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Tipps für Sparer: Wohin mit dem Geld im Zinstief?

von Andreas Toller

Sparen macht zurzeit keinen Spaß. Die Euro-Krise und historisch niedrige Zinsen an den Kapitalmärkten verhindern, dass Ersparnisse etwas abwerfen. Welche Möglichkeiten sich jetzt bieten.

Es ist jämmerlich: Ein Tagesgeldkonto wirft im Durchschnitt nur 1,5 Prozent ab. Damit bekommt der Sparer nur einen Schnaps mehr als für sein Bargeld im Kopfkissen – und auf jeden Fall zu wenig, um die jährliche Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen von derzeit rund zwei Prozent auszugleichen.

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Wer also über Ersparnisse verfügt, muss sich fragen: Wohin mit dem Geld im Zinstief?

Die Antwort ist nicht ganz einfach. Wäre sie es, würden zum Beispiel auch Lebensversicherungen keine Mühe haben, die Spareinlagen ihrer Kunden mit vernünftiger Rendite – also vier Prozent und mehr – anzulegen. Dabei haben diese großen institutionellen Investoren ganz andere Möglichkeiten, Geld anzulegen: Rund um die Uhr, rund um den Globus, in allerlei Währungen und Anlageklassen. Und wenn diese Großanleger ihre üppig gefüllten Schatullen öffnen, können sie sogar noch das letzte Quäntchen Rendite in Verhandlungen herausholen.

Auf der Suche nach 100-prozentiger Sicherheit

Kommt der private Sparer aber mit ein paar tausend oder auch zehntausend Euro daher, wird ihnen wohl kaum der rote Teppich ausgerollt. Da gilt es, mit genauem Vergleichen und etwas Strategie das Optimum zu finden. Vor allem, wenn der Sparer die Risiken der Börse scheut und sich auf die Suche nach 100-prozentig sicheren Sparanlagen umschaut. Da sitzt der Teufel oft im Detail.

Die größte Sicherheit bieten unter diesen Voraussetzungen Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten der Banken, Sparkassen und Volksbanken mit ihren vertraglich zugesicherten Zinsen. Was der Anleger dort einzahlt ist zudem über die gesetzliche Einlagensicherung der Geldinstitute mindestens bis zu einer Einlage von 100.000 Euro selbst vor einer Bankpleite geschützt. Viele Anbieter gehen aber schon aus eigenem Interesse über die Grenze hinaus und garantieren weit höhere Beträge.

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Wer sein Geld auf einer Bank deponieren will, sollte daher die Konditionen penibel vergleichen. So gibt es etwa für Neukunden oder im Zuge von Sonderaktionen durchaus auch schon mal mehr als die üblichen null Prozent auf Girokonten, 0,5 Prozent für ein Sparbuch oder der durchschnittlich 1,5 Prozent für ein Tagesgeldkonto.

„Wer höhere als die marktüblichen Zinsen herausholen will, kann Aktionsangebote oder die höheren Zinsen von Anbietern aus anderen europäischen Ländern nutzen. Auch dort sind 100.000 Euro gesetzlich geschützt“, so Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung und Anbieter von detaillierten Zinsvergleichen aller Art.

Wer ein Girokonto braucht, kann versuchen, Sonderangebote der Banken zu nutzen – zum Beispiel für Kinder und Jugendliche. Schließlich wollen die Banken schon früh die zahlungskräftigen Kunden der Zukunft an sich binden. Wer zum Beispiel ein Konto für seine Kinder im Alter zwischen sieben und 26 Jahren eröffnet, bekommt beim Lego Konto der Hypovereinsbank für ein Guthaben bis 1500 Euro immerhin ein Prozent Zinsen. Zum Vergleich: den höchsten Zins auf ein Girokonto ohne Altersbeschränkung gibt es derzeit nach Angaben der FMH Finanzberatung bei der DKB Deutsche Kreditbank mit 0,42 Prozent für ein gebührenfreies Konto. Zum Lego Konto gibt mehr oder weniger sinnvolle Dreingaben wie den kostenlosen Zugang in ausgewählte Vergnügungsparks oder kleine Geschenke für drei Einzahlungen von jeweils mehr als zehn Euro. Wozu der junge Bankkunde dann die kostenlose Nutzung eines Wertpapierdepots benötigt, erschließt sich dem Kunden nicht.

Beim Mäusekonto der Hamburger Sparkasse (Haspa) erhalten die kleinen Sparer für die ersten 500 Euro Guthaben sogar vier Prozent Zinsen, für höhere Einlagen gibt es aber nur noch ein Prozent. Zudem ist der Zins variabel, kann sich also nach Ankündigung der Bank auch ändern.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.07.2012, 07:20 UhrCRM37

    Staatlicher Diebstahl,
    das einzige Interesse unseres Staates, ist das Geld seiner Bürger. Dabei ist jedes Mittel heilig.Bei einem Zinssatz, der deutlich unter der Inflation liegt, verliert der Sparer Geld. Dennoch müssen die Zinsen als „Gewinn“ versteuert werden. Warum klagen Banken und Finanzdienstleister nicht vor dem Verfassungsgericht? Die Umwandlung von der Leistungs- in die Neidgesellschaft ist weitestgehend vollzogen.

  • 04.07.2012, 18:43 UhrDreis

    Guten Tag,

    merkt ihr von der Wirtschaftswoche eigentlich nicht, daß dies die Ursache der Krise ist, was ihr da tagtäglich von euch gebt??
    Das Kapital sucht also wie ein hungriger Hund nach Rendite und bekommt keine anständige Entlohnung? Derweil müssen Niedriglohnempfänger für 3,50 Euro die Stunde arbeiten.
    Es hat doch schon ein schlauer Mensch einen Kommentar wegen dem Wachstum und der Geldmenge und den Schulden und dem Neuen Geld und den neuen Sicherheiten geschrieben.
    Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit, war seine Erkenntnis.
    Man könnte auch sagen, das Geld geht von fleißig nach reich.

    Aber gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebends.

    MfG
    A.Dreis

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