Riedls Dax-Radar: Ohne Zinsängste in die nächste Anstiegsphase

Riedls Dax-Radar: Ohne Zinsängste in die nächste Anstiegsphase

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Die amerikanische Notenbank hat die Zinsen wieder erhöht. Das trübt den Dax bisher nicht.

von Anton Riedl

Die Aktienmärkte stecken die Schwäche der Technologieaktien und die amerikanische Zinserhöhung locker weg. Für die nächsten Wochen haben sich die Aussichten an den Börsen wieder aufgehellt.

Die Zinserhöhung der Fed kommt gut an bei Börsianern. Es sieht ganz so aus, als ob Janet Yellen erfolgreich etwas vermieden hat, vor dem viele Auguren seit Jahren Angst haben: Dass der gesamte Börsenaufschwung in sich zusammenbrechen könnte, wenn die Zinsen einmal steigen. Nun hat die amerikanische Notenbank die Zinsen wieder erhöht – und weltweit zeigen die Aktienindizes nach oben.

Zinserhöhungspause zum Durchatmen

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Janet Yellen hat nicht nur die Zinsen hochgesetzt, sie hat auch durchblicken lassen, dass es wahrscheinlich so schnell nicht gleich wieder eine weitere Zinserhöhung geben wird. Zwar ist die Arbeitslosigkeit, das klassische Kriterium der Zinspolitik, in den USA niedrig; doch die Inflation will einfach nicht ins Laufen kommen. Und besonders dynamisch war die US-Wirtschaft zuletzt auch nicht. Im Zinserhöhungsprozess könnte nun eine etwas längere Pause folgen.

Am US-Anleihemarkt hat die jüngste Fed-Entscheidung nichts an den bisherigen Trends verändert. Seit März sind die Renditen für zehnjährige Anleihen von 2,6 Prozent auf 2,1 Prozent gesunken. In den nächsten Wochen könnten sie sich um zwei Prozent einpendeln.

Auf den Währungsmärkten ist der Euro seit zwei Monaten auf der stärkeren Seite. Nun gibt es immer mehr Spekulanten, die auf ein Comeback des Dollars setzen. Allerdings, da die Fed erst einmal die Zügel nicht weiter anziehen dürfte und es andererseits auch von der EZB nicht mehr nur expansive Signale gibt, ist ein Dollaranstieg derzeit keine ausgemachte Sache. 

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins

Erwartungen getroffen: Die US-Notenbank Fed erhöht zum wiederholten Mal den Leitzins. Mit 0,25 Prozentpunkten mehr liegt das Zinsniveau nun bei 1,0 bis 1,25 Prozent.

Es wird für Yellen zunehmen schwerer, ihren Kurs fortzusetzen. Quelle: REUTERS

Es muss ein Leben nach dem Smartphone geben

Die Zinserhöhung hat an den Aktienmärkten die zuletzt aufkommenden Ängste vor einem Ende der Technologie-Hausse erst einmal überdeckt. Der Dow Jones notiert am Allzeithoch, der S&P 500 bestätigt seinen Aufwärtstrend. Allein am Technologiemarkt Nasdaq kam es zu größeren Verlusten. Auslöser sind Zweifel an der langfristigen Wachstumsgeschichte Apples, immerhin die schwerste Aktie weltweit.

Nach dem steilen Anstieg der High-Tech-Aktien in den vergangenen Monaten ist eine Korrektur keine Überraschung. Weltweit sind vor allem große Anleger hoch investiert in zentralen Technologietiteln. Diese Gewichtung könnte sich in den nächsten Monaten zugunsten defensiver Aktien etwas verschieben.

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