Kaufhof in den Niederlanden: Hudson's Bay Company treibt Europa-Expansion voran

Kaufhof in den Niederlanden: Hudson's Bay Company treibt Europa-Expansion voran

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Galeria Kaufhof soll expandieren.

Die Hudson's Bay Company will mit Galeria Kaufhof in Europa expandieren. Ein erstes Ziel ist offenbar bereits ausgemacht: die Niederlande.

Kein Jahr nach der Übernahme von Galeria Kaufhof treibt die Hudson's Bay Company (HBC) die Auslands-Expansion voran. "Wir suchen nach zusätzlichen Möglichkeiten, in ganz Europa zu wachsen", sagte HBC-Chairman Richard Baker der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch.

Möglichkeiten sieht der kanadische Konzern in den Niederlanden. Dort stehen Warenhäuser der insolventen Kaufhauskette Vroom & Dreesmann zum Verkauf. "Wir können uns auch darauf beschränken, Objekte nur zu mieten und nicht zu kaufen", so Baker. Falls es zu einer Vereinbarung komme, würden die niederländischen Filialen von Köln aus geführt, dem Sitz von Galeria Kaufhof.

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Kaufhof Eigentümer will eine Milliarde Euro in Kaufhauskette investieren

Gut ein halbes Jahr nach dem Einstieg beim Traditionsunternehmen Kaufhof kündigt die kanadische HBC den Start eines großen Modernisierungsprogramms an. Die Arbeiten sollen noch im Frühjahr beginnen.

„Warenhaus-Unternehmen in aller Welt haben zu lange zu wenig investiert“, sagte der Chef der HBC, Jerry Storch. HBC ist Eigentümer von Kaufhof. Quelle: dpa


HBC hatte Kaufhof im Sommer 2015 für 2,8 Milliarden Euro  von der Metro-Gruppe gekauft. Das Nachsehen hatte damals Karstadt-Eigner Rene Benko, der ebenfalls die Fühler nach dem Konkurrenten ausgestreckt hatte. Bereits nach der Kaufhof-Übernahme hatten die HBC-Manager durchblicken lassen, dass der Zukauf eine Plattform für die Europa-Expansion werden soll.

Das kanadische Handelsunternehmen hat zudem angekündigt, in den kommenden Jahren stark in Kaufhof investieren zu wollen. Eine Milliarde Euro sollen in den nächsten fünf bis sieben Jahren unter anderem in das Online-Geschäft und die Modernisierung der Filialen fließen. HBC hatte angekündigt, bei Kaufhof die Sortimente Beauty, Schuhe und Handtaschen sowie den Service ausbauen zu wollen.

Umsatz-Sprung für HBC

Dank des Kaufhof-Deals konnte die Hudson's Bay Company seine Zahlen im vergangenen Jahr deutlich steigern. Der Umsatz bei Einzelhandel habe sich im abgelaufenen Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft um mehr als 70 Prozent auf 4,49 Milliarden kanadische Dollar (gut drei Milliarden Euro) erhöht, wie das Unternehmen in der Nacht zu Dienstag mitteilte.

Das ist die Hudson's Bay Company

  • Die Geschichte

    Die Hudson´s Bay Company ist Kanadas größtes Kaufhaus und gilt als ältestes Unternehmen Nordamerikas. Die Geschichte von HBC begann 1670, als Charles II von England der Company Eigentum über Land und Bodenschätze in Kanada übertrug. Der damals vollständige Name der Unternehmung: „The Governor and Company of Adventurers of England trading into Hudson´s Bay“.

    Rund 200 Jahre kontrollierte HBC vor allem den lukrativen Handel mit Pelzen, dann kaufte Kanada der Gesellschaft die Rechte wieder ab. HBC änderte daraufhin die Ausrichtung, stieg in den Großhandel ein und versorgte Siedler. Auch in der Schifffahrt und im Handel mit Öl und Gas war HBC tätig, bevor sich die Gesellschaft in den 1990er Jahren wieder auf den klassischen Einzelhandel konzentrierte.

    Die Hudson’s Bay Company fokussierte sich stets auf Aktivitäten in Kanada und Nordamerika - bis 1970 war ihr Sitz aber London.

  • Der Chef

    Die Historie der HBC ist derart eng mit der Kanadas verknüpft, dass seine Chefs bis heute Gouverneure heißen. Heute hat diesen Posten der US-Amerikaner Richard Baker inne, der das Unternehmen 2008 erwarb. Baker gilt als strategischer und ehrgeiziger Konzernlenker  

  • Die Expansion

    Schon vor der HBC-Übernahme hatte Baker 2006 amerikanisch Traditionskaufhauskette Lord & Taylor für knapp eine Milliarde Euro gekauft und das Geschäft durch Beleihung der Immobilien finanziert. Auch den vollständigen Kauf der Hudson’s Bay Company im Jahr 2008  finanzierte Baker hauptsächlich durch Schulden. Für rund 2,2 Milliarden Euro kaufte HBC 2013 schließlich die amerikanische Nobelkette  Saks Fifth Avenue  und deren Ableger OFF 5th. Erneut die entscheidende Geldquelle: beliehene Immobilien. 2015 machte der Konzern klar, in Zukunft auch außerhalb des nordamerikanischen Marktes wachsen zu wollen - durch Zukäufe wie Kaufhof. Neuestes Projekt ist die Einführung der Discount-Luxuskette Saks Off 5th in Deutschland.

  • Die Unternehmen

    Neben der namensgebenden Hudson’s Bay Company gehören zum HBC-Imperium eine ganze Reihe von Handelsunternehmen in Nordamerika. In Kanada ist es die Einrichtungshauskette Home Outfitters. In den USA hat HBC das Luxuskaufhaus Lord & Taylor, die Edelkaufhauskette Saks Fifth Avenue und deren Discount-Designer-Ableger Saks Fifth Avenue OFF 5th übernommen.

  • Die Immobilien

    Als starkes Rückgrat der Hudson’s Bay Company gelten die Warenhausimmobilien im  Besitz des Konzerns. Ihr Wert wird auf etwa 9,6 Milliarden kanadische Dollar geschätzt, rund 6,7 Milliarden Euro. Allein der Saks Fifth Avenue Flagship Store in New York soll mehr als drei Milliarden Euro wert sein.

  • Die Umsätze

    Mit Saks Fifth Avenue, der Kernmarke Hudson's Bay, der Modekette Lord & Taylor und dem Haushaltswarenhändler Home Outfitters machte HBC zuletzt einen Umsatz von gut neun Milliarden Euro und rund 420 Millionen Euro Gewinn.

  • Saks Fifth Avenue und Saks Off 5th

    Der erste Laden der amerikanischen Luxux-Kaufhauskette wurde 1924 von Horace Saks zusammen mit einer Geschäftspartner auf der New Yorker 5th Avenue eröffnet. 1992 gründete das Unternehmen sein erstes Outletgeschäft in Pennsylvania. Als 1995 weitere Läden eröffnet werden sollten, wurde das Geschäft in Saks Off 5th umbenannt. 2013 übernahm HBC das Unternehmen. Im Jahr 2016 gab es weltweit 41 Fililalen von Saks Fifth Avenue und 117 von Saks Off 5th.

Der Nettogewinn kletterte auf 370 (Vorjahreszeitraum: 115) Millionen kanadische Dollar. Analysten hatten dem Warenhaus-Konzern aber noch mehr zugetraut. Höhere Kosten verhinderten einen noch stärkeren Gewinnanstieg.
2016 wollen die Nordamerikaner dann weiter zulegen. Der Umsatz soll zwischen 14,9 bis 15,9 Milliarden kanadische Dollar liegen, das entspricht bis zu 10,7 Milliarden Euro – nach 11,2 Milliarden kanadische Dollar im Vorjahr. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) wird bei 800 bis 950 Millionen kanadische Dollar erwartet, im Vorjahr waren es 781 Millionen.

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