Kuka Roboter: Die paradoxe China-Angst der Deutschen

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Kuka Roboter: Die paradoxe China-Angst der Deutschen

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Kuka Robotics in Shanghai

von Max Haerder, Christian Ramthun und Gregor Peter Schmitz

Wir investieren munter in aller Welt. Aber kommen die Investitionen zu uns, ist die Angst groß. Höchste Zeit, dass Deutschland ein Rendezvous mit der Globalisierung hat.

Bei Besuchen in China staunen deutsche Politiker häufig, wie sehr ihre Gesprächspartner deutsche Kultur und Literatur schätzen. Goethes Faust etwa haben viele von denen häufig besser parat als die Besucher aus Goethes Heimat.

Geht es um Geschäfte mit China, halten Bundespolitiker es aber auch mit den Regeln aus dem Faust: Zwei Herzen schlagen in ihrer Brust.

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Gewiss, die Chancen des gigantischen Absatzmarktes sind ihnen nicht entgangen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) reist regelmäßig mit großer Delegation ins Reich der Mitte, auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält im Juni wieder deutsch-chinesische Regierungskonsultationen mit ihrem gesamten Kabinett in Peking ab. Eine Ehre, die Deutschland nur wenigen Partnern weltweit vorbehält.

Aber geht es um chinesische Investitionen hierzulande, ist derlei Begeisterung rasch verfolgen. Das zeigt sich gerade in Gabriels Versuch, eine Übernahme des Roboterbauers Kuka aus Augsburg durch den chinesischen Konzern Midea zu verhindern. Er wirbt eher für eine Allianz deutscher oder europäischer Unternehmen, die bei dem Roboterbauer zum Zug kommen soll – zu wichtig sei dessen Know-how für die Zukunft der deutschen Wirtschaft.

Gabriels Vorstoß ist mit dem Kanzleramt abgestimmt, das zuvor bereits EU-Kommissar Oettinger gegen die Übernahme öffentlich in Stellung gebracht hatte. Dort lautet die Wortregelung, man habe generell natürlich nichts gegen ausländische Investitionen. Kuka sei aber problematisch, weil der Roboterbauer so eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung der deutschen Industrie spiele. Als US-Präsident Barack Obama gerade mit Kanzlerin Merkel die Hannover Messe besuchte, ließen die beiden sich Kuka-Roboter vorführen.

Roboterfirma Regierung sucht Investoren für Kuka

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bestätigt, dass die Bundesregierung nach Investoren für Kuka sucht. "Es gibt die Bemühungen, ein alternatives Angebot zu formulieren", sagte Gabriel am Mittwoch in Berlin.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Quelle: dpa

Aber diese Aussage stimmt so nicht: auch ganz allgemein ist von Vertretern des Kanzleramtes derzeit häufig zu hören, dass ihnen die Fülle des „chinesischen Geldes“, mit dem Unternehmen aus dem Land derzeit weltweit auf Einkaufstour gehen, Sorgen bereite. Auch als die Krise der Deutschen Bank zuletzt hochkochte, wurden in Merkels Machtzentrum Ängste vor einem möglichen Einstieg der Chinesen laut.

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