Werbesprech: Parteien sind auch nur Marken

kolumneWerbesprech: Parteien sind auch nur Marken

Bild vergrößern

Die Parteien wirken in ihrer Positionierung hilflos, kaum eine beherrscht die Grundlagen des "Marketings". Das sorgt für Aufregung.

Kolumne von Thomas Koch und Ralf Schwartz

In ihrem Markenauftritt sind die großen Parteien überraschend unprofessionell. Sie verstoßen gegen die Grundregeln des Marketings. Und wundern sich über Politikverdruss und unentschlossene Wähler.

Ein Aufschrei geht durch die Republik. Empörung macht sich breit. Immer wieder sorgen Hinterbänkler ebenso wie Führungskräfte der Parteien im Bundestag für Aufregung, weil sie quasi aus dem Nichts heraus Forderungen stellen, die sich als Unfug erweisen, gar als schädlich für die Parteilinie - und deshalb umgehend vom Parteichef zurückgepfiffen werden (müssen).

So geschehen, als vergangene Woche ein CDU-MdB namens Wanderwitz eine Strafabgabe für Kinderlose ins Gespräch brachte, die Chefin Merkel sofort kassierte. So geschehen, als die CDU-„Spitze“ sich öffentlich gegen eine Kandidatur von Joachim Gauck als Bundespräsident aussprach - und Merkel ihn nur wenige Stunden später zum Kandidaten kürte. An Peinlichkeit schwer zu übertreffen war am Dienstag die Meldung, dass ein CSU-Politiker namens Geis es für nötig hielt, Gauck zu raten, seine persönlichen Lebensverhältnisse zu ordnen und Frau Schadt zu ehelichen. Chefin einer christlichen Partei möchte man da nicht sein.

Anzeige

Bei allem Verständnis dafür, dass jeder der 620 Mitglieder des Bundestags wenigstens einmal im Leben in die Schlagzeilen geraten möchte, fragt sich der Beobachter dennoch, wie das passieren kann.

Jede Partei hat ein Programm, mit dessen Hilfe sie sich klar gegen jede andere Partei abzugrenzen versucht. Im Marketing sprechen wir dabei von Positionierung. Jede Partei wirbt um das Vertrauen der Wähler - wie jede Marke um Käufer wirbt. Jede Partei kämpft um die Macht im Bundestag, ebenso wie jede Marke tagtäglich um ihren Marktanteil im Regal kämpft. Markentechnik und Markenführung lassen sich eins zu eins auf Parteien übertragen.

Die "Markenversprechen" der Parteien

Was aber genau ist eine Marke? Wodurch zeichnet sie sich aus? Sie ist im Idealfall einzigartig und unterscheidet sich von allen anderen Marken.

Die Hilflosigkeit der Parteien in ihrer Positionierung (oder auch „Markenversprechen“) erkennt man spätestens an ihren Claims, also jener kurzen Phrase, die beschreibende oder emotionale Informationen über die Marke transportieren und die Wiedererkennung der Marke unterstützen soll.

CDU: „Gemeinsam für unser Land“

SPD: „Sozial und Demokratisch“

FDP: „Arbeit muss sich wieder lohnen“

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%