Air Berlin: Jeder Tag ein Kampf

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Ein Flugzeug von Air Berlin steht in Berlin auf dem Flughafen Tegel.

Keine gute Woche: Freitag legte Air Berlin eine extrem verlustreiche Bilanz vor, am Tag danach werden mehrere Verbindungen gestrichen. Nicht direkt wegen der wirtschaftlichen Lage, heißt es, aber irgendwie doch deshalb.

Selbst das rote Schokoherz kann Air-Berlin-Passagiere derzeit nicht mehr besänftigen. Sie stehen wartend am leeren Gepäckband am Drehkreuz Berlin-Tegel und tippen ihren Frust in die Handys. "Unfähig", "marode", "chaotisch" - so was verbreiteten Kunden in den vergangenen Wochen in den sozialen Netzwerken. Flugbegleiter sehen die Airline am "absoluten Tiefpunkt".

Nun, einen Tag nach der Bekanntgabe eines Rekordverlusts für 2016 kämpft die Fluggesellschaft Air Berlin weiter mit operativen Problemen. Am Flughafen Berlin-Tegel mussten am Samstag mehrere Verbindungen gestrichen werden. "Das hat aber nichts mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu tun", betonte eine Sprecherin der Fluglinie.

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Vor allem kürzere Verbindungen innerhalb Deutschlands oder nach Österreich wurden gestrichen, bis zum Nachmittag waren es insgesamt neun Flüge. Gerade auf Kurzstrecken gebe es keine Chance, während des Flugs Verspätungen aufzuholen, erklärte die Sprecherin. Daher sei es manchmal geboten, eine Verbindung ganz abzusagen.

So schlecht steht es wirklich um die Airline Air Berlin mit 2,14 Millionen Euro Verlust pro Tag

Negativ-Rekord bei Air Berlin: Die Fluggesellschaft hat im vergangenen Jahr 782 Millionen Euro Miese eingeflogen. Der neue Chef, Thomas Winkelmann, steht bei der Rettung vor eine Mammutaufgabe.

Eine Flugbegleiterin geht durch eine Boeing 737-800 der Air Berlin Quelle: dpa

Air Berlin kämpft seit Wochen mit Problemen bei der Abfertigung in Tegel. Einzelne Streichungen seien daher leider nichts Unübliches, hieß es. Diese könnten auch technische Gründe oder Krankheiten als Ursache haben.

Die Fluggesellschaft hatte am Freitag ihre Bilanz für 2016 vorgelegt. Unterm Strich stand ein Verlust von 781,9 Millionen Euro, 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro. Vorstandschef Thomas Winkelmann will sich nach neuen Partnern umsehen, auch der Einstieg eines Investors sei denkbar.

Air Berlin Wie Winkelmann die Probleme in den Griff bekommen will

Seit Februar ist Thomas Winkelmann Chef bei Air Berlin, für die desaströse Bilanz kann er nichts. Die Ursache für die chronisch roten Zahlen will er schon erkannt haben – und mit manchen Plänen seiner Vorgängern brechen.

Quelle: dpa
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