London: Attentäter war 52-jähriger Brite

Anschlag in London: Täter war 52-jähriger Brite und vorbestraft

, aktualisiert 23. März 2017, 19:09 Uhr
London-Attentäter gebürtiger BriteVideo abspielen
LondonAttentäter gebürtiger Brite

Scotland Yard gibt die Identität des Attentäters von London bekannt. Der stand schon einmal im Fokus der britischen Polizei. Hinter dem Anschlag scheint der IS zu stecken. Die Opfer kommen aus mindestens elf Ländern.

Den Terroranschlag von London hat ein vorbestrafter 52-jähriger mit dem Namen Khalid Masood verübt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Tat, bei der es in London vier Tote und etwa 40 Verletzten gab. Der in Großbritannien geborene Täter sei der Polizei bereits wegen Gewaltdelikten und unerlaubtem Waffenbesitz aufgefallen, teilte Scotland Yard mit. Er habe verschiedene Namen genutzt. Nach Angaben von Premierministerin Theresa May stand er vor einigen Jahren im Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. Sie nannte ihn aber eine „Randfigur“.

Einer ihrer „Soldaten“ habe die Operation ausgeführt, erklärte das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der „internationalen Koalition“ anzugreifen. Damit ist die Anti-IS-Koalition unter Führung der USA gemeint, der unter anderem Großbritannien, Frankreich und Deutschland angehören.

Anzeige

Nur einen Tag nach dem Terrorakt ist möglicherweise in der belgischen Stadt Antwerpen ein Anschlag verhindert worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers raste ein Mann mit seinem Fahrzeug durch die City. Menschen mussten zur Seite springen. Die Polizei nahm den Mann fest.

Antwerpen Polizei hindert Mann an Fahrt in Menschenmenge

Die Szene in Antwerpen mutet an wie der Anschlag in London: Ein Mann rast mit Auto in eine belebte Straße. Er gibt zwar keine Verletzten, doch im Fahrzeug machen die Ermittler eine beunruhigende Entdeckung.

Polizeieinsatz in Antwerpen Quelle: dpa

Bei Razzien in London, Birmingham und anderen Orten wurden acht Menschen festgenommen. In welcher Beziehung die Personen zum Attentäter von London stehen, teilte Scotland Yard nicht mit. Das Auto, mit dem er mordete, war in Birmingham gemietet worden.

„Dieser Anschlag passt genau in das Muster der Anschläge, die wir gesehen haben von Nizza und Berlin. Das ist genau die Art von Anschlag, die der IS promoted und anstiften will“, sagte der Terrorismusforscher Peter Neumann der Deutschen Presse-Agentur.

Neumann leitet das internationale Zentrum zur Erforschung von Radikalisierung (ICSR) am King's College in London und berät auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Sachen Deradikalisierung von Islamisten. Bei den Anschlägen in Nizza und Berlin hatten die Täter Lastwagen in Menschenmengen gesteuert.

Markus Beckedahl „Mehr Videoüberwachung schützt nicht vor Anschlägen“

Großbritannien ist das Land mit den meisten Überwachungskameras. Anschläge hat das nicht verhindert. Der netzpolitische Aktivist Markus Beckedahl fordert besser ausgerüstete Polizisten anstatt mehr Videoüberwachung.

epa03315594 A security camera is placed on a lamp post near the Great Westminster clock - better known as Big Ben - next to the Houses of Parliament, in London, Britain, 23 July 2012. London will host the 2012 Olympic Games from 27 July 2012 to 12 August 2012. EPA/ETTORE FERRARI +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Attentäter von London war auf einer Brücke mit seinem Auto gezielt in Fußgänger gerast. Ein US-Amerikaner, der mit seiner Frau die Silberhochzeit in London feierte, und eine zweifache britische Mutter starben. Der Täter erstach danach einen Polizisten, der unbewaffnet gewesen sein soll. Die Polizei erschoss den Angreifer.

Fast 30 Menschen aus mindestens elf Ländern lagen am Donnerstag noch im Krankenhaus, darunter ist auch eine Frau aus Deutschland. Die anderen Patienten stammten unter anderem aus Großbritannien, Frankreich, Rumänien, Südkorea, Polen und Griechenland.

Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, warnte vor einer Radikalisierungsoffensive des IS im Internet. Der IS verlagere „sich mehr und mehr in ein virtuelles Kalifat“. Allein in Deutschland habe die Salafisten-Szene schon knapp 10.000 Anhänger.

Tim Krieger zum Anschlag in London "Schulz kann beim Thema Sicherheit nur verlieren"

Der Anschlag in London nützt den Konservativen und Rechtspopulisten, sagt der Ökonom Tim Krieger. Warum Martin Schulz beim Thema Sicherheit nur verlieren kann – und wie die Politik auf den Terror reagieren muss.

Ein britischer Polizist steht Wache in der Nähe der Westminster Bridge, auf der der Londoner Anschlag geschah. Quelle: REUTERS

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte eine engere Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Tat löste international Bestürzung und Anteilnahme aus. Die Queen sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Das britische Parlament und Scotland Yard gedachten ebenso wie Abgeordnete in Deutschland der Opfer. Am Donnerstagabend war eine Gedenkveranstaltung auf dem berühmten Trafalgar Square in London geplant.

Der Terroranschlag verzögert nicht die Brexit-Zeitpläne der britischen Regierung. Premierministerin Theresa May wird wie geplant am kommenden Mittwoch (29. März) den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union beantragen. Das bestätigte ein Regierungssprecher am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das schottische Parlament hatte wegen des Blutbads am Mittwoch die Abstimmung über ein neues Unabhängigkeitsreferendum hingegen verschoben. Nun soll am nächsten Dienstag abgestimmt werden.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%