Possehl: Uraltes Netzwerk soll Manroland helfen

Possehl: Uraltes Netzwerk soll Manroland helfen

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Der Mischkonzern Possehl will Teile des bankrotten Druckmaschinenbauers Manroland übernehmen.

von Andreas Wildhagen

Der Mischkonzern, der Teile des bankrotten Druckmaschinenbauers Manroland übernehmen will, bewies bisher viel Geschick mit Unternehmen aus fremden Branchen.

Der Name Possehl wirkt auf alteingesessener Lübecker wie ein Heilpflaster. Einschlägige Dankesreden sind in der alten Hansestadt so häufig wie Seemöwen über der Trave: auf die Firma, ihren 1915 kinderlos verblichenen Gründersohn, Emil Possehl, auf dessen gleichnamige Stiftung, die alte Kirchen und Häuser saniert oder Lübecker Schulen mit Heizungen ausstattet.

Vor allem aber hält der Nachlass-Verwalter des einstigen Senators 100 Prozent des Lübecker Mischkonzerns Possehl, der 1,7 Milliarden Euro im Jahr umsetzt, 2010 rund 60 Millionen Gewinn machte und mehr als 7000 Beschäftigten in Lohn und Brot hält. Dieses Unternehmen schickt sich nun an, die Herzstücke des bankrotten Augsburger Druckmaschinenbauers Manroland zu übernehmen. Possehl-Chef Uwe Lüders will Herzstücke des einstigen Glanzexemplars deutscher Ingenieurskunst von dessen Insolvenzverwalter übernehmen. Er traut sich zu, den Kernstandort Augsburg mit seiner Fertigung von Rollenoffsetmaschinen für den Zeitungs- und Zeitschriftendruck zu sanieren.

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Possehl, wer ist das?, fragten sich viele Mitarbeiter von Manroland, als Mitte der Woche die Nachricht von dem neuen Eigentümer die Runde machte. Noch vor Wochen gab niemand einen Pfifferling auf das Unternehmen, der erste ganz große Opfer des Internets aus der Old Economy.

Erfolgreich seit 1847

Die „Possehlianer“ (Lübecker Insiderjargon) in der Lübecker Beckergrube, dem Stammsitz, sehen Manroland gar nicht so skeptisch. Wie viel ihnen der Einstieg bei Manroland wert ist, will Firmenchef Lüders Ende Januar will Possehl in einem detaillierten Angebot auf den Tisch legen. Sich Zeit lassen, aber couragiert entscheiden, scheint zum Prinzip zu gehören bei dem Unternehmen, das „seit 16 Jahrzehnten“ (Geschäftsbericht) höchst erfolgreich unterschiedlichste Geschäfte betreibt. Possehl wurde 1847 als Kohle- und Stahlhandel von Ludwig Possehl gegründet. Als dessen Sohn, der Senator Emil Possehl starb, konstruierte er die Stiftung, die heute noch dafür sorgt, dass sich die Firma nicht im Familienzwist verheddert.

Gleichwohl ist Possehl keine museale Reliquie, sondern Entscheidungszentrale eines kaum bekannten, aber erfolgreichen, expandierenden Konzerns. 2010 bestand das Konglomerat noch aus 140 Gesellschaften. Dank mutiger Zukäufe, blendender Geschäfte und atemberaubender Zukäufe im Jahr 2011 soll es von 1,7 Milliarden Euro Umsatz wahrscheinlich auf einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro kommen. So etwas nennt man Wachstum.

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