Antwerpen: Polizei hindert Mann an Fahrt in Menschenmenge

Antwerpen: Polizei hindert Mann an Fahrt in Menschenmenge

, aktualisiert 23. März 2017, 18:14 Uhr
Bild vergrößern

Polizeieinsatz in Antwerpen: Ein Mann raste mit hoher Geschwindigkeit durch das Haupteinkaufsviertel der Hafenstadt.

Die Szene in Antwerpen mutet an wie der Anschlag in London: Ein Mann rast mit Auto in eine belebte Straße. Er gibt zwar keine Verletzten, doch im Fahrzeug machen die Ermittler eine beunruhigende Entdeckung.

Einen Tag nach dem Terrorakt in London ist in der nordbelgischen Stadt Antwerpen möglicherweise ein Anschlagversuch gescheitert. Nach Polizeiangaben raste am Donnerstagvormittag ein Mann mit hoher Geschwindigkeit durch das Haupteinkaufsviertel der Hafenstadt. Menschen hätten zur Seite springen müssen, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es seien mehrfach Fußgänger in Gefahr gewesen. Ihren Angaben zufolge konnte das Auto nach einer kurzen Flucht von einer schnellen Eingreiftruppe der Antwerpener Polizei gestoppt werden. Zuvor war dies Soldaten nicht gelungen.

Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich nach den ersten Ermittlungen um einen 39 Jahre alten Franzosen mit nordafrikanischen Wurzeln. Ob er gezielt Menschen totfahren wollte, blieb zunächst unklar. Im Kofferraum des Fahrzeuges von Mohamed R. fanden Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stichwaffen sowie ein Gewehr. Zudem wurde ein Kanister mit einer noch unbekannten Flüssigkeit entdeckt.

Anzeige

Deswegen sowie vor dem Hintergrund des Anschlages in London übernahm die belgische Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Der Kampfmittelräumdienst untersuchte das Fahrzeug.

+++Der Anschlag von London+++ IS reklamiert Londoner Terroranschlag für sich

40 Verletzte und vier Tote - das ist die traurige Bilanz am Tag nach dem Anschlag in London. Eines der Opfer kommt aus Deutschland. Der Tag nach der Attacke im Überblick.

Blumen am Tatort in London. Quelle: REUTERS

Der festgenommene Franzose soll der Polizei nach Medienberichten wegen illegalen Waffenbesitzes bekannt sein. Der Verdächtige konnte zunächst nicht vernommen werden, wie die Zeitung „Le Soir“ unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft schrieb.

Nach Informationen des Senders RTBF stand er unter Alkoholeinfluss und soll Drogen bei sich gehabt haben. Beide Medien schreiben, dass Ermittler auch die Möglichkeit prüfen, dass der Mann nicht gezielt Menschen angreifen wollte - laut „Le Soir“ halten Ermittler es für möglich, dass er betrunken die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, laut RTBF könnte er auch versucht haben, einer Polizeikontrolle zu entgehen.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel bedankte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter bei den Sicherheitskräften. Der französische Staatspräsident François Hollande rief zu „sehr großer Wachsamkeit“ auf. Es müssten alle Kräfte mobilisiert werden, forderte er in Paris.

Markus Beckedahl „Mehr Videoüberwachung schützt nicht vor Anschlägen“

Großbritannien ist das Land mit den meisten Überwachungskameras. Anschläge hat das nicht verhindert. Der netzpolitische Aktivist Markus Beckedahl fordert besser ausgerüstete Polizisten anstatt mehr Videoüberwachung.

epa03315594 A security camera is placed on a lamp post near the Great Westminster clock - better known as Big Ben - next to the Houses of Parliament, in London, Britain, 23 July 2012. London will host the 2012 Olympic Games from 27 July 2012 to 12 August 2012. EPA/ETTORE FERRARI +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Ballungsraum Antwerpen hat rund 500.000 Einwohner und liegt damit auf Platz zwei hinter der belgischen Hautpstadt Brüssel. Antwerpen liegt nahe der niederländischen Grenze und ist vor allem für den Hafen und das Diamantenviertel bekannt.

Belgien hatte erst am Mittwoch mit Gedenkfeiern an die Terroranschläge vor einem Jahr erinnert. Damals hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen. Im Land gilt derzeit die zweithöchste Terror-Alarmstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als „ernst, möglich und wahrscheinlich“ einschätzen.

Bei dem Anschlag nahe dem britischen Parlament waren am Mittwoch insgesamt vier Menschen getötet worden, darunter der Angreifer. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch eine Deutsche.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%