Riedls Dax-Radar: Es wird jetzt ganz knapp für den Dax

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Ein Händler telefoniert, im Hintergrund ist die Anzeige des Dax zu sehen.

Kolumne von Anton Riedl

Saudi Arabien wirbelt den Ölmarkt durch, China sorgt für Turbulenzen: Im Dax geht es jetzt darum, ob der große Aufwärtstrend noch hält – oder der Markt in eine Baisse abkippt. Eine Kolumne.

Die Risiken für die Aktienmärkte haben sich deutlich erhöht: Der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi Arabien und die politischen Spannungen in dem Königreich selbst sind ein hoher Unsicherheitsfaktor für den Ölmarkt. Einerseits sprechen große Lagerbestände, eine Rekordproduktion sowie konjunkturbedingte Nachfragerisiken zwar noch für schwächere Preise. Andererseits könnte darin auch der Keim für einen plötzlichen Anstieg stecken.

Diese Unsicherheit macht es großen Verbrauchern schwer, sich gezielt gegen Schwankungen abzusichern. Extrem billiges Öl ist nicht gut für die Börsenentwicklung, und – wenn auch derzeit nur gefühlt – teures natürlich auch nicht. 

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Ausgangspunkt für die jüngste Kursschwäche im Dax ist die Entwicklung in China. Die chinesische Wirtschaft verliert an Dynamik, die chinesischen Währungsreserven schmelzen dahin, die chinesische Börse (deren Bedeutung in den vergangenen Jahren gewachsen ist) hat mit ihren extremen Ausschlägen mächtige Rückwirkungen auf den Dax.

Der Yuan verliert an Wert – allerdings weniger gegenüber dem Euro als gegenüber dem Dollar. Mit knapp 14 Eurocent notiert der Yuan immer noch etwa auf dem durchschnittlichen Niveau von 2015 und deutlich über den 12 bis 13 Cent, um die er in den Jahren davor schwankte. Währungsprobleme entstehen auf diesem Niveau für deutsche Unternehmen kaum.

Ein weiteres Risiko bilden die beiden anderen großen Schwellenländer, Russland und Brasilien. Sie leiden schwer unter der weltweiten Rohstoffbaisse – und bei 35 Dollar je Barrel Brent gibt es noch keine Anzeichen einer Erholung für die weltweit wichtigste Rohstoff-Preiskurve.

Vor allem könnten sich damit die wirtschaftlichen Probleme in Saudi Arabien und Russland weiter verschärfen. Der geplante Börsengang von Aramco mutet in diesem Zusammenhang wie eine Verzweiflungstat an, denn weltweit sind die Aktien von Ölgesellschaften tief gesunken. Wer in einem solchen Umfeld an die Börse geht, hat offensichtlich dringenden Finanzbedarf.

Als ob das nicht reicht, geht auch in Europa die Krise in die nächste Phase: Zu den Schwierigkeiten um Banken, Währung und Konjunktur stellt sich durch die Entwicklung in Südost- und Osteuropa (etwa in Ungarn und Polen) immer mehr die Frage nach dem Bestand der EU. Diese Entwicklung ist ein Nachteil sowohl für die traditionell starken europäischen Exportunternehmen als auch für den Euro. Und wenn man die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren als Gewinner des europäischen Einigungsprozesses und des Euro betrachtet, wäre der Niedergang der EU für Deutschland sicherlich kein Vorteil. 

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