Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche

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Die Waschmittel von Sun gehören künftig auch zum Produktsortiment von Henkel.

von Frank Doll und Anton Riedl

Aller Voraussicht nach wird Henkel nächstes Jahr erstmals mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Diese und weitere Anlagetipps der Woche.

Aktientipp: Henkel - Wertvoller Einkauf für saubere Gewinne

Aller Voraussicht nach wird Henkel nächstes Jahr erstmals mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Dann nämlich werden zum organischen Wachstum, das derzeit bei zwei bis drei Prozent pro Jahr liegen dürfte, noch an die 1,5 Milliarden Euro neuer Jahresumsatz von Sun Products hinzukommen. Henkel hat den amerikanischen Waschmittelhersteller Sun vor Kurzem für umgerechnet 3,2 Milliarden Euro gekauft. Das ist zwar nicht billig, bringt Henkel aber im wichtigsten Waschmittelmarkt, den USA, näher an den großen Konkurrenten Procter & Gamble. Zudem erhöht sich damit der Umsatzanteil des stabilen Geschäfts mit Konsumchemie (Waschmittel, Kosmetik) auf deutlich mehr als 50 Prozent. Das macht den Geschäftsverlauf von Henkel weniger konjunkturabhängig – und die Aktie für die Börse wertvoller.

Auch Henkels Leimsparte ist nicht von Pappe. Vor Zinsen und Steuern erzielt Henkel hier Renditen um 17 Prozent. Grund sind starke Marken wie Loctite und Pattex, bei denen Henkel gute Preise durchsetzen kann. Die Aussichten in den wichtigsten Kundenbranchen (Autos, Verpackungen, Elektronik, Bau) sind gut. Nach dem Umsatzrückgang in den vergangenen Monaten sollte sich die Klebstoffsparte im späteren Jahresverlauf stabilisieren.

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61 Prozent der Henkel-Stammaktien liegen in den Händen der Gründerfamilie. Für langfristige Anleger ist das ein Vorteil, da die Familie in den vergangenen Jahren ein gutes Händchen bei der strategischen Unternehmensentwicklung bewiesen hat.

Aktientipp: Comcast - Gute Verbindung zu Film und Fernsehen

Der amerikanische Medienmarkt ist in Bewegung. Kommunikationskonzern AT&T kaufte vor zwei Jahren den Fernsehanbieter DirecTV und kann seitdem Netzverbindungen und Inhalte im Paket anbieten. Aktien von AT&T sind (seit Empfehlung in WirtschaftsWoche 7/2016) um 18 Prozent gestiegen. Ähnliche Hoffnungen weckte die Comcast-Aktie. Comcast mit Sitz in Philadelphia ist der größte Kabelnetzbetreiber der USA. Seit der Übernahme von NBCUniversal (2013) ist Comcast auch der führende Medienkonzern.

Seine Kundenbeziehungen erhöhte Comcast im zweiten Quartal um 115 000 auf 28,1 Millionen. Der Umsatz legte um drei Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar zu. Comcast kann also aus dem Mengenwachstum Geld schlagen. Bis Jahresende dürfte ein Geschäftsvolumen von 78 Milliarden Dollar möglich sein – eine Umsatzverdopplung in sechs Jahren. Dass der Gewinn im zweiten Quartal um fünf Prozent zurückging, ist auf den außergewöhnlichen Ertragsschub der letztjährigen Blockbuster „Jurassic World“ und „Fast & Furious 7“ zurückzuführen. Angesichts von neun im zweiten Halbjahr 2016 neu erscheinenden Filmen sollte diese Delle bald ausgeglichen sein. Das Geschäft mit Animationsfilmen („Ice Age“, „Shrek“) wird durch die jüngste Übernahme von Dreamworks Animation beflügelt.

In der Sparte Video führt Comcast gerade seine neue Plattform X1 ein. Kunden können sich damit etwa bei Olympia ihr Programm individuell zuschneidern. Zudem bietet Comcast über die Plattform Inhalte vom Videovermieter Netflix an. Dass viele Kunden deshalb bei Comcast gleich einen besonders leistungsfähigen Internetzugang buchen (Zuwachs im ersten Quartal: 6,7 Prozent), zeigt, wie gut das Konzept vom integrierten Medien- und Kommunikationskonzern funktioniert.

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