Mark Zuckerberg: Gemeinnutz mit Hintertürchen

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Mark Zuckerberg: Die dunkle Seite des Milliardärs

Gemeinnutz mit Hintertürchen

Dabei hatte sich Zuckerberg von Microsoft-Gründer Bill Gates den Tipp geben lassen, sich konsequent um ein gutes Image zu bemühen – schon aus geschäftlichem Interesse. Gates selbst hätte sich einst mehr Sympathie von seinen Kunden gewünscht, als die US-Regierung seinen Konzern Ende der Neunzigerjahre als Monopolisten verurteilte und Gates in dem Verfahren als verstockten und weltfremden Milliardär vorführte. Das würde heute nicht mehr passieren. Gates wird längst als einer der größten Wohltäter der Gegenwart gesehen, der für das Ausrotten von Seuchen und Krankheiten kämpft. Er und seine Frau Melinda sind Mentoren von Zuckerberg und Chan. Sie überzeugten das junge Paar, 99 Prozent ihres Vermögens für gemeinnützige Zwecke bereitzustellen. Allerdings ließ sich Zuckerberg ein Hintertürchen offen: Die dafür vorgesehenen Facebook-Aktien sind nicht in einer Stiftung, sondern in einer Firma gelandet, die das Paar verwaltet. Damit der Chef und Gründer noch lange die Kontrolle über Facebook behält, hat das Unternehmen den Einfluss anderer Aktionäre durch die Ausgabe zusätzlicher stimmrechtsloser Aktien gemindert. Einige Anteilseigner legten Widerspruch ein. Und fanden heraus, dass Zuckerberg sich parallel das Recht zusichern ließ, bis zu zwei Jahren für ein politisches Amt auszuscheiden, ohne die Kontrolle zu verlieren. Zuckerberg bestreitet die Ambitionen.

Öffentliche Person: Zuckerberg tourt derzeit durch die USA, um die Sorgen der Alltagsamerikaner zu verstehen (Zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Facebook

Öffentliche Person: Zuckerberg tourt derzeit durch die USA, um die Sorgen der Alltagsamerikaner zu verstehen (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Facebook

An Zuckerbergs hawaiianischem Domizil haben sich zwei Anwohner bereit erklärt, eine Führung entlang des Anwesens zu geben. Es geht einen staubigen Weg entlang zu einem kleinen Parkplatz. Hier beginnt der Pfad zu Larsens Beach, neben der Mauer und der Klagewelle die dritte Dimension des Zuckerberg-Konflikts – dem freien Zugang zum Strand. Der muss nach US-Gesetzen der Öffentlichkeit gewährt werden. Wo der sogenannte historische Alaloa-Pfad genau entlangführt und wie breit er sein muss, darüber herrscht seit Jahrzehnten Streit zwischen Einwohnern und Landeigentümern. Doch seit Zuckerberg seine Verbotsschilder direkt vor dem Pfad hat aufstellen lassen und so den Zugang zum Strand erschwert, ist er neu aufgeflammt.

Unten am Strand hat Richard Spacer Quartier bezogen. Er ist splitterfasernackt, denn hier tummeln sich die Nudisten. Spacer ist einer ihrer Fürsprecher, außerdem kämpft er für den freien Zugang zu Stränden. Er hat die zerknitterte Kopie eines Gerichtsurteils von 2008 mitgebracht. Es erging gegen die Investmentgesellschaft Falko Partners des ehemaligen Silicon-Valley-Hedgefonds-Tycoons Larry Bowman. Die wurde verurteilt, den Kuleana-Eigentümern Zugang zum Land zu gewähren und den alten Küstenweg wiederherzustellen. Der Entwickler gab daraufhin auf und verkaufte 2013 an Zuckerberg. Spacer kramt sein Smartphone hervor und öffnet die Kopie einer über 150 Jahre alten Karte. Dort ist der historische Alaloa-Weg verzeichnet. Er führt direkt dort entlang, wo der Facebook-Milliardär angeblich seine Villa errichten lassen will – die Privatsphäre wäre damit dahin.

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Bisher hat Zuckerberg erst zwei provisorische Holzhütten errichtet, noch also wären Kompromisse machbar. Nudistensprecher Spacer schlägt vor, Zuckerberg solle Land auf seinem Grundstück so tauschen, dass die Kuleana-Eigentümer Zugang zu ihren Parzellen haben. Dann solle er den Alaloa-Weg wiederherstellen und sein Haus entweder weiter vom Strand entfernt aufstellen oder mit Sichtbarrieren schützen. Die direkten Nachbarn wären wohl schon mit einer kleinen Geste besänftigt. Auf CNN hat die Anwohnerin, die sich mittlerweile unbehaglich fühlt, den Beitrag über Zuckerbergs Besuch bei der amerikanischen Farmerfamilie in Wisconsin gesehen und Zuckerbergs Vorhaben, alle US-Bundesstaaten zu bereisen, um mit normalen Menschen zu sprechen. „Warum“, sagt sie, „tut er das nicht mit seinen direkten Nachbarn?“

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