Kapitalanlage: Was Börsengurus jetzt kaufen

Kapitalanlage: Was Börsengurus jetzt kaufen

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Die Teilnehmer des Round Table

Unser US-Partnermagazin Barron's fragte zehn hochkarätige Anlageprofis, wie sie das Vermögen ihrer Anleger durch die Schuldenkrise bringen wollen. Wie Sie die Strategien der Profis am besten umsetzen.

Barron´s: Meine Damen, meine Herren, lassen Sie uns mit Europa beginnen, das aktuell sehr stark die Stimmung an den Märkten bestimmt. Was kommt auf uns zu?

Marc Faber: Das Problem ist kein wirtschaftliches, sondern ein politisches. Die schwachen Länder sollten aus der Euro-Zone ausgeschlossen und die Verluste realisiert werden. Je länger man Länder wie Griechenland unterstützt, desto länger wird sich die Krise hinziehen, und desto höher werden die Verluste. Die Griechen bekommen noch mehr Geld, dafür tun sie so, als würden sie Sparprogramme umsetzen, in Wirklichkeit kaufen sie sich ein paar weitere BMWs. Griechische Anleihen müssen um 90 Prozent abgewertet werden, und selbst dann ist noch nicht sicher, dass das Land den Rest seiner Schulden zurückzahlen wird.

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Sehen Sie das auch so, Bill?

Bill Gross: Die Euro-Zone ist ein dysfunktionales Familiensystem. Im Norden die Eltern, im Süden die verwöhnten Kinder. Die Kinder haben ihr Erbe durchgebracht, man bemüht sich um Einigung, aber kommt nicht zusammen. Wenn wir uns im kommenden Jahr wieder hier treffen, wird mindestens eines der derzeitigen Euro-Länder nicht mehr in der Euro-Zone sein.

Faber: Die Regierungen können Vermögenswerte verkaufen; allerdings geht das nicht über Nacht. Italien etwa verfügt über große Unternehmensbeteiligungen und Land. Sie könnten auch die Kirche ausnahmsweise besteuern, was eine schöne Summe bringen würde. Damit könnten alle Probleme der Welt gelöst werden. Ich kann mir auch ein zweigleisiges System vorstellen, in dem die Länder nationale Währungen haben, aber viele Transaktionen weiter in Euro abgewickelt werden, weil Menschen nicht genügend Vertrauen in die nationalen Währungen haben.

Felix Zulauf: Europa ist weltweit der Schlüsselfaktor. China schwächelt, das Wachstum der Schwellenländer verlangsamt sich; die USA halten sich mit ihren strukturellen Problemen gerade so über Wasser. Ich habe den Euro seit seiner Geburt als Fehlkonstruktion bezeichnet. Das Problem liegt in der unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder, und das lässt sich nicht lösen, indem man den wettbewerbsschwächeren Ländern Geld leiht. Man muss die Löhne und Preise im Süden drücken und im Norden heraufsetzen. Aber angesichts der Erfahrungen Deutschlands mit Inflation wird das nie geschehen. Die Mitgliedsländer der Euro-Zone haben vereinbart, dass jedes Land ein strukturelles Defizit von nicht mehr als einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts machen darf. Wenn nun ein Defizit über drei Prozent des BIPs steigt, soll das Land sanktioniert werden. Die Staaten, die mitmachen, aber nicht über die notwendige Wettbewerbsfähigkeit verfügen, müssen mit einer um 30 Prozent überbewerteten Währung fertig werden, sie können nicht abwerten, und die nominalen Zinssätze sind zu hoch. Das ist ein Rezept für eine Depression - ein Todesurteil. Mehrere Länder werden daher den Vertrag nicht ratifizieren; am nächsten Tag werden sie den Euro verlassen müssen, und die Turbulenzen werden die nächste Eskalationsstufe erreichen. Griechenland zum Beispiel ist dann in jedem Fall pleite. Wenn man aber zulässt, dass diese Länder ihre Währung um 40 bis 50 Prozent abwerten, bekommen sie zumindest noch einmal die Chance, die Sonne zu sehen und sich zu erholen.

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