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Es ist ein Trauerspiel: In knapp drei Jahrzehnten hat es – abgesehen vom Labordienstleister Qiagen aus Hilden bei Düsseldorf – kein einziges deutsches Biotechnikunternehmen an die Weltspitze geschafft. Zwar gelten Ideen, Techniken und Therapien vieler hiesiger Biotech-Gründer seit Jahren als hochinnovativ und zukunftsweisend. Dennoch scheiterten viele auf dem langen, kostspieligen Weg vom Labor zum marktreifen Produkt.
Nun aber ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Vor allem, weil deutsche Biotech-Manager und -Finanziers auf neue Konzepte setzten, um zum Erfolg zu kommen: auf Produkte und Dienstleistungen, die schnell marktreif sind, auf Finanzierungsmodelle abseits von Venture Capital (VC) oder Börsengängen und auf sehr frühe Partnerschaften mit Pharmagrößen.
Wir stellen Ihnen auf den folgenden Seiten die 15 spannendsten Unternehmen dieses neuen Typus und deren Projekte vor – von innovativen Therapien gegen Krebs, Depressionen und Superkeime bis hin zu neuen Werkstoffen wie Spinnenseide und Insekten-Plastik.
Bild: dpaObst und Gemüse schützt vor Krebs
Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.
Bild: dpa/dpawebDunkle Schokolade macht weniger dick
Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.
Bild: dpaKaffee trocknet den Körper aus
Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.
Bild: dpaPro Tag zwei Liter Wasser trinken
Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.
Bild: APSalat hat viele Vitamine
Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.
Bild: dpaEier erhöhen den Cholesterinspiegel
Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.
Bild: APSalz ist ungesund
Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.
Bild: obsMehrere kleine Mahlzeiten sind besser
Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.
Bild: dpa/dpawebAm Abend essen macht dick
Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.
Bild: dpaDer Mensch nutzt nur einen Bruchteil seines Gehirns
Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.
Obst und Gemüse schützt vor Krebs
Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.
Vor allem an der Kooperationsbereitschaft der Großunternehmen haperte es bisher oft: Sie suchten nach weit gediehenen Medikamenten kurz vor der Marktreife. Die aber konnten viele kleine Biotech-Firmen nicht bieten, weil ihnen auf dem Weg dorthin finanziell die Puste ausging.
Die Finanzkrise tat ein Übriges: Im vorigen Jahr stürzte der Kapitalzufluss in die deutsche Biotechnik laut aktuellem Biotechnologie-Report der Beratungsgesellschaft Ernst & Young nochmals ab. Die Summe sank von 441 auf 130 Millionen Euro – ein Minus von 71 Prozent.
Innovationsbedarf in der Pharma-Branche
Doch derzeit ändert sich der Innovationsbedarf der Giganten: Denn ihre Forschungs- und Entwicklungspipelines sind leer. Zugleich laufen dieses Jahr zig Patente für bestens verkaufte Medikamente aus. Pharmaanalysten von IMS Health rechnen mit Umsatzrückgängen von branchenweit mehr als 100 Milliarden Euro. Die akute Ideenlosigkeit bei Big Pharma treibt Biotech-Startups potente Partner in die Arme.
Potenzial zur Zusammenarbeit gibt es genug: Immerhin listet der Ernst & Young-Report in Deutschland 397 Biotech-Firmen auf. Doch die erwirtschafteten 2011 mit gut 10.000 Mitarbeitern nur rund eine Milliarden Euro Umsatz. Gemessen am Branchenprimus Amgen aus Kalifornien, ist das ein Witz: Der setzte mit 17.000 Mitarbeitern 12,1 Milliarden Euro um.
Experten wie Karsten Henco bauen nun auf eine neue Qualität von Kooperationen. Der Mitgründer von Qiagen setzt darauf, sehr früh passende und finanzkräftige Partner zu suchen: „So lassen sich teure Studien von Anfang an ausreichend groß anlegen.“ Bisher hätten kleine Unternehmen Untersuchungen mangels Geldes oft so klein oder in thematischen Nischen angelegt, dass die Ergebnisse später wertlos waren oder sich die Vermarktung nicht lohnte, weil es kaum Patienten gab.
Henco ist zugleich einer der Pioniere für alternative Finanzierungen. „Venture-Kapital ist nicht das Richtige für Biotechnik-Unternehmen“, sagt er. Klassische VCs dächten zu kurzfristig. In der oft 10 bis 15 Jahre dauernden Entwicklungszeit kämen deshalb viele Firmen unter Druck, weil die VCs ihr Geld abziehen wollten.
Gemeinsam mit dem ebenfalls erfahrenen Biotech-Manager Edward Stuart hat Henco daher den 70 Millionen Euro schweren Fonds QureInvest II aufgelegt, in den vermögende Privatleute wie der Pharmaspross Christoph Boehringer investierte. Bei ihren neun Beteiligungen steigen Henco und Stuart früh in die Unternehmen ein, oft in der Gründungsphase, investieren langfristig und bleiben die einzigen Geldgeber – und sie engagieren sich im Management.
Ähnlich gehen auch Andreas und Thomas Strüngmann vor. Die Zwillinge gehören neben SAP-Mitgründer Dietmar Hopp zu den wichtigsten privaten Finanziers der Biotech-Branche in Deutschland. Auch ihr Prinzip ist, alleinige Investoren zu sein und die Unternehmen über sehr lange Zeiträume zu begleiten. Die Brüder haben hoch gewettet, dass dieser neue Ansatz der deutschen Biotech-Branche endlich zum internationalen Durchbruch verhilft. Immerhin steckt inzwischen fast der komplette Erlös aus dem Verkauf ihres Generikaunternehmens Hexal in deutschen Biotechnikunternehmen: 700 Millionen Euro.
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