Präsidentschaftswahlen in Frankreich : Die Kandidaten für den Elysée-Palast

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Präsidentschaftswahlen in Frankreich : Die Kandidaten für den Elysée-Palast

, aktualisiert 21. November 2016, 06:12 Uhr
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Frankreichs Präsidentschaftskandidaten: François Fillon, Arnaud Montebourg, Emmanuel Macron, Nicolas Sarkozy, Alain Juppé, Marine Le Pen (vl.)

von Karin Finkenzeller

In Frankreich bringen sich die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in Stellung. Mit Le Pen und Macron inszenieren sich selbsterklärte Gegner des Establishments. Nicolas Sarkozy musste derweil aufgeben.

Haben Frankreichs Wähler die politische Elite endgültig satt? Ist im nächsten Frühjahr ein Systembruch wie in den USA denkbar? Seit Donald Trump vorige Woche zum 45. US-Präsidenten gekürt wurde, überschlagen sich Experten - echte und selbsternannte - mit ihren Prognosen über den Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen im April und Mai. Die Rechtspopulistin Marine le Pen gilt mehr denn je als präsidiabel. Aber auch der zum Systemkritiker mutierte ehemalige Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der seinen Hut am Mittwoch in den Ring warf.

Die erste Runde der Vorwahlen bei den Konservativen am Sonntag endete mit einer Sensation: Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy schied aus. Als Überraschungssieger ging der ehemalige Premierminister François Fillon als Überraschungssieger hervor. Er stellt sich am nächsten Sonntag der Stichwahl gegen den lange als Favoriten geltenden Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé. Die Sozialisten küren ihren Kandidaten im Januar - ein außerordentliches Novum: Zum ersten Mal ist der aktuelle Mieter des Elysée-Präsidentenpalasts nicht automatisch Kandidat seiner Partei für eine zweite Amtsperiode.

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Der glücklose François Hollande überlegt noch, ob er sich dieser Schmach stellen will. Selbst wenn Umfragen neuerdings mit Vorsicht zu genießen sind, ist es nicht besonders mutig zu behaupten, dass er die Hürde nicht nehmen wird. WiWo.de stellt deshalb die Kandidaten vor, mit denen zu rechnen ist.

Marine Le Pen

Der Wahlsieg Donald Trumps stand noch nicht einmal fest, da gratulierte ihm die Chefin der rechtsnationalen Front National (FN) bereits zu seinem Erfolg. Kein Zufall. Le Pen hält sich für sein französisches Pendant. Auch sie wettert gegen Elite, Einwanderer und ungezügelte Globalisierung. „Der Sieg von Donald Trump ist ganz klar ein weiterer Stein beim Aufbau einer neuen Welt, die zum Ziel hat, die bisherige Ordnung zu ersetzen,“ sagt sie. Das kommt an, bei Arbeitslosen und Geringverdienern ebenso wie bei all jenen Franzosen, die sich ihr Land in das vergangene Jahrhundert zurück wünschen, als es noch keinen Wettbewerb durch den Aufstieg der Schwellenländer gab. Die 48-Jährige kann auf ein Potenzial an Frustwählern setzen, das bei vergangenen Regional- und Kommunalwahlen immerhin rund 30 Prozent betrug. Monatseinkommen bis zum 1,4fachen des Mindestlohns sollen für einen begrenzten Zeitraum um 200 Euro steigen, die Einkommenssteuer will sie drosseln und das Renteneintrittsalter auf 60 Jahre senken. Finanziert werden soll dies durch ein Ende der Einwanderung, die laut le Pen Frankreich jedes Jahr Milliarden kostet, durch den Kampf gegen Steuerhinterziehung sowie mit der Erhebung von Importzöllen. Unter ihrer Führung dürften die Franzosen per Referendum über einen Austritt aus der EU entscheiden. Niemand sollte darauf wetten, dass die Franzosen ähnlich wie 2002 - als le Pens Vater Jean-Marie in die Stichwahl gelangte - oder wie bei den Regionalwahlen im vergangenen Jahr in der Stichwahl in Scharen gegen rechtsaußen votieren. Neuerdings vermeidet le Pen die Erwähnung des Parteinamens. Sie spricht dagegen davon, „im Namen des Volkes“ zu kandidieren. „Viele Menschen haben noch Vorbehalte, den Front National zu wählen. Marine le Pen muss deshalb ihre Wählerbasis erweitern,“ erklärt der Rechtsextremismusforscher Jean-Yves Camus vom Pariser Institut Iris. „Zu denjenigen, die noch überzeugt werden müssen, muss sie deshalb gesetzt und ruhig sprechen“

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