Opel: Tavares plant eine Effizienz-Offensive

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Opel: Welche Einschnitte der neue Eigentümer PSA plant

Tavares plant eine Effizienz-Offensive

Wenn durch die Übernahme schon Stellen wegfallen, so hoffen sie in Rüsselsheim, dann soll das bitte auf ähnlich verträglichem Weg passieren. An den Abbau von Arbeitsplätzen haben sie sich bei Opel gewöhnt. Unter der Führung von GM ist die Zahl der Angestellten von 70.000 auf 38.000 gefallen. „Trotzdem schreibt Opel immer noch rote Zahlen“, meint Tavares. „Das bedeutet, dass etwas fehlt.“ Was das ist, weiß er: Effizienz.

Opel-Übernahme durch PSA: Vorteil Frankreich

  • Absatz pro Mitarbeiter

    PSA verkauft mehr Autos pro Mitarbeiter als Opel

    Opel/Vauxhall: 30,4
    PSA: 35

    Quelle: CAR-Center Automotive Research, 2016

  • Gewinn pro Mitarbeiter

    Opel/Vauxhall: -6083 Euro
    PSA: 24.742 Euro

Die will er dadurch steigern, dass er möglichst viele Teile von PSA bei Opel-Fahrzeugen einbaut. So soll der Einkauf günstiger werden. Das sorgt für Gesprächsstoff im Café des Rüsselsheimer Adam Opel Hauses. Mitarbeiter schlürfen ihren Kaffee, eine Gruppe von Männern gibt sich meinungsstark: Die Autos von Opel müssten sich auch künftig „optisch von Peugeot unterscheiden. Sonst gehen wir unter“, raunt einer. „Wenn Motor und Untergestell künftig von PSA kommen, darf Opel nur noch die Karosse obendrauf setzen“, moniert ein Betriebsrat.

Einschnitte in der Entwicklung

Doch genau so könnte es kommen. Auf der IAA sagte Tavares, dass man gerade mit Opel an einem neuen „CO2-Fahrplan“ arbeite. Die alten Opel-Motoren seien schlicht zu schlecht, um die bevorstehenden strengen Vorgaben der EU für den Ausstoß von Kohlendioxid einhalten zu können.

Neuer Opel-Eigner PSA Keine Arbeitsplatzgarantie über 2018 hinaus

Der neue Opel-Eigner PSA will die Jobs bei dem Autobauer derzeit nicht über 2018 hinaus garantieren. PSA kann sich auch den Umbau des Traditionsherstellers zu einer reinen Elektromarke vorstellen.

Ein Logo des Autoherstellers Opel Quelle: dpa

Tatsächlich droht Opel wegen zu hoher Stickoxidwerte im Abgas noch Ungemach. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat mehrere Updates aus einer freiwilligen Rückrufaktion für schon im Verkehr befindliche Autos noch nicht freigegeben. Betroffen sind die Modelle Cascada und vor allem Zafira. Die Rede ist sogar schon davon, dass das KBA Opel einen Entzug der Typzulassung beim Zafira angedroht habe. Opel wollte sich zu laufenden Verfahren nicht äußern.

PSA-Entwicklungschef Gilles Le Borgne erklärte der „Automobilwoche“, dass „wir die Opel-Modellpalette nach und nach auf Plattformen und Motoren von PSA stellen werden“. Allerdings dauere das Jahre. Auf der Kippe dürften vor allem Jobs im Opel-Entwicklungszentrum Rüsselsheim stehen. Dort arbeiten 7700 Leute – mehr als im ortsansässigen Opel-Werk. Viele Entwickler arbeiten nur für Projekte von GM.

Nach Abgang von Tina Müller Opel legt Marketing und Vertrieb zusammen

Der Autobauer Opel möchte künftig Marketing und Vertrieb zusammenlegen. Zuvor kündigte die Marketing-Chefin Tina Müller ihren Abgang an. Vertriebschef Peter Küspert soll künftig beide Aufgaben in Personalunion übernehmen.

Der Autobauer wurde kürzlich vom französischen PSA-Konzern übernommen. Quelle: Reuters, Sascha Rheker

Bislang ist das Schicksal der Entwickler noch nicht entschieden. Laut Insidern wird aber schon diskutiert, dass zwischen 2000 und im Extremfall 4000 Stellen wegfallen könnten. „Wir analysieren noch“, sagt ein Insider. Das sei nicht einfach. Am Ende, sagt ein anderer Insider, werde es „auf jeden Fall“ irgendeine Form von Abbau im Entwicklungszentrum geben. „Mindestens 2000 Jobs“ seien betroffen. Der Plan sei, dies ohne Entlassungen durchzubringen. Freiwillige Programme sollten aufgelegt werden. Bei 2000 Jobs sei das möglich, nicht aber bei 4000. Opel spricht im Zusammenhang mit den Zahlen von „unverantwortlichen Spekulationen“.

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Sicher ist bisher nur, dass das Budget für Forschung und Entwicklung zusammengestrichen wird. PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon hat jüngst vor Analysten betont, dass die Gruppe künftig insgesamt mehr in Technologien investieren wolle. Das Budget werde aber kleiner ausfallen als das beider Unternehmen zusammen. Kombiniert soll es von 3,3 auf 2,9 Milliarden Euro sinken.

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