generell ist der Ausblick der Branche auf die kommenden Monate trüb. Laut jüngstem Stimmungsbarometer des deutschen Branchenverbands BVK beurteilen die Private-Equity-Häuser ihre Eigenkapitalausstattung sowie die Chancen auf einen gewinnbringenden Ausstieg aus ihren Investments negativ. Im dritten Quartal 2011 sanken die Private-Equity-Investitionen in deutsche Unternehmen um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

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