Commerzbank streicht Tausende Stellen

Commerzbank-Umbau: Bank kappt Tausende Jobs und baut Mittelstandsgeschäft um

, aktualisiert 29. September 2016, 11:38 Uhr
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Die Commerzbank will Tausende Stellen streichen.

Die Commerzbank will Tausende Vollzeitstellen streichen. Die Dividende soll vorerst ausfallen. Die endgültige Entscheidung soll am Freitag fallen.

Die Commerzbank versucht mit dem Abbau Tausender Jobs und einer radikalen Neuaufstellung ihres Mittelstandsgeschäfts den Befreiungsschlag. Das Institut will unter dem Strich rund 7300 Stellen streichen, wie der teilverstaatlichte Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die endgültige Entscheidung soll am morgigen Freitag fallen.

Nach den Plänen sollen 9600 Vollzeitstellen entfallen, gleichzeitig rund 2300 neue entstehen. So dass unter dem Strich rund 38.000 von derzeit rund 45.000 Vollzeitjobs bleiben. Wie sein Vorgänger Martin Blessing setzt der seit Mai amtierende Konzernchef Martin Zielke den Rotstift an: Bereits in Blessings Amtszeit hatte das Institut seit 2013 etwa 5000 Stellen abgebaut.

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Die Commerzbank kämpft wie die Konkurrenz mit den Folgen des anhaltenden Zinstiefs und deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten Halbjahr brach der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.

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Commerzbank und Deutsche Bank in Frankfurt Quelle: dpa


Ihr Geschäft fokussiert die Commerzbank in den zwei Kundensegmenten „Privat- und Unternehmerkunden“ sowie „Firmenkunden“. Die Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets werden gebündelt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert. Das Mittelstandgeschäft, lange der mit Abstand größte Ertragsbringer des Konzerns, litt zuletzt immer stärker unter dem Niedrigzinsniveau.

Der Umbau soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Deshalb streicht die Bank ihren Aktionären vorerst die Dividende. In Aussicht gestellt waren ursprünglich für dieses Jahr 20 Cent je Papier, es wäre die zweite Gewinnausschüttung seit der Finanzkrise gewesen.

Für das dritte Quartal erwartet das Institut ein negatives Ergebnis, im Gesamtjahr 2016 aber einen leichten Gewinn. 2015 schrieb die Commerzbank wieder einen Milliardengewinn und der langjährige Vorstandschef Blessing konnte sich in diesem Frühjahr mit der ersten Dividende seit 2007 verabschieden. Doch schon damals wackelte das Vorhaben, den Milliardengewinn 2016 zu wiederholen, im Sommer kassierte der Vorstand dieses Ziel.

Die Bundesregierung will die Umbaupläne der Commerzbank nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wollte dazu am Donnerstag keine Stellung nehmen.

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