Quantified Self: IT-Unternehmen entdecken Gesundheitsbranche

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Quantified Self: IT-Unternehmen entdecken Gesundheitsbranche

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IT-Unternehmen wie IBM wollen mit ihren Software-Lösungen das Gesundheitssystem revolutionieren.

von Felix Ehrenfried

Immer mehr Körper-Daten lassen sich heutzutage messen und auswerten. Dadurch bekommen Ärzte ein besseres Bild von der Gesundheit ihrer Patienten. Und Unternehmen wie IBM wittern ein neues Geschäftsfeld.

Am Rande der irischen Hauptstadt Dublin besitzt der IT-Riese IBM auf einer riesigen Grünfläche ein Forschungslabor, in dem an der Zukunft des Gesundheitswesens gebastelt wird. Die Wunderwaffe, mit der man hier für ein effizienteres, kostengünstigeres Gesundheitssystem mit fitteren Bürgern sorgen will, heißt Big Data. Mit riesigen Datenströmen aus unterschiedlichen Quellen wollen die Forscher bisher unbekannte Zusammenhänge aufdecken, die sich auf das Wohlbefinden der Bürger auswirken, bisher allerdings unentdeckt blieben.

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Steigende Kosten, eine alternde Gesellschaft und Ärztemangel führen dazu, dass überall auf der Welt im Gesundheitssystem immer mehr gespart wird. Besonders in der Pflege steigt der Verwaltungsaufwand an, Zeit für den Patienten wird kostbar. Hier wollen IT-Unternehmen wie IBM mit ihren Softwarelösungen ansetzen. Das Gesundheitswesen wird durch Computerpower verschlankt und effizienter gemacht. Ärzte und Pflegepersonal haben mehr Zeit für ihre Patienten, Krankenkassen können besser ihre Kosten kalkulieren und arbeiten schneller, so die Vision. Deren Ziel: Fittere Menschen, die seltener krank sind und länger leben.

Die Daten, mit deren Hilfe das Gesundheitssystem revolutioniert werden soll, stammen aus unterschiedlichen Quellen. Zum einen speichern Institutionen wie Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen anonymisieren die Daten ihrer Patienten. Außerdem entwickeln IT-Konzerne wie IBM selbst Sensoren, die das Verhalten von Patienten analysieren sollen. Daneben erstellen viele Menschen im Privaten Statistiken über ihre Gesundheit. Smartphones mit Bewegungsapps oder Computerprogramme machen es möglich. Wer es klassisch will, greift zu Stift und Block und notiert sich beispielsweise die Entwicklung des eigenen Gewichts. Es gibt sogar eine eigene Bewegung, die sich die Selbstvermessung und deren Optimierung zur Aufgabe gemacht hat. Doch zu dieser sogenannten Quantified-Self-Bewegung später mehr.

Algorithmen Big Data schafft den Zufall ab

Die neue Qualität von Daten ist eines der Megathemen der Cebit. Experten diskutieren die Möglichkeiten von Big Data – und lassen die Massen ratlos zurück. Dabei bestimmten die Algorithmen schon längst unseren Alltag.

Die Kunst  von Big Data besteht darin, den richtigen Algorithmus zu entdecken. Um die richtigen Rechenformeln zu finden, schreiben Unternehmen riesige Wettbewerbe aus. Quelle: dpa/Montage

Wie helfen also Daten die Gesundheit zu verbessern?

Ein Beispiel, wie IBM das Gesundheitswesen mit Datenanalysen revolutionieren will, findet sich im Bereich der Blutwäsche (Dialyse) für Menschen mit Nierenversagen. Gemeinsam mit einem Unternehmen aus der Pharmabranche, das hier nicht genannt werden möchte, erforscht IBM derzeit, wie Dialysepatienten seltener eine Spenderniere brauchen. Dazu werden unterschiedliche Eigenschaften, wie Größe oder Gewicht der Patienten untersucht. "Das Ziel ist es, irgendwann die Faktoren zu kennen, die dazu führen dass keine Spenderniere gebraucht wird und den Patienten dementsprechend geholfen werden kann", erklärt Manuela Müller-Gerndt, Leiterin der Gesundheitssparte bei IBM Deutschland.

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