Aldi Nord und Aldi Süd: Simplify your Einkauf

Aldi Nord und Aldi Süd: Simplify your Einkauf

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Aldi wirbt erstmals in TV, Radio und Kino.

von Henryk Hielscher und Niklas Dummer

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung starten Aldi Nord und Süd eine großangelegte gemeinsame Werbekampagne. Am Sonntag werden die ersten Spots ausgestrahlt. Die Botschaft ist simpel.

Das Setting steht für Dekadenz: Ein Festgelage auf dem Olymp, dem Berg der Götter. Der jugendliche Göttervater Zeus hat hier allerlei griechisch angehauchte Gestalten um sich versammelt und feiert eine wilde Party bis ein Mann im Anzug - Typ: Buchhalter - auftaucht und das Fest abrupt beendet: „Diese Partys kosten zu viel!“ Zeus ist schockiert.

Selbst auf der Erde würde doch so luxuriös gefeiert. Da unten hätten sie auch Aldi, sagt darauf der Buchhalter. Schnitt. In der nächsten Szene marschiert Zeus durch einen Aldi-Markt und schleppt danach zwei prall gefüllte Tüten hinauf in den Olymp. Die Party kann weiter gehen.

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So sieht der erste Werbespot aus, den Aldi ab dem 20. Oktober in deutschen Kinos präsentieren wird - je nach Kinostandort mit dem Logo von Aldi Nord oder Aldi Süd auf Zeus' Aldi Tüten. Der Film ist Teil einer großangelegten Werbeoffensive.

Chronologie: Der Aufstieg von Aldi

  • 1913

    Der Bäcker Karl Albrecht startet am 10. April 1913 den Verkauf von Backwaren im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck.

    Quelle: dpa

  • 1914

    Karl Albrecht und seine Frau Anna eröffnen im Essener Stadtteil Schonnebeck ein „Kaufhaus für Lebensmittel“.

  • 1945

    Nachdem Eltern das Geschäft um weitere Filialen erweitert haben, übernehmen die Söhne Karl und Theo Albrecht 1945 den Betrieb.

  • 1954

    Die Brüder entwickeln das Geschäftsmodell weiter. Das Stammgeschäft in Essen-Schonnebeck wird zum Selbstbedienungsladen. Die Kette wächst zudem weiter. 1960 hat das Unternehmen mehr als 300 Filialen.

  • 1960

    Das Unternehmen hat mehr als 300 Filialen.

  • 1961

    Die Brüder teilen das Filialnetz auf. Karl konzentriert sich auf den südlichen Teil (Aldi Süd) und Theo auf den nördlichen, Aldi Nord. Sie arbeiten aber weiter eng zusammen.

  • 1962

    Die erste Aldi-Filiale im Discount-Prinzip wird eröffnet.

  • 1967

    1967 folgt der erste Schritt ins Ausland. Aldi Süd übernimmt das österreichische Handelsunternehmen Hofer. 1976 startet Aldi Süd in den USA. Wenige Jahre später steigt auch Aldi Nord mit der Übernahme von Trader Joe's in den US-Markt ein.

  • 1980er Jahre

    Einführung der Aktionstage. Aldi Süd führt Kühltheken für den Verkauf von Frischprodukten ein.

  • 1998

    Aldi Süd nimmt u.a. Tiefkühlprodukte ins Sortiment auf.

  • 2009

    Aldi Süd beginnt mit der Aufstellung von Backstationen.

  • 2010

    Aldi-Mitbegründer Theo Albrecht (Aldi Nord) stirbt im Alter von 88 Jahren.

  • 2011

    Aldi Nord führt ein neues Laden-Konzept mit Backstationen ein. Beginn der europaweiten Modernisierung des Filialnetzes.

  • 2014

    Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht stirbt mit 94 Jahren.

  • So mächtig ist Aldi heute

    Mit ihrem Discount-Prinzip haben die Gebrüder Albrecht den Lebensmittehandel revolutioniert und ihre Unternehmen einen enormen Erfolg beschert. Das Forschungsinstitut EHI schätzt den Nettoumsatz von Aldi Süd im Jahr 2013 auf 13, 8 Milliarden Euro, den von Aldi Nord auf 10 Milliarden. Aldi Süd verfügt allein in Deutschland über rund 1830 Filialen, Aldi Nord über mehr als 2400. Weltweit kommen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen auf insgesamt über 10.000 Filialen und rund 66,8 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Erstmals seit der Gründung startet der Doppelkonzern eine gemeinsame Kampagne, die das Image der Marke Aldi auf allen Kanälen in den Vordergrund rücken soll. Bereits ab Sonntag sollen die ersten TV-Spots zur besten Sendezeit über die Bildschirme flimmern.

Darin dreht sich alles um die Einfachheit und den komplexen Alltag. Kinder tollen durch Wald und Flur und fragen ihre Eltern, warum sie so wenig Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens haben. Die Lösung liefert – natürlich – Aldi, wo der Einkauf stets einfach und unkompliziert sein soll. „Einfach ist mehr“ lautet denn auch der Claim der Kampagne, der über Radiospots, Plakate und einen eigens kreierten Online-Auftritt unters Volk gebracht werden soll.

Dass die Spots kein Obst, Gemüse oder Fleisch zeigen, Dinge die Kunden im Discounter erwarten, hat einen einfachen Grund, sagt Uta Herbst, Inhaberin des Lehrstuhls für Marketing an der Universität Potsdam. „Im Marketing gibt es zwei Wege, die Aufmerksamkeit des Kunden zu erregen. Entweder ich habe ein besonderes Produkt wie etwa Apple, dann stelle ich das in den Vordergrund.“ Die Produkte Aldis glänzten aber vor allem über das Preis-Leistungs-Verhältnis – und das wissen die Deutschen auch ohne Werbekampagne. „Deshalb muss Aldi über Emotionen das Unternehmen selbst bewerben, um Inhalte zu schaffen“, so Herbst.

Neben den Spots wurde der Berliner Rapper Fargo verpflichtet, um das Thema Überforderung und Überfluss, das Gegenteil der von Aldi proklamierten Einfachheit, gen Jugend zu kommunizieren – demnächst wohl auch bei einem Konzert in einem Zentrallager von Aldi-Süd. Verantwortlich für Aldis ersten großen Werbe-Rundumschlag sind die Agenturen Ogilvy & Mather sowie Oliver Voss.

 

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