Billigflieger: Diese Chancen haben die Geizgiganten im Luftkampf

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Billigflieger: Diese Chancen haben die Geizgiganten im Luftkampf

von Rüdiger Kiani-Kreß

Terrorangst, zu viele Jets am Himmel und Staatshilfen für angeschlagene Airlines: In diesem Frühjahr setzt der Wettbewerb an Europas Himmel selbst Marktführer wie Easyjet gewaltig unter Druck. Wer von den größten Billigfliegern dem Druck am besten gewachsen ist.

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Billigflieger: Luftkampf der Geizgiganten.

Sagte der Chef einer Fluglinie, dass er sich über einen schärferen Wettbewerb freut, war er bisher entweder ein Heuchler – oder Ryanair-Chef Michael O‘Leary. „Wer wie Michael die niedrigsten Kosten und das dickste Konto Geld hat, findet das Hauen und Stechen vielleicht gut“, so ein führender Airline-Manager. „Wer wie fast der ganze Rest kaum Geld verdient, mag das garantiert nicht.“

In diesem Frühjahr dürfte nun selbst der Ryanairchef die wachsende Konkurrenz nicht mehr so recht mögen. „Die vergangenen Monate waren die bisher schlimmste Zeit für alle Airlines“, sagt Easyjet-Chefin Carolyn McCall im Hinblick auf die Verbindung aus Terrorangst und Streiks. „Diese Kombination ist neu und macht das Geschäft fast unberechenbar“. so McCall.

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Nun gehören harte Zeiten und auch Pleiten im Fluggeschäft zum Alltag. Seit der Billigflugboom nach der Jahrtausendwende richtig losging, gab es in Europa laut Schätzungen bereits weit über 200 Pleiten. Doch weil am Ende der Konsolidierungswelle gut ein halbes Dutzend mehr oder weniger solider Airlines mit deutlichen Stärken übrig blieb – wie der in Osteuropa starken Wizz Air aus Ungarn – hätte sich die Branche eigentlich beruhigen können.

Die wichtigsten Billigflieger in Deutschland

  • Platz 10

    Air Baltic

    Starts pro Woche: 61

    Sitze: 5990

    Strecken: 10

    Quelle: DLR: Low Cost Monitor 2/2017

  • Platz 9

    Transavia

    Starts pro Woche: 64

    Sitze: 9616

    Strecken: 19

  • Platz 8

    Vueling

    Starts pro Woche: 67

    Sitze: 12.160

    Strecken: 11

  • Platz 7

    Aer Lingus

    Starts pro Woche: 71

    Sitze: 12.354

    Strecken: 8

  • Platz 6

    Norwegian Air Shuttle

    Starts pro Woche: 106

    Sitze: 19.929

    Strecken: 33

  • Platz 5

    flybe

    Starts pro Woche: 130

    Sitze: 10.800

    Strecken: 16

  • Platz 4

    Wizz

    Starts pro Woche: 208

    Sitze: 38.590

    Strecken: 73

  • Platz 3

    Easyjet

    Starts pro Woche: 531

    Sitze: 86.868

    Strecken: 90

  • Platz 2

    Ryanair

    Starts pro Woche: 1058

    Sitze: 199.962

    Strecken: 243

  • Platz 1

    Euro-/Germanwings

    Starts pro Woche: 2595

    Sitze: 390.692

    Strecken: 516

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. „Unsere Krisenhandbücher helfen uns jetzt wenig“, so McCall.

Dafür sorgt eine fast einmalige Lage. Der offensichtlichste Grund ist die Angst vor dem Terror. Mit der Angriffsserie von Paris, der Flugzeugbombe im ägyptischen Sharm el-Sheikh und den Anschlägen von Brüssel gab es gleich drei direkte Attacken auf Touristen innerhalb eines Vierteljahres.

Der Dreifachschlag hat zwar bislang die Zahl der Reisenden noch nicht gedrückt, denn das Gros der Urlaubsreisenden will ihre im Sommer oder Herbst gebuchten Flüge nicht verfallen lassen. Doch die Vorausbuchungen sind deutlich zurückgegangen und werden von den Airlines durch mehr Sonderangebote angetrieben. So wirbt derzeit selbst die sonst so krisenresistente Emirates aus Dubai damit, dass sie ihren Kunden auf vielen Strecken eine Gratisübernachtung in Dubai schenkt.

Die Nebeneinkünfte der Airlines abseits des Ticketverkaufs

  • Platz 10

    Alaska Air Group
    Jahresergebnis 2014: 921 Millionen US-Dollar
    Vorjahr: -

    Quelle: „Yearbook of Ancillary Revenue 2015” der IdeaWorksCompany

  • Platz 9

    Qantas Airways
    Jahresergebnis 2014: 1,4 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 09, 1,3 Milliarden US-Dollar

  • Platz 8

    easyJet
    Jahresergebnis 2014: 1,5 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 07, 1,4 Milliarden US-Dollar

  • Platz 7

    Lufthansa
    Jahresergebnis 2014: 1,6 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 08, 1,3 Milliarden US-Dollar

  • Platz 6

    Southwest
    Jahresergebnis 2014: 1,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 06, 1,6 Milliarden US-Dollar

  • Platz 5

    Ryanair
    Jahresergebnis 2014: 1,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 05, 1,7 Milliarden US-Dollar

  • Platz 4

    Air France/KLM
    Jahresergebnis 2014: 2 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 04: 1,7 Milliarden US-Dollar

  • Platz 3

    Delta
    Jahresergebnis 2014: 3,2 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 02, 2,5 Milliarden US-Dollar

  • Platz 2

    AirwaysAmerican/US Airways
    Jahresergebnis 2014 (Vorjahr): 4,7 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 03, 2 Milliarden US-Dollar (American)/ Platz 10, 1,1 Milliarden US-Dollar (US Airways)

  • Platz 1

    United
    Jahresergebnis 2014: 5,9 Milliarden US-Dollar
    Vorjahr: Platz 01, 5,7 Milliarden US-Dollar

Das bedeutet nicht nur weniger Geld aus den Vorauszahlungen der Kunden. Weil die Flugpreise steigen, je voller der Flieger wird, fehlen am Ende vor allem die teureren Tickets, die den Airlines das meiste Geld bescheren. Somit bringt jeder Flug weniger Umsatz als geplant.

Doch die Probleme gehen tiefer. Denn gerade im Europaverkehr standen schon vorher die Zeichen auf Sturm.

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