
Das liege am Stornoabschlag, schreibt Zurich in einer Stellungnahme an die WirtschaftsWoche. Darüber hinaus werde „in den vertraglichen Unterlagen klar“ auf die Kosten hingewiesen. Ärger um den Stornoabschlag, also die Summe, die bei vorzeitiger Vertragskündigung noch zusätzlich abgezogen wird, gibt es immer wieder. Angemessen soll er sein – doch was bedeutet das? Bis zu zwölf Prozent Abschlag auf das inklusive Zinsen angesparte Kapital, sagt die Deutsche Aktuarvereinigung, ein Zusammenschluss der Versicherungsmathematiker.
Auch wer nicht vorzeitig kündigt, wird kräftig belastet. Versicherungsvertrieb ist teuer – und ihn bezahlt der Kunde. Immerhin, Neukunden können diese Kosten jetzt erkennen. Versicherer müssen sie seit 2007 bei neuen Verträgen aufschlüsseln. Bis zu vier Prozent der bis zum Ende der Laufzeit eingezahlten Beiträge zahlen Kunden in den ersten fünf Jahren für Abschluss- und Vertriebskosten. Wer bei 30 Jahren Laufzeit 100 Euro im Monat einzahlt, überweist allein für den Abschluss über 1400 Euro. Hinzu kommen Verwaltungskosten. Zurich etwa verlangte in Stichproben der WirtschaftsWoche bei 1200 Euro Jahresbeitrag und 30 Jahren Laufzeit je nach Vertrag rund sechs Prozent der Beiträge für die Verwaltung. Die AachenMünchener setzt da noch einen drauf und rechnet bei gleichen Konditionen gleich 15 Euro im Monat an – happige 15 Prozent Verwaltungskosten, die die Fonds an der Börse erst mal verdienen müssen, bevor der Anleger im Plus ist.
Hohe Kosten bei Fondspolicen
Wer seinen Beitrag monatlich statt jährlich überweist, zahlt je nach Vertrag außerdem bis zu fünf Prozent Ratenzuschlag für die monatliche Zahlweise. Hinzu kommen je nach Fonds Verwaltungskosten von rund 1,5 Prozent. Im Extremfall können die Kosten gerade in den ersten Jahren über 20 Prozent klettern, Abzüge für den Todesfallschutz sind da noch nicht einmal eingerechnet.
Die hohen Kosten trüben auch die Freude, die der gesetzliche Steuervorteil dem Sparer bereiten könnte und der ihm gerne als Lockmittel vorgehalten wird. Auf den ersten Blick ist der beachtlich: Hält der Sparer die Police mindestens zwölf Jahre und ist er bei Ablauf mindestens 60 Jahre alt, versteuert er bei Verträgen seit 2005 nur die Hälfte des Zugewinns mit dem persönlichen Steuersatz. Doch bevor echte Gewinne anlaufen, müssen erst einmal die Kosten verdient werden.
Wundersame Dynamik
Ein beliebter Trick der Branche zur wundersamen Geldvermehrung bei Fonds und Versicherern ist die Beitragsdynamik. Laut Vertrag von Wirtschaftsingenieur Denart, den dieser noch als Student unterschrieben hatte, sollte sich Denarts Beitrag jedes Jahr um zehn Prozent erhöhen. „Die Deutsche-Bank-Verkäuferin hat mir gezeigt, dass ich im zweiten Jahr 110 Euro statt 100 Euro pro Monat einzahle – wie sich das aber bis zum Ende der Laufzeit auswirkt, erklärte sie nicht“, sagt er.
Was er damals verdiente, habe die Bankerin ebenfalls nicht interessiert. Kein Wunder, dass der damalige BAföG-Empfänger die Beiträge bald nicht mehr stemmen konnte: Jahr für Jahr erhöhte sich sein Beitrag um zehn Prozent, hinzu kam noch ein Zinseszinseffekt, weil die zehn Prozent ja auch auf die Erhöhung des Vorjahrs mit draufgeschlagen wurden.
Sicher: Anleger können der jährlichen Erhöhung widersprechen. Wer das nicht tut, weil er nicht mehr hinschaut, was mit der Police passiert und was der Versicherer da denn so alles abbucht, muss am Ende exorbitant hohe Beiträge zahlen.
Dynamisch widersprochen
Hätte Anleger Denart bis zum Ende der Laufzeit nie einer Erhöhung widersprochen, müsste er im 38. Versicherungsjahr knapp 41.000 Euro einzahlen. Aus den ursprünglich im Vertrag vereinbarten 45.600 Euro wären über die Jahre 436 852 Euro geworden.
Michael Denart will all das nicht auf sich beruhen lassen. Hätte er sein Geld statt in eine Police direkt in die DWS-Fonds eingezahlt, hätte er zum Kündigungstermin laut einer Berechnung des Datenanbieters Morningstar 4380 Euro zurückbekommen anstelle von jetzt nur 1309 Euro. Zurich-Kunde Denart prüft jetzt, ob er sich vor Gericht sein Geld zurückholen kann.
* Name von der Redaktion geändert















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Alle Kommentare lesen04.09.2010, 02:22 UhrAnonymer Benutzer: Michael
ich kann nur bestätigen, das bei Lebensversicherungen und auch speziell bei Fondsgebundenen Versicherungen die Kosten sehr hoch sind. Wer clever ist, der verlangt heutzutage das Produktinfoblatt wo die Kosten stehen und siehe da tausende Euro Abschlußgebühren und ca 10-25% jährliche Verwaltungsgebühren!!! Unglaublcih.
Wer sparen will der sollte genau vergleichen ...imternet gibt es gute Möglichkeietn ich war heute mak bei www.versicherung-finanzen24.de und das hat mir gut gefallen, habe mir gleich noch ein Angebor für ne PKV machen lassen.
Gruß Micha
17.08.2010, 17:52 UhrAnonymer Benutzer: pedro
Meine Abrechnung nach 27 beitragsjahren bei der SV-Sparkassen Versicherung spricht eine eigene Sprache.
Es gibt keine nachvollziehbare Abrechnung.
Es gibt 3 Zahlen, Rückkaufswert,Überschussanteile und beteiligung an den bewertungsreserven.
Ein Aufstellung der eingezahlten beiträge, Kosten der Verwaltung, Provisionen für Kundenverdummung und sonstiges Fehlanzeige, es gibt auch nach mehrmaligem nachfragen keine Auskunft.
Auskunft wird nicht erteilt da ich die Zahlen soWieSO nicht verstehe bekomme ich zur Antwort.
beim Abschluß wurde eine 3fache Auszahlung als Sicher dargestellt, eine Verdoppelung garantiert.
Wer dem Kapital und deren Vertreter glaubt, der wird beraubt und das ist SiCHER.
Mein Glaube an bundesaufsichtsämter, egal welcher Art ist wie der Glaube an Nichts.
Da arbeitet die Parklatzkontrolle der Gemeinde besser.
14.08.2010, 18:23 UhrAnonymer Benutzer: Mr.weh-weh-car
Nachtrag
WWK Premium FondsRente protect
illustrationszins im Angebot 0% 3% 6% 9%
Renditenannahme vor
Fonds- und Garantiekosten*
p. a.
4,42% 7,42% 10,42% 13,42%
Ablaufwerte
Modellrechnung 44.117 € 54.547 € 87.084 € 147.768 €
beitragsrenditen p. a. 1,32% 2,63% 5,35% 8,22%
Kosten Versicherungsmantel
p. a. -1,32% 0,37 % 0,65% 0,78%
Kosten Geldanlage 4,42% 4,42% 4,42% 4,42 %
Effektivkosten 3,1% 4,79% 5,07% 5,20 %
Effektivkostenübersicht WWK Premium FondsRente protect©
iTA – institut für Transparenz in der Altersvorsorge GmbH.
* Unterstellt ist die TER des Fidelity European Growth Funds
(1,92% p. a.) zzgl. der Garantiegebühren von 2,5% p. a.
Seit dem 1. Juli 2008 müssen die Abschluss- und Vermittlungskosten
sowie die laufenden Kosten in Euro angegeben
werden. im obigen beispiel werden 1.440 Euro einmalige
Abschluss- und Vermittlungskosten (also vier Prozent der beitragssumme)
sowie 123,60 Euro jährliche laufende Kosten von
den beiträgen ausgewiesen. Das sind 10,3 Prozent der beiträge.
insgesamt werden somit über die Laufzeit Kosten von
5.148 Euro nur von den beiträgen abgezogen. Hinzu kommen
Kosten auf das Gesamtguthaben in Höhe von 0,3 Prozent pro
Jahr. Nicht zu vergessen: Weitere 2,5 Prozent p.a. werden auf
das Fondsguthaben berechnet für die Sicherstellung der Garantie.
Wie bei allen Produkten sind sämtliche Kosten, die auf
das Fondsguthaben berechnet werden, nicht in der illustrierten
Ablaufleistung berücksichtigt