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Diversity: Unabhängigkeit für Frauen

Diversity: "Frauen wollen keine Macht"

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Unabhängigkeit für Frauen


Die wichtigsten Business-Frauen 2012

Rang 10: Simone Bagel-Trah

Mit 40 Prozent Zuspruch der Juroren landet die Ur-Urenkelin des Markenpioniers Fritz Henkel unter den Top Ten. Simone Bagel-Trah ist Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Henkel-Konzerns. Damit steht die promovierte Mikrobiologin an der Spitze eines der 500 umsatzstärksten Konzerne der Welt und gehört in Deutschland zu den wirtschaftlich wichtigsten Frauen für 2012.

Bild: dpa

Hatten Sie dieses Gefühl nie?

Harrison-Gross: Klar kommt das mal vor. Aber dann braucht man eben eine gute Tagesmutter und teilt mit dem Partner die Verantwortungen auf.

Freitag: Natürlich hat man als Mutter manchmal ein schlechtes Gewissen – etwa, wenn das Kind krank ist und man sich fragt, ob man es in der Obhut einer Tagesmutter lassen kann, wenn man einen wichtigen geschäftlichen Termin hat. Ich denke, es ist wichtig, solche Konflikte im Unternehmen offen zu adressieren. In der Regel findet man dann auch eine Lösung.

Hornberg: In Italien ist die finanzielle Unabhängigkeit für Frauen sehr wichtig. Mit dieser Botschaft bin ich aufgewachsen. Ich denke, das war in Deutschland anders.

Kasztan: Stimmt. Ich wurde noch gefragt: Warum studierst du, du heiratest doch.

Freitag: Wir haben eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau. In Deutschland sind es 1,4 Kinder. Trotzdem arbeiten in Frankreich 70 Prozent der Frauen in Vollzeit, in Deutschland nur 55 Prozent. Der Grund dafür ist einfach eine andere Kultur, ein anderes Frauenbild.

Evelyne Freitag Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Evelyne Freitag, 45, ist als Mitglied der Geschäftsführung bei Goodyear Dunlop unter anderem verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Einkauf, IT und Prozessmanagement in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben ihr sitzt eine weitere Kollegin in der vierköpfigen Geschäftsführung. Freitag ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Wie wirkt sich das im Alltag aus?

Freitag: Wenn eine Frau bei einem Vorstellungsgespräch sagt, sie habe drei Kinder, schlägt der Personaler die Hände überm Kopf zusammen. Erzählt ein Mann von seinen Kindern, ist er der Held, der Verantwortung übernehmen kann.

Haben Sie diese Unterschiede auch am eigenen Leib erfahren?

Freitag: Als ich vor neun Jahren mit meinem zweiten Kind schwanger war, war ich bei einem US-Konzern als Vice President für Finanzen zuständig. Ich habe meinem amerikanischen Vorgesetzten gesagt, dass ich nach der Geburt acht Wochen von zu Hause arbeite. Er war nicht überrascht und sagte: „Okay, bis bald.“

Joanne Harrison-Gross Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche
Joanne Harrison-Gross, 49, ist bei Opel zuständig für die Programmentwicklung im Bereich Leichte Nutzfahrzeuge. Sie hat in Oxford und bei Insead studiert und spricht fünf Sprachen. Harrison-Gross arbeitet seit 1994 für die Opel-Gruppe, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Wie war die Reaktion in Deutschland?

Freitag: „Wissen Sie, in Ihrer Position, mit einem Kind – das geht gar nicht.“ Hier zeigen sich die Unterschiede: Frauen als Führungskräfte müssen zur Selbstverständlichkeit werden. Kinder zu haben darf dabei kein Hindernis sein.

Ist die Frauenquote der richtige Weg, um diese Hindernisse zu überwinden?

Hjorth: Ich glaube zwar, dass es schlecht ist, etwas zu erzwingen. Aber nehmen Sie Norwegen: Dort gibt es seit 2003 eine Quotenregelung für Aufsichtsräte. Die Mindestquote von 40 Prozent Frauen ist seit Jahren erreicht, die befürchteten Qualitätsverluste haben sich nicht erfüllt. Die Zahl von Frauen in leitenden Managementpositionen hat sich aber auch nicht erhöht.

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Harrison-Gross: Ich tue mich schwer mit der Quote. Bei solchen Vorschriften gibt es immer Verlierer. In Südafrika zum Beispiel haben heute junge weiße Männer oft Probleme, eine angemessene Arbeit zu finden, auch wenn sie gut qualifiziert sind.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.07.2012, 00:30 UhrHansP.

    "Da fehlt einfach der Wille zur Übernahme von Führungsverantwortung."
    Ja. Prima. Das heißt doch nicht, dass man (oder Frau) keine Führungsverantwortung übernehmen würde - WENN es sinnvoll ist bzw. der Sache oder dem Team dient. Anstatt "Aufstieg um des Aufstiegs wllen".

    Ich finde seltsam, dass Führung so oft in einen Gegensatz zu "Spaß an der Sache" gestellt wird, wobei die Sache m. E. nicht das "Chef sein" sein sollte, sondern die gemeinsame Aufgabe. Primus inter pares.
    Dass Frauen in Führungsverantwortung heute in diesen Klischees denken, ist dabei fast zwangsläufig - nur so sind sie Frauen in Führungsverantwortung geworden. Wo sind die Unternehmen, die sich trauen, Führungsrollen projektbezogen zu vergeben? Mal ist einer im Team besser der Lenker, mal eher zuarbeitender Spezialist. Wobei im Idealfall ja auch der Chef nur (seinem Team) zuarbeitender Spezialist sein sollte... wenn man's so sieht, würde schnell offenbar, dass die Sozialkompetenzen von Frauen als "Teamorganisatorinnen" öfter mal eine Rolle bei der Frage "wer wird Chef" spielen, als der "Aufstiegs/Macht/Verantwortungswille" von Karrieristen (m/w). (Dass mit der "Verantwortung ist ja weithin auch nur ein Klischees - ein "guter" Chef kann auch diese im Zweifel prima delegieren ...)
    Natürlich kämen die Leute mit "Willen zur Führungsverantwortung" dabei kaum noch auf ihre Kosten ... es sei denn, ihr Können, ihr Beitrag für den gemeinsamen Nutzen, ist größer als Aufstiegswille.
    Sicher für manchen eine erschreckende Idee: Chefs, die sich in erster Linie der gemeinsamen Sache, dem Nutzen für ihre Mitarbeiter und ihre Mitmenschen verantwortlich fühlen; und nicht dem nächsten Karrieresymbol ...

  • 12.07.2012, 15:22 UhrMerdouce

    Ich (48 Jhr., Akademikerin, alleinstehend, ohne Kinder, aufsteige- und karrierewillig) bin in einem Alter, in dem ich keine Zeit mehr hatte darauf zu warten, bis mir in Deutschland gnädigerweise mal die Karriere erlaubt worden wäre. In Deutschland wurde ich von männlichen Chefs gerne festgehalten, damit ich bloß nicht durchstarte. Für mich gab es nur einen Weg: auswandern und im Ausland Karriere machen. Seit einem Jahr bin ich im Ausland auf einer Führungsposition und mein Motto lautet "The sky's the limit". Deutschland: nie wieder!

  • 17.06.2012, 09:59 UhrFrauennichtversteher

    Viel Gejammere aber keine Aktionen, noch nicht mal bei den ganz brennendsten Themen die Frauen wirklich betreffen!

    Beispiel: Eine von Frauen konzipierte KITA (am besten eine Franchise-Kette KITA24) die alle Wünsche der berufstätigen Mütter erfüllt: Durchgehend geöffnet von 7 – 19 Uhr, gesundes warmes Essen, pädagogisch wertvoll, Parkplatz für den SUV direkt vor der Tür etc. pp.

    Wer kennt die Bedürfnisse besser als die Frauen selbst?

    Und bei der Umsetzung wären sie auch garantiert unter sich. Denn welcher Mann möchte Karriere in einer KITA machen.

    Aber da tut sich nichts. Warum????

    Also Frauen: Macht endlich mal. Schaffe net schwätze!

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