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Ferienimmobilien: Spaniens Küste im Ausverkauf

von Stefanie Claudia Müller und Niklas Hoyer

Die Preise in Spanien fallen weiter, auch der Deutschen Lieblingsinsel Mallorca wird vom Abwärtstrend erfasst. In einigen Küstenregionen sind die Preise so massiv gefallen, dass Anleger aufhorchen.

Urlauber liegen auf Mallorca Quelle: dapd
Urlauber liegen auf Mallorca bei strahlendem Sonnenschein am Strand von Platja (Playa) de Palma. Die Immobilienpreise in Spanien fallen weiter Foto: Joerg Koch/dapd Quelle: dapd

Ein sommerlicher Abend in Düsseldorf. Das spanische Immobilienunternehmen Villa Noble hat Verkäufer zu einem Infoabend geladen. Ein Dutzend Männer – die meisten Makler-Typen im Anzug mit gegelten Haaren, aber auch einer in abgerissenen Jeans – sind ins Meilenwerk gekommen, ein Eisenbahndepot aus den Dreißigerjahren, heute Ausstellungshalle für Oldtimer.

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Hoch über Mercedes-Kompressoren, Ferraris und Bentleys, in einem verglasten Konferenzraum wirft Johannes Schumacher Schreckensszenarien an die Wand. Der Euro: tot. Inflation: droht. Währungsreform: kommt. So richtig hätten die meisten das noch nicht verstanden, sagt Schumacher: „Wenn Sie mit 200 Stundenkilometern gegen eine Betonwand fahren, fühlt sich das bis zum Aufprall ja auch gut an.“

Geschäft mit der Krise

Der sonnengebräunte Schumacher, seine versilberte Visitenkarte weist ihn als Managing Director aus, hat die Lösung für alle Krisenverängstigten: Ferienwohnungen in Spanien. Deren Einkaufspreise lägen teilweise 50 Prozent unter Wert. Bis 2025 könnte sich der Wert einer kreditfinanzierten spanischen Immobilie bei Inflation oder Währungsreform locker verachtfachen. Wie Schumacher das errechnet hat, bleibt sein Geheimnis. In Marbella („Jetset-Metropole mit andalusischer Tradition“) hat er zum Beispiel ein Drei-Zimmer-Golf-Apartment mit 105 Quadratmetern für 215.000 Euro im Angebot.

Spanien ächzt unter der größten Immobilienkrise seiner Geschichte, es gibt kaum Käufer. Deshalb touren nicht nur windige Makler durch Deutschland. Selbst Spaniens Staatsministerin für Wohnungsbau Beatriz Corredor trommelte unlängst auf einer Roadshow für ihren heimischen Ferienimmobilienmarkt. Das Interesse aber hielt sich sehr in Grenzen, zu einer Werbeveranstaltung in Frankfurt etwa kamen nur acht Interessenten.

"Alles für die Hälfte"

Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren ihre Spanien-Begeisterung gedrosselt. 2010 haben sie nur noch 1434 Immobilien gekauft, 17 Prozent weniger als noch 2007. Unter den ausländischen Käufern nehmen Deutsche jetzt nur noch den dritten Platz ein – nach Briten und Franzosen. Insgesamt hat sich der Anteil der ausländischen Käufer in Spanien seit 2007 auf 4,5 Prozent halbiert.

Niemand kauft gern in einen Abwärtstrend hinein – und deshalb mieden die Deutschen viele spanische Küstenorte ‧zunehmend. Nur ihre spanische Lieblingsinsel Mallorca blieb bis dato weitgehend vom Preis-Zusammenbruch verschont. Doch jetzt hat der Abwärtstrend, der in Spanien ungebremst weitergeht, auch Mallorcas Immobilienmarkt erfasst – angetrieben durch die angespannte wirtschaftliche Situation vieler wichtiger Spieler auf der Insel.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.09.2011, 18:17 UhrAnonymer Benutzer: c-nes

    @bauagent, @Steigenberger, vielen Dank für die Kommentare. Damit wird der WiWO ihr Defizit aufgewiesen. Die Damen und Herren Stefanie Claudia Müller und Niklas Hoyerentweder haben weder sorgfältig recherchiert noch genug volkswirtschaftliche Kenntnisse, um die Situation korrekt zu analysieren, denn die eigentlichen Probleme in Spanien blieben ihnen verborgen. Früher hieß die Zeitung mal "Der Volkswirt". Diese bezeichnung hätte sie heute zurecht nicht mehr verdient.

  • 10.09.2011, 16:23 UhrAnonymer Benutzer: Bronki

    Und das ist nur der beginn , was heute noch keiner glauben kann ,genauso wie die erste Welle 2008,war nur das Vorrausbeben von dem Untergang des €uro!Und Europa muß sich wieder neu ordnen.Europa braucht diese Leute die immer gewarnt haben ,das es in einer Katastrophe enden wird !Die Murksel und Schräublino sollten es endlich schnallen!!!

  • 10.09.2011, 13:56 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    @bauagent

    Ja die spanischen banken haben für ca. 800 Milliarden Eu. Hypothekenkredite herausgereicht.
    Ein Kartell von Grossbanken + Sparkassen versucht krampfhaft die
    Preise hochzuhalten um realistische Abschreibungen auf den tat-
    sächlichen Marktwert zu verhindern.
    Dadurch wird natürlich der Umschlag der immobilien erschwert u. die ganze spanische Wirtschaft in ein bleiernes Korsett des Stillstandes gepresst.
    Haupthelfer der banken gegen die fällige "Marktbereinigung" ist die
    EZb, die monatlich spanische Hypotheken in Höhe von ca. 10 Milliarden Eu übernimmt - die Frage bleibt offen mit welchen Abschlägen ( da den meisten Hypotheken Vollfinanzierungen zu 115% zugrunde lagen müsste der Abschlag realistischer Weise bei
    ca. 60% liegen, ob die EZb sich das getraut hat ? - sie gibt ja keinen
    Einblick in ihre "Ankaufbücher" ! )

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