Outdoor: Investoren suchen das Abenteuer Outdoor

Outdoor: Investoren suchen das Abenteuer Outdoor

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Zum 150. Geburtstag der Outdoor-Marke Mammut wollen Kletterer bis 2012 150 Gipfel besteigen. In der Outdoor-Branche gehört die Firma zu den Vorreitern im Bereich Marketing.

von Peter Steinkirchner

Knorrige Wanderer oder abenteuerlustige Kletterer als erfolgreiche Unternehmer – das war einmal. Finanzinvestoren und Konzerne entdecken Trekkingschuhe, Funktionsjacken und Rucksäcke als ihr Geschäft.

An einem Mittwoch im August klingelt in 3657 Meter Höhe in den Schweizer Alpen ein Wecker. Es ist Viertel vor drei, draußen herrscht tiefe Nacht, kalte Sterne spicken den Himmel. Hoch über Grindelwald schält sich Rolf Schmid in der Mönchsjochhütte aus dem Bett. Er schlüpft in eine rot-schwarze Funktionsjacke, schnürt steigeisenfeste Schuhe, schultert den zehn Kilogramm schweren Rucksack. Was Schmid jetzt noch nicht weiß: Er wird heute Glück haben.

Im Schein der Stirnlampe stapft der Vorstandschef des Schweizer Bergsportausrüsters Mammut in die eisige Dunkelheit, zusammen mit seinem Seilgefährten, dem Profi-Bergsteiger Dani Arnold. Ihr Ziel: der Jungfrau-Gipfel in 4158 Meter Höhe. Mehr als vier Stunden später haben sie ihn erreicht, auf den Tag genau 200 Jahre nach der Erstbesteigung im Jahre 1811: Oben treffen sie andere Teilnehmer der Sternbesteigung zum Gipfel-Jubiläum – die zugleich eine gigantische Marketingkampagne der Outdoor-Firma einläutet: Bis zum kommenden Jahr wollen Kletterer weltweit 150 Gipfel besteigen, alles dokumentiert auf der Mammut-Internet-Seite, pünktlich zum 150. Geburtstag der Marke.

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Verwöhnte Outdoor-Branche

Kurz genießen Schmid und Arnold die Aussicht. Dann drängen sie zum Aufbruch – und tun gut daran. Nicht alle Gipfelstürmer werden es an diesem Tag ohne blaue Flecken unter ein schützendes Dach schaffen: Jäh schlägt das Wetter um, ein halbstündiger Hagelsturm fegt Joch und Bergwelt leer. Schmid steht da schon im Stollen der Jungfraujochbahn und stärkt sich mit Pasta an einem eigens aufgebauten Buffet.

Der Manager kennt sich aus mit rauen Wettern – die Atmosphäre in der milliardenschweren Outdoor-Branche ist spürbar härter geworden. War das Geschäft mit Softshelljacken, Wanderstiefeln und Eispickeln allen Wirtschafts- und Bankenkrisen zum Trotz jahrelang verwöhnt von zweistelligem Umsatzwachstum, schlagen jetzt die Bedingungen um.

Globale Marken rücken vor

Noch gibt es zwar kleine Nischenfirmen. Doch die Uhr tickt, die Zeit der Unabhängigkeit geht für die meisten zu Ende. Im Sommer erst ging der Rucksackhersteller Ortovox an die Outdoor-Sparte der Buntstift-Firma Schwan-Stabilo, seit 2006 bereits das Dach der Firma Deuter. Der bayrische Schuhhersteller Hanwag gehört dem schwedischen Anbieter Fenix (Fjällräven), Lowa zum italienischen Tecnica-Konzern. Andere Winzlinge wie Raichle und Big Pack sind bereits verschwunden. "Die romantische Pionierphase der Branche ist vorbei", sagt Mammut-Chef Schmid.

Zum einen verlangsamt sich das Wachstumstempo. Zum anderen drängen globale Marken wie North Face und Jack Wolfskin, Salomon, Adidas und Columbia mit hohen Investitionen in den allein in Europa zehn Milliarden Euro schweren Markt. "Outdoor ist das Segment, in dem mit viel Kapitaleinsatz der Erfolg schon fast erzwungen wird", sagt Joachim Stumpf, Geschäftsführer der Münchner Handelsberatung BBE. "Derzeit steht der Verdrängungswettbewerb klar im Vordergrund."

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