Farbpsychologie im Job: Streichen Sie Ihr Büro grün!

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Farbpsychologie im Job: Streichen Sie Ihr Büro grün!

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Alles grün: Die Farbe soll die Kreativität steigern

von Kathrin Witsch

Vom Schreibtisch aus sehen wir meist nur weiße Wände. Die erfüllen ihre Funktion und sehen sauber aus, mehr nicht. Dabei kann ein bisschen Farbe im tristen Büro zum Erfolgsrezept werden.

Wenn man um elf Uhr in der dritten Konferenz sitzt und versucht sich zu konzentrieren, schaut man dabei meistens auf die weiße Wand gegenüber, oder den grauen Teppichboden zu seinen Füßen. Die meisten Arbeitsplätze sind trist, demotivierend und laden nicht gerade zum wohlfühlen ein.

Genau das muss sich laut einer Studie der Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft (HAWK) dringend ändern. Denn schon ein Klecks Farbe hat das Potenzial, zum Businessmotor zu werden.

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In den vergangenen acht Jahren haben Studienautor Markus Schlegel und seine Kollegen mehr als 3000 Probanden aus allen Schichten und Altersklassen befragt. Unter anderem zum Thema Farbwahl am Arbeitsplatz. Jetzt konnten sie erste Erkenntnisse aus den Daten gewinnen.

Wie wichtig ist Farbe am Arbeitsplatz?

  • Die Studie

    Mehr als 3000 Menschen aller Altersklassen wurde in den letzten drei Jahren unter anderem zum Thema Farbgebung am Arbeitsplatz befragt. Das Ergebnis: Was früher funktional sein musste, soll durch Atmosphäre Motivation, Entspannung oder Konzentration auslösen.

  • Farben und Emotionen

    Eine Emotion entsteht im Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche, und Umwelt und Organismus. Wir sehen also ein Objekt und nehmen eine mentale Bewertung vor. Harte Farbkontraste wie Schwarz und Weiß, wurden von den Befragten nicht mit positiven Emotionen verbunden.

  • Allzweckwaffe Weiß

    Die meisten weißen Räume haben keine starke Identität, ähnlich wie ein weißes Auto sehr neutral und verzichtend daher kommt. Es erfüllt seine Funktion und sieht sauber aus, aber mehr auch nicht. Das ist das Fazit der Farbforscher von der Universität in Hildesheim.

  • Farbe als Corporate Identity

    Gut eingesetzte Farben verleihen Charakter und treffen Aussagen, die zum Beispiel Unternehmenswerte transportieren. Das bedeutet Zusammenhänge herstellen, zum Beispiel zur Firmenidentität, zu unterschiedlichen Bereichen und Funktionen im Firmengebäude, oder zur Umgebung des Gebäudes in Farbe und Material sowie kultureller Herkunft und gewünschtem Erscheinungsbild in der Zukunft.

  • Farbstrategie

    Nicht nur Farbe, sondern auch Material, Form und Licht können emotionale Botschaften vermitteln, sagen die Forscher der HAWK. Es sollte ein ganzheitliches Zusammenspiel zwischen Akustik und Licht, Farb- und Oberflächenkompositionen und Branchenimage.

Die zeigen, dass sich bunte Wände tatsächlich auf unser Arbeitsverhalten auswirken. „Farben wirken auf unsere Sinne und Emotionen“, erklärt Schlegel. Sie können beeinflussen, wie wir kommunizieren, uns konzentrieren oder zur Ruhe kommen können.  „Außerdem bestimmt die farbliche Ausstrahlung mittlerweile Identität und Wahrnehmung eines ganzen Unternehmens“, sagt der Experte.  

Dabei gehe es in Unternehmen noch viel zu selten um den Aspekt des Wohlfühlens. „Da ist Deutschland weit hinter den nordischen Ländern zurück", sagt Schlegel, und fordert: Das muss sich ändern. Und die Umsetzung ist gar nicht so schwer.

Farbexperte Timo Rieke, ebenfalls von der HAWK, hat beobachtet, dass Farben vor allem unterbewusst wirken. Weil Menschen oft intuitiv handeln und sich schnell an Dinge gewöhnen, würden weiße und karge Räume zwar irgendwann nicht mehr auffallen, „sie haben aber trotzdem unbemerkt Auswirkung auf unsere emotionale Verfassung,“ sagt Rieke. Wer einfach nur einen zweckmäßigen Konferenzraum möchte, für den seien weiße Räume zwar kein sehr großes Problem, aber eben auch nicht besonders hilfreich.

Welche Farben bei Kommunikation helfen

Wer auf Kommunikation setzt, fand die HAWK heraus, sollte auf der Farbpalette zwischen Rot- bis Gelborangetönen, sowie Erd- und Holzfarbtönen wählen. „Farben aus dem roten Spektrum wirken besonders anregend und sollten deswegen in Konferenzräumen oder bei Teamarbeit zum Einsatz kommen“, sagt Schlegel. Für Team-Meetings gilt außerdem das Motto: Je höher die Kontraste, desto anregender die Stimmung.

Dass eine Farbe allein bereits Emotionen in uns hervorrufen kann, liegt an unserem kulturellen Gedächtnis, erklärt Timo Rieke, Vorstandsmitglied im Deutschen Farbzentrum. „Wir wachsen auf, wir machen Erfahrungen und werden geprägt. Farben setzen wir mit Natur in Verbindung.“ Ein Spektrum von Rot- zu Gelborangetönen erinnert beispielsweise an das Herbstlaub. Das sorgt beim Menschen für eine anregende und natürlich beschützende Atmosphäre.

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