+++Die Ereignisse in Belgien im Überblick+++: Gesuchter Terrorverdächtiger soll tot sein

+++Die Ereignisse in Belgien im Überblick+++: Gesuchter Terrorverdächtiger soll tot sein

, aktualisiert 23. März 2016, 20:00 Uhr
von Rahel Klein und Nora Jakob

Bei den Terroranschlägen in Brüssel sind auch mehrere Deutsche verletzt worden. Das Auswärtige Amt schloss am Mittwoch auch nicht mehr aus, dass Bundesbürger getötet wurden.

Was wir bislang wissen

  • Bei den Selbstmordattentätern am Flughafen und in der U-Bahn handelt es sich um Brüder. Der dritte gesuchte Attentäter soll sich am Flughafen in die Luft gesprengt haben. Die Nachrichtenlage ist allerdings noch unklar.
  • Die belgische Polizei fahndet fieberhaft nach einem vierten Verdächtigen.
  • Bei der Terrorserie in Brüssel sind mindestens 31 Menschen getötet worden, unter den Verletzten sollen auch Deutsche sein.

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+++20.00 Uhr+++

US-Außenminister John Kerry reist am Freitag nach Brüssel, um mit Belgien und der EU die Folgen der Terroranschläge zu besprechen. Zudem werde der Topdiplomat förmlich das Beileid der Vereinigten Staaten übermitteln und Unterstützung für die Ermittlung der Täter zusagen, sagte sein Sprecher John Kirby am Mittwoch. Bei den Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen und die U-Bahn hatten drei Selbstmordattentäter am Dienstag mindestens 31 Menschen mit in den Tod gerissen und mehr als 270 verletzt.

+++19.20 Uhr+++

Als Folge der Attentate in Brüssel bleibt der dortige Flughafen Zaventem bis einschließlich Freitag weitgehend geschlossen. Passagierflüge sollten weiterhin nicht stattfinden, teilte der Flughafen am Mittwoch mit. Ein eingeschränkter Betrieb für Frachtflüge und bestimmte Privatflüge sollte hingegen schon am Mittwochabend wieder beginnen. Mitarbeiter wollten am Abend der Opfer der tödlichen Anschläge gedenken.

+++18.50 Uhr+++

Der seit Dienstag gesuchte Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist wohl tot. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich am Dienstag auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtete der Sender RTBF am Mittwochabend. Der 24-Jährige stammt aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek, wo auch ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter vom Dienstag ausgehoben wurde. Der mutmaßliche Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein.

Anschläge in Brüssel Wie Israel seinen Flughafen vor Terroranschlägen schützt

Die Sicherheitsstandards am Tel Aviver Flughafen gelten weltweit als beispiellos. Eingeführt wurden sie nach einem Terroranschlag. Mittlerweile werden Flugpassagiere überprüft, bevor sie überhaupt das Gelände betreten.

Wachmann am Airport Ben Gurion: Der Flughafen gilt als einer der sichersten weltweit. Quelle: AP

+++18.15 Uhr+++

Der belgische Geheimdienst soll nach einem israelischen Zeitungsbericht konkrete Warnungen vor den Terroranschlägen in Brüssel bekommen haben. Auch andere westliche Geheimdienste seien im Bilde gewesen, schrieb die Zeitung „Haaretz“ am Mittwoch. Das Blatt nannte allerdings keine genauen Quellen für seine Informationen.

+++17.45 Uhr+++

Einer der Terrorverdächtigen von Brüssel wurde im Juni in der Türkei gefasst und nach Belgien abgeschoben. Dies machte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch bekannt.


+++17.00 Uhr+++

Zu den Terroranschlägen in Brüssel wird es an diesem Donnerstag ein Sondertreffen der für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister geben. Wie die niederländische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte, soll es um 16.00 Uhr im EU-Ratsgebäude in Brüssel beginnen. Nach früheren Angaben niederländischen Justizminister Ard van der Steur hat Belgien um das Treffen gebeten. Ein ähnliches Sondertreffen hatte es nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November gegeben.

+++16.20 Uhr+++

Unter den Opfern könnte auch eine Frau aus Aachen sein. Ihr Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, die Frau wird seit Dienstag vermisst, teilt die Polizei in Aachen unter Berufung auf das Auswärtige Amt mit.

Große Terroranschläge in Europa

  • 26. Juli 2016

    26. Juli 2016 - In Nordfrankreich ermorden zwei Angreifer einen katholischen Priester in einer Kirche und verletzen eine weitere Person schwer. Beide Attentäter werden von den Sicherheitskräften erschossen.

  • 24. Juli 2016

    In Ansbach in Bayern sprengt sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling vor dem Eingang zu einem Musikfestival mit einer Rucksackbombe in die Luft. Der Attentäter stirbt. 15 Menschen werden verletzt. Auf dem Handy des Mannes findet die Polizei später ein Bekennervideo. Das IS-Sprachrohr Amak behauptet einen Tag später, der Attentäter sei „Soldat des Islamischen Staates“.

  • 18. Juli 2016

    In einem Vorort von Würzburg greift ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan in einem Regionalzug Fahrgäste mit einer Axt an. Er verletzt mehrere Menschen teils schwer. Auf seiner Flucht wird er von der Polizei erschossen. Einen Tag später veröffentlichte das IS-Sprachrohr Amak im Internet ein Video des Attentäters. Darin spricht er davon, dass er im Auftrag des IS gehandelt habe und sich an Nicht-Muslimen rächen wollte, die seinen Glaubensbrüdern Leid angetan hätten.

  • 14. Juli 2016

    In Nizza fährt ein schwer bewaffneter Franzose tunesischer Herkunft mit einem Lastwagen in die Menge, die den französischen Nationalfeiertag feiert. Er tötet 84 Menschen.

  • 28. Juni 2016

    Am Flughafen Istanbul-Atatürk schoss am 28. Juni 2016 ein Attentäter in der Eingangshalle mit einem Sturmgewehr um sich, warf Handgranaten in die Menge und zündete einen Sprengsatz. Zeitgleich sprengte sich ein weiterer Attentäter in einem Parkhaus in die Luft. Ein dritter Täter zündete offenbar einen Bombe in U-Bahn-Nähe. Die türkische Regierung ordnet den Anschlag dem Islamischen Staat zu. Insgesamt kamen 44 Menschen ums Leben (darunter die drei Attentäter); 239 weitere wurden verletzt. (Stand: 29.06.2016, 14:30 Uhr)

  • 14. Juni 2016

    Ein Franzose marokkanischer Herkunft ermordet in einem Pariser Vorort einen Polizisten und dessen Lebensgefährtin, die ebenfalls bei der Polizei arbeitet.

  • 22. März 2016

    Am Morgen des 22. März 2016 sprengten sich zwei Terroristen am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft sowie ein weiterer im U-Bahnhof Maalbeek/Maelbeek in der Brüsseler Innenstadt nahe der EU-Behörden. Nach offiziellen Angaben kamen 35 Menschen ums Leben, darunter drei der Attentäter. Mehr als 300 Personen wurden verletzt.

  • 13. März 2016

    Zwei Attentäter brachten ihr gestohlenes Auto an der Bushaltestelle einer Metrostation im Stadtzentrum von Ankara zur Explosion – 38 Menschen kamen ums Leben, darunter waren auch die Attentäter. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag, der sich am 13. März 2016 ereignete, bekannte sich eine Splittergruppe der Terrororganisation PKK.

  • 12. Januar 2016

    Ein IS-Attentäter sprengte sich am 12. Januar 2016 auf dem belebten Sultan-Ahmed-Platz in Istanbul in die Luft – und riss 12 Menschen mit in den Tod. Elf von ihnen gehörten einer deutschen Touristengruppe an. 13 weitere Personen wurden verletzt.

  • 13. November 2015

    Extremisten mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat greifen die Konzerthalle Bataclan und andere Ziele in der französischen Hauptstadt Paris an. Dabei kommen 130 Menschen ums Leben. Ein Hauptverdächtiger im Zusammenhang mit den Angriffen ist der 26 Jahre alte Salah Abdeslam, der am 18. März 2016 in Brüssel festgenommen wird.

  • 14. bis 15. Februar 2015

    Ein 22-jähriger radikalislamischer Angreifer tötet den Filmemacher Finn Nørgaard und einen jüdischen Wachmann einer Synagoge in Kopenhagen. Bei einem Feuergefecht mit einer Spezialeinheit der Polizei wird er erschossen.

  • 7. bis 9. Januar 2015

    Drei Extremisten töten bei einer mehrere Tage dauernden Terrorwelle in Paris 17 Menschen, bevor sie selbst erschossen werden. Zunächst greifen zwei Brüder das Büro der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ an und erschießen zwölf Menschen. Für den den Angriff übernimmt Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel die Verantwortung. In den Tagen darauf tötet ein weiterer Extremist eine Polizistin und nimmt in einem koscheren Supermarkt Geiseln. Vier jüdische Kunden sterben.

  • 24. Mai 2014

    Im Jüdischen Museum in Brüssel tötet ein Angreifer mit einer Kalaschnikow vier Menschen. Der mutmaßliche Täter ist ein ehemaliger französischer Kämpfer, der Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien haben soll.

  • 22. Mai 2013

    Zwei von Al-Kaida inspirierte Extremisten greifen auf einer Londoner Straße den britischen Soldaten Lee Rigby an und töten ihn mit Messern und einem Fleischerbeil.

  • 19. März 2012

    Ein Bewaffneter, der nach eigenen Angaben Verbindungen zur Al-Kaida hat, tötet in der südfranzösischen Stadt Toulouse drei jüdische Schulkinder, einen Rabbi sowie drei Fallschirmjäger.

  • 22. Juli 2011

    Der muslimfeindliche Extremist Anders Behring Breivik legt eine Bombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo und greift anschließend ein Jugendlager auf der Insel Utøya an. 77 Menschen werden getötet, viele davon Teenager.

  • 7. Juli 2005

    52 Pendler kommen ums Leben, als sich vier von Al-Kaida inspirierte Selbstmordattentäter in drei Zügen der Londoner U-Bahn und einem Bus in die Luft sprengen.

  • 11. März 2004

    Bombenanschläge auf Züge zum Madrider Bahnhof Atocha töten 191 Menschen.

+++15.55 Uhr+++

In Deutschland halten sich nach Angaben des Innenministeriums derzeit rund 450 sogenannte islamistische Gefährder auf. "Es liegen derzeit Erkenntnisse zu mehr als 800 deutschen Islamisten und Islamistinnen vor, die in die Kampfregionen gereist sind", sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch weiter. Sie hätten sich dort dem Islamischen Staat oder anderen terroristischen Gruppierungen angeschlossen. Etwa ein Drittel dieser Personen sei nach Deutschland zurückgekehrt "und ist im Blick der Sicherheitsbehörden".

+++15.30 Uhr+++

US-Vizepräsident Joe Biden sagt Belgien bei einem Kondolenzbesuch der Botschaft in Washington Unterstützung bei der Bekämpfung des Terrorismus zu. Die USA würden jede Information, Fähigkeit, Technologie und "alles, was wir haben," teilen, das für Belgien im Kampf gegen den Terrorismus von Nutzen sei.

+++15.00 Uhr+++

Die Deutsche Bahn lässt nach den Terroranschlägen in Brüssel in ihren Bahnhöfen keine Foto- und Filmaufnahmen von Medienvertretern mehr zu. Dies gelte „bis auf Weiteres“, sagte eine Bahnsprecherin am Mittwoch auf Anfrage in Berlin. Die Sprecherin verwies auf die allgemeine Sicherheitslage. Einen konkreten Grund für das Film- und Fotoverbot nannte sie aber auch auf Nachfrage nicht. Die Bahnhöfe gehören in der Regel der Deutschen Bahn, das bundeseigene Unternehmen hat dort das Hausrecht. Bislang wurden Anträge auf Film- und Fotoaufnahmen fast immer problemlos erteilt.

Flughafensicherheit nach Brüssel "Frühere Kontrollen würden die Gefahr nur verlagern"

Explosionen erschütterten die Abflughallen des Brüsseler Flughafens. Haben Terroristen dort eine Sicherheitslücke gefunden? Luftfahrtexperte Großbongardt warnt: Noch mehr Kontrollen führen zu neuen Sicherheitsrisiken.

Beamte der Bundespolizei sichern am Dienstag den Terminalbereich des Flughafens on Frankfurt am Main. Quelle: dpa

+++14.35 Uhr+++

Wohnungsdurchsuchungen bei den Verdächtigen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft 15 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden. Es handele sich um dieselbe Art - TATP -, die bei den Pariser Anschlägen verwendet worden sei.

+++14.05 Uhr+++

Bei den Terroranschlägen in Brüssel sind auch mehrere Deutsche verletzt worden. Das Auswärtige Amt schloss am Mittwoch auch nicht mehr aus, dass Bundesbürger getötet wurden. Mindestens ein Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft erlitt schwere Verletzungen.

+++13.50 Uhr+++

Der Attentäter der Brüsseler Metro ist identifiziert: Es handelt sich um Khalid El Bakraoui. Der Staatsanwalt erläuterte, Ermittler hätten einen Computer mit dem Testament von Ibrahim El Bakraoui sichergestellt. Der Rechner sei in einem Müllbehälter in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gefunden worden. In Schaerbeek hatte es am Dienstagabend Razzien nach den Anschlägen gegeben.

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