Zukunftsländer: Der Wohlstand des Westens ist angezählt

ThemaKonjunktur

Zukunftsländer: Der Wohlstand des Westens ist angezählt

von Niklas Dummer

Erst bedrohten die BRIC-Staaten den westlichen Wohlstand – mittlerweile schwächeln sie. Doch schon stehen weitere Herausforderer in den Startlöchern. Ist der westliche Wohlstand gefährdet?

Die Sowjetunion hat Amerika aus wirtschaftlicher Sicht endgültig abgehängt; der Kapitalismus ist zusammengebrochen. So hätte es zumindest 1980 kommen müssen, wenn Paul Samuelson mit seiner Vorhersage richtig gelegen hätte. In den Sechzigern verklärte der erste amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger die Sowjetunion als ein erfolgreiches Experiment und unkte, sie würde Amerika abhängen. Die Geschichte belehrte Samuelson eines Besseren.

Es gibt immer wieder solche Prognosen: China, Indien, Brasilien, Russland – die BRIC-Staaten galten lange als Herausforderer des westlichen Wohlstands. Mittlerweile ist es fraglich, ob sie ihrer Rolle gerecht werden.

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Wissenswertes über Indonesien

  • Einwohner

    In Indonesien leben 251,5 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungszahl nimmt jährlich um 0,9 Prozent zu. Rund 85 Prozent der Bevölkerung sind unter 54.

  • BIP

    Das nominale BIP beträgt 863,2 Milliarden US-Dollar. Bis 2015 soll es auf 941,7 Milliarden US-Dollar ansteigen. Zum Vergleich: Das deutsche BIP betrug 2013 3,51 Billionen US-Dollar. Ein Drittel des BIP generiert Indonesien über den Bergbau und die Industrie. Land-, Forst- und Fischwirtschaft tragen rund 15 Prozent zur Entstehung bei.

  • Wirtschaftswachstum

    Von 2004 bis 2013 wuchs Indonesiens Wirtschaft um durchschnittlich 5,8 Prozent. Die Finanzkrise konnte das Wachstum des Landes nur geringfügig schmälern: Statt der üblichen rund sechs Prozent Wachstum, wuchs die Wirtschaft 2009 nur um 4,6 Prozent. Schon im Folgejahr erreichte Indonesien wieder Wachstumswerte jenseits der sechs Prozent.

  • Staatsverschuldung

    2012 betrug die Staatsverschuldung 26 Prozent des BIP.

  • Inflationsrate

    2014 beträgt die Teuerung 7,5 Prozent, 2015 soll sie auf 5,8 Prozent fallen.

  • Arbeitslosenquote

    2014 waren 5,8 Prozent der Indonesier ohne Arbeit. 2015 soll die Zahl auf 5,5 Prozent fallen.

Russland leidet unter dem Ressourcenfluch und hat es nicht geschafft, andere Wirtschaftszweige neben der Rohstoffindustrie aufzubauen. Brasilien versteckt sich hinter protektionistischen Maßnahmen. Auch das Wachstum in Indien und China nimmt ab.

Mexiko, Indonesien, Nigeria und die Türkei, die sogenannten MINT-Länder, könnten die nächsten sein, die die Position des Westens bedrohen. All diese Staaten haben großes Wachstumspotenzial. Die Frage ist: Wie wahrscheinlich spielen sie dieses aus? Und: Wovon hängt das ab? Werden die Schwellenländer entwickelten Wirtschaften wie Deutschland und Amerika ökonomisch künftig den Rang ablaufen?

Wissenswertes über Nigeria

  • Einwohner

    In Nigeria leben 173,9 Millionen Menschen. Die Bevölkerungszahl legt jährlich um 2,5 Prozent zu. Eine nigerianische Frau gebärt im Durchschnitt sechs Kinder.

  • BIP

    316 Milliarden US-Dollar betrug das nominale BIP im Jahr 2014. Auf 338,7 Milliarden soll es 2015 ansteigen. Zum Vergleich: Das deutsche BIP betrug 2013 3,51 Billionen US-Dollar. Gut 40 Prozent des BIP erwirtschaftet Nigeria über Bergbau und Industrie; ein Drittel über Land-, Forst- und Fischwirtschaft.

  • Wirtschaftswachstum

    Die nigerianische Wirtschaft legte in den vergangenen zehn Jahren (2004 bis 2013) durchschnittlich um sieben Prozent zu. Während die meisten Volkswirtschaften dieser Welt unter der Finanzkrise litten, wuchs die nigerianische Wirtschaft um sieben Prozent, im Folgejahr sogar um acht.

  • Staatsverschuldung

    Die Staatsverschuldung beträgt 2014 20 Prozent des BIP.

  • Inflationsrate

    2014 lag die Inflationsrate bei 7,3 Prozent. Bis 2015 soll sie auf 7,0 Prozent zurückgehen.

  • Arbeitslosenquote

    Die Arbeitslosenquote betrug 2009 19,7 Prozent. Bis 2011 stieg sie auf 23,9 Prozent an.

Samuelsons Vorhersage aus den Sechzigern zeigt: Selbst den größten Ökonomen fällt es schwer, die Zukunft von Volkswirtschaften vorherzusagen. „Das hat zwei Gründe“, sagt Thorsten Makowski, Chef der Unternehmensberatung Valueneer und Lehrbeauftragter an der Mannheimer Business School: „Die Entwicklung unserer Welt ist erstens nicht stetig und zweitens nicht linear.“

Faktoren, die das Wachstum bestimmen

Vorhersagen über das künftige Wachstum orientierten sich an Modellierungen, die die Realität nicht eins-zu-eins wiederspiegeln, sich ihr aber annähern. In diesen Annäherungen entscheiden zwei Aspekte über das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft.

Zuerst wäre da die Bevölkerungsgröße. Ihretwegen dürften die Wirtschaften Europas und Japans künftig weniger wachsen und die indische und die nigerianische stärker zulegen. In Afrika und Südostasien warten viele weitere Länder mit hohen Fertilitätsraten auf. Macht sie das alleine zu den Wachstumsmotoren der Zukunft?

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