Investmentlegende Marc Faber: "Ich traue überhaupt keiner Papierwährung" - Seite 4

Investmentlegende Marc Faber: "Ich traue überhaupt keiner Papierwährung"

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Ölpreis
Ölpreis

Sie haben gesagt, Sie würden Industrierohstoffe derzeit meiden. Gilt das auch für Öl?

Kurzfristig wird der Ölpreis wohl nicht wesentlich steigen. Langfristig wird das aber passieren, gerade wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Jede Ölgesellschaft wird jetzt vorsichtiger werden, deshalb wird weniger Öl gefördert. Aber das Volk soll nicht glauben, dass BP die Buße bezahlen wird. Die Kosten werden wir alle tragen – über höhere Benzinpreise.

US-Präsident Barack Obama hat rhetorische Giftpfeile in Richtung London abgefeuert. Großbritannien ist ein wichtiger Verbündeter der USA. Warum macht er das?

Obama ist sehr unpopulär im Moment. Um seine Popularität zu erhöhen, ist er auf BP losgegangen. Außerdem ist es ein ausländisches Unternehmen. Sobald in den USA ein Problem auftaucht, ist ein Ausländer der Bösewicht. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, ist China Schuld. Und wenn etwas schief geht im Golf von Mexiko, dann ist der Schuldige BP und nicht etwa Halliburton. So wird die Aufmerksamkeit des Volkes abgelenkt. Außenpolitisch macht er natürlich einen großen Fehler. Wenn es tatsächlich zu Uneinigkeit mit Großbritannien kommen sollte, dann könnten auch die Briten eines Tages sagen: „Ihr könnt uns mal, wir ziehen unsere Soldaten zurück aus Afghanistan.“

Denkt Obama nicht an solche Konsequenzen?

Obama ist ein Ignorant, völlig leer. Der hat schon mehr Golf gespielt als jeder Präsident vor ihm in einer ganzen Amtszeit. Obama hat das in 18 Monaten geschafft. Der liest ab vom Teleprompter, weiß selber aber nichts. Sein Hintergrund ist sehr verschwommen. Niemand weiß ganz genau, wo und wann er irgendwo war. Auch seine Universitätsschriften sind unauffindbar. Ich habe eine sehr negative Meinung über ihn. Aber beim einfachen Volk hat er sich Stimmen gekauft, indem er große Transferzahlungen versprochen hat. Er nimmt Staatsgelder und gibt dem Volk Kredite.

Goldman Sachs ist eine US-Gesellschaft, aber bei den Amerikanern noch unbeliebter als BP und Toyota. Ist die Goldman-Sachs-Anklage eine politische Showveranstaltung?

Was Goldman Sachs gemacht hat, war sicher nicht zu 100 Prozent sauber, aber das waren die Geschäfte der anderen auch nicht. Gelegenheit macht Diebe. Für die Gelegenheit gesorgt hat die Notenbank mit ihren künstlich tiefen Zinsen. Aber man sagt nicht: Wir alle sind Schuld gewesen, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben, sondern man geht los auf Goldman. Hier wird auch mit Antisemitismus operiert.

Und das funktioniert? Nimmt der Antisemitismus zu in den USA?

Ich habe schon vor einem Jahr gesagt: Wenn ich Jude wäre, würde ich die USA verlassen. Die US-Hilfspakete haben Wall Street geholfen, aber nicht dem Volk. An Wall Street werden wieder Milliarden an Boni gezahlt. Da sagt sich natürlich der einfache Bürger, der keinen Job findet: Da stimmt etwas nicht im System.

Und Goldman wird als Sündenbock präsentiert.

Ja. Und jeder Fondsmanager, bei dem etwas schief gelaufen ist, kann sagen: Goldman Sachs hat mich betrogen. Dabei hat ihn keiner gezwungen, die Sachen zu kaufen.

Bietet die Tea-Party-Bewegung eine Plattform für neue Populisten und Demagogen?

Schon, aber die kommen eher aus der konservativen Ecke. Rosenberg zum Beispiel glaubt, dass die Demokraten bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit verlieren könnten. Ich bin mir da nicht so sicher. Es gibt eine Menge Amerikaner, denen auch die Republikaner bis ganz oben stehen. Die haben ja auch kein Programm, mit dem sie sagen könnten, dass sie etwas anderes gemacht hätten als die Demokraten. Die ersten Hilfspakete kamen unter Bush, ebenso die ganzen Kriegsausgaben. Ein intelligenter Mensch hat mir kürzlich gesagt: „Marc, Du hast ja recht mit Obama. Aber hättest Du lieber McCain als Präsidenten?“

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37 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.07.2010, 22:58 UhrAnonymer Benutzer: Ramos

    Der biNO hat biNGO.

  • 28.06.2010, 23:28 UhrAnonymer Benutzer: Bino

    Freiheit - Gleichheit - brüderlichkeit sind die Losungen der französischen Revolution. in Frankreich gibt es die Rente mit 50 Jahren in Deutschland mit 67 Jahren. Ob die EU so auf Dauer bestehen kann, unabhängig von dem ganzen Papier- und Wechselkursquatsch, kann jeder für sich entscheiden. ich denke, die besitzstandgräben sind in Europa sehr tief und nicht reformfähig. Auf Dauer wird es nicht gut gehen, dass die einen nur konsumieren und die anderen bis 80 Jahre arbeiten. Je mehr die Politiker das übertreiben und auf die Spitze treiben, sind wir die Umverteilungsmaschine EURO los. ich fordere die Rente ab 67 Jahren in der GANZEN EU - nicht nur in Deutschland!

  • 28.06.2010, 15:04 UhrAnonymer Benutzer: marvlous

    Der Gay-Lord hat gesprochen

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