Abgas-Skandal: Audi will Taskforce Diesel auflösen

Abgas-Skandal: Audi will Taskforce Diesel auflösen

Audi schließt ein weiteres Kapitel im Dieselskandal: Vorstandschef Rupert Stadler kündigte an, seine Taskforce Diesel in Kürze auflösen zu wollen. Auch ein Verkauf von Motorradtochter Ducati stehe nicht mehr zur Debatte.

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Audi-Vorstandschef Rupert Stadler

Audi hat die Überprüfung seiner älteren Dieselautos auf überhöhte Abgaswerte jetzt fast abgeschlossen und will seine Taskforce Diesel in Kürze auflösen. Vorstandschef Rupert Stadler sagte am Montagabend in Ingolstadt: „Im ersten Quartal 2018 sind voraussichtlich alle Motor/Getriebe-Kombinationen geprüft.“ Audi komme „Stück um Stück weiter und heraus aus der Dieselkrise“.

Die Ergebnisse würden der Überprüfungen dem Kraftfahrtbundesamt vorgelegt, sagte Stadler. Zuletzt hatte Audi im November bei einem A8-Modell noch eine unzulässige Abgas-Abschalteinrichtung entdeckt und deshalb 5000 Autos für ein halbstündiges Software-Update in die Werkstatt zurückrufen müssen. Neue Erkenntnisse seien aber bereits von der im Juli angebotenen, für Kunden kostenlosen Nachrüstung von 850 000 Dieselautos abgedeckt, betonte der Vorstandschef. Anfang kommenden Jahres werde die normale Produktsicherung von Audi die Aufgaben der bisherigen Taskforce Diesel mit übernehmen.

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Ein Monitor der US-Regierung überwacht noch drei Jahre lang die Umgestaltung von Audi. Damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen könnten, könne sich heute jeder mit Fragen oder einem Verdacht an einen Ombudsmann wenden, sagte Stadler.

Außerdem will die VW-Tochter den Verkauf ihrer Motorradtochter Ducati nicht mehr anstreben. "Ich versichere Ihnen: Ducati gehört zur Audi-Familie", sagte Stadler. Bereits Anfang September hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass Volkswagen den 1,5 Milliarden Euro schweren Verkauf wegen des Widerstands des Betriebsrats und interner Unstimmigkeiten über die Strategie auf Eis gelegt habe.

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Der Vorstandsvorsitzende der VW AG, Matthias Müller. Quelle: dpa

Stadler deutete an, dass sich Audi wegen der guten Liquidität auch ohne den Verkauf der italienischen Tochter gerüstet sieht, den Schwenk in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos zu finanzieren. Dazu sollen auch die im Rahmen des Umbauplans für die kommenden Jahre geplanten Einsparungen von zehn Milliarden Euro beitragen. Es gebe daher keine ökonomische Notwendigkeit, sich von Ducati zu trennen. Ducati sei die "perfekte Übersetzung" der Premium-Philosophie von Audi in die Welt der Motorräder.

Investoren bezweifeln indes, dass die Beteiligung an dem Motorradhersteller für Audi Sinn ergibt. Sie halten es für möglich, dass Volkswagen seine Meinung noch einmal ändert.

Die Wolfsburger hatten vor einigen Monaten Banken damit beauftragt, Interessenbekundungen für den Hersteller luxuriöser Sportmotorräder einzuholen. Daraufhin hatten sich Insidern zufolge mehrere potenzielle Käufer gemeldet, darunter die italienische Industriellenfamilie Benetton. Ducati gehört neben dem Hersteller von Luxussportwagen Lamborghini zur VW-Tochter Audi. Der Motorradhersteller kam 2016 auf 731 Millionen Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von 100 Millionen Euro.

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