Kreativität genauso wichtig wie unbedingter Gehorsam
Bild: dpaZoff um den "Goldhasen"
Der schweizerische Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli ist vor dem Bundesgerichtshof (BGH) der bayerischen Confiserie Riegelein unterlegen. Die Firma Lindt war seit über einem Jahrzehnt gegen den aus ihrer Sicht zu ähnlichen Riegelein-Hasen vorgegangen. Der BGH lehnte am 28. März eine erneute Nichtzulassungsbeschwerde von Lindt ab. Damit ist endgültig ein Schlussstrich unter den jahrelangen Rechtsstreit gezogen. "Wir sind sehr, sehr enttäuscht, müssen die Entscheidung aber akzeptieren", sagte eine Lindt-Sprecherin.
Bild: dpaApple gegen Samsung
Nächste Runde des wohl langwierigsten Patentstreits. Dieses Mal geht sie an Samsung: Applescheiterte am Montag vor einem Gericht im kalifornischen San Jose mit einem Antrag, 26 meist ältere Modelle des koreanischen Unternehmens wegen Patentverletzungen dauerhaft vom Markt nehmen zu lassen. Apple habe nicht genügend Beweise hervorgebracht, dass die patentgeschützten Funktionen die Nachfrage der Verbraucher nach dem iPhone insgesamt gesteigert hätten. Die betroffenen Samsung-Geräte verfügten über eine Fülle von Funktionen. Nur ein kleiner Teil sei von den Apple-Patenten betroffen, erklärte Richterin Lucy Koh.
Mit dem Beschluss muss Apple in seinen Patentauseinandersetzungen auf ein wichtiges Druckmittel verzichten. Der Konzern und Samsung kämpfen erbittert um Marktanteile bei Smartphones und Tablet-PCs wie dem iPad. Viele Samsung-Geräte haben das Betriebssystem Android von Google installiert.
Bild: dpaApple gegen die Schweizer Bundesbahnen
Mit dem neuen Betriebssystem iOS 6 hat Apple auf dem iPad eine neue Uhr eingeführt. Und das kommt dem Konzern nun teuer zu stehen. Das Design der Uhr wurde von der berühmten Schweizer Bahnhofsuhr abgekupfert. Nachdem die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) nachweisen konnte, dass Apple das Design tatsächlich widerrechtlich verwendet hatte, muss das Unternehmen nun knapp 16,6 Millionen Euro Strafe zahlen.
Bild: REUTERSAdidas versus Nike
Im Patentstreit um einen Laufschuh des Sportartikelherstellers Adidas hat Weltmarktführer Nike eine Niederlage erlitten. Das Adidas-Modell "adizero primeknit" verstoße nicht gegen ein Nike-Patent, urteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth am Mittwoch. Nike war gegen die weltweite Nummer zwei vor Gericht gezogen, weil es in dem Schuh eine Kopie seines seit 2002 patentierten Herstellungsverfahrens "Flyknit" sah. Adidas hielt dagegen, dass ein derartiges Verschmelzungs-Verfahren für Fasern bereits seit 1940 bekannt und daher nicht schützenswert sei. Ein von Nike Ende August erwirktes Verkaufsverbot in Deutschland ist damit hinfällig.
Bild: dpaOsram versus LG
Der Konflikt zwischen Osram, LG Electronics und LG Innotek um LED-Patente ist nach über einem Jahr beendet. Das teilte Osram am Freitag mit und erklärte, dass im Rahmen der Einigung alle laufenden Patentverfahren beigelegt werden sollen. Betroffen sind juristische Auseinandersetzungen unter anderem in den Vereinigten Staaten, Deutschland, Südkorea, Japan und China. Zu den Details der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden.
Bild: dapdStreit um die Kacheln
Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 war erst wenige Tage auf dem Markt, und schon hat es eine Patenklage hervorgerufen. Die kleine US-Firma Surfcast zog vor Gericht, weil das Design der kacheln gegen ein Patent der Firma verstieße.
Bild: dpaCarGo gegen Car2Go
Daimlers Autovermietergeschäft in Frankreich hat einen herben Rückschlag erlitten: Die Car-Sharing-Tochter Car2Go muss ihren Betrieb in Lyon auf unbestimmte Zeit einstellen. Der Grund: Der Autovermieter CarGo aus Frankreichs drittgrößter Stadt zog vor Gericht gegen den Mitbewerber zu Felde. Car2Go unterlag in erster Instanz, da das Gericht eine Verwechslungsgefahr der Marken sah. Daimler prüft nun seine rechtlichen Möglichkeiten.
Bild: REUTERSApple Records gegen Apple
Schlagzeilen machte der Streit zwischen der Plattenfirma der Beatles, Apple Records, und dem IT-Unternehmen Apple. Apple Records wurde 1968 von den Beatles gegründet und nutzt ebenfalls ein Apfel-Logo. 1991 schlossen die beiden Unternehmen einen Vertrag, der vorsah, dass der Computerkonzern sich nicht im Musiksegment betätigen würde - durch den Start des iTunes-Musikladens 2001 geschah jedoch genau das. Der Markenstreit schwelte jahrelang, bis die Unternehmen ihn schließlich im Jahr 2007 außergerichtlich beilegten. Die finanziellen Details des Deals wurden nicht bekannt gegeben.
Bild: dpa/dpawebFerreros Kampf um "Kinder"
Wer kennt sie nicht, die "Kinder Schokolade". Um den Namensbestandteil "Kinder" lieferte sich der Süßwarenkonzern Ferrero einen Rechtsstreit mit Haribo und Zott. Haribo sollte daran gehindert werden, Süßigkeiten und Backwaren unter dem Namen "Kinder Kram" anzubieten; Zott sollte das Inverkehrbringen eines Milchdesserts namens "Kinderzeit" untersagt werden. Ferrero scheiterte aber mit seinen Unterlassungsklagen in mehreren Instanzen, zuletzt vor dem Bundesgerichtshof. Der BGH urteilte, dass der Wortbestandteil "Kinder" nur die Zielgruppe beschreibe, für sich genommen aber keinen markenrechtlichen Schutz genießen könne. Einzig die besondere grafische Darstellung sei schützenswert.
Bild: dapdStreit um Googles E-Mailplattform Gmail
Das US-Unternehmen musste sich in Deutschland einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Hamburger Daniel Giersch liefern. Der Unternehmer hatte sich die Marke "Gmail" gesichert und so verhindert, dass der Internet-Riese seinen E-Maildienst Googlemail auch in Deutschland unter den Namen Gmail vertreiben konnte. Giersch hatte sich den Markennamen bereits im Jahr 2000 eingetragen und unter gmail.de einen Postdienst betrieben. Der Rechtsstreit um die Domain wurde im April 2012 beigelegt, Giersch benannte seinen Dienst in "Quabb" um.
Zoff um den "Goldhasen"
Der schweizerische Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli ist vor dem Bundesgerichtshof (BGH) der bayerischen Confiserie Riegelein unterlegen. Die Firma Lindt war seit über einem Jahrzehnt gegen den aus ihrer Sicht zu ähnlichen Riegelein-Hasen vorgegangen. Der BGH lehnte am 28. März eine erneute Nichtzulassungsbeschwerde von Lindt ab. Damit ist endgültig ein Schlussstrich unter den jahrelangen Rechtsstreit gezogen. "Wir sind sehr, sehr enttäuscht, müssen die Entscheidung aber akzeptieren", sagte eine Lindt-Sprecherin.
Doch wie der Taylorismus an wirtschaftliche Grenzen stieß, weil er die Arbeit bis zur Unkenntlichkeit zerhackte und die Fähigkeiten der Beschäftigten verstümmelte, so wird nun für Samsung die diktatorische Ausrichtung auf Nachahmen und Masse langsam zur Fessel. Gegen Konzerne wie Apple können die Koreaner, so die wachsende Einsicht im Unternehmen, in dieser Verfassung nicht gewinnen. Für eine dauerhafte Weltmarktführung reichen weder der alte Umgang mit dem Personal noch die bisherigen Strategien. Samsung darf nicht mehr nur billiger sein als die Rivalen, sondern muss auch kreativer und innovativer werden.
Und tatsächlich beginnt sich im Unternehmen etwas zu ändern. „Entdeckung beginnt hier“ steht in riesigen Lettern auf Englisch an einer Hochhausfassade in der südkoreanischen Provinzhauptstadt Suwon rund 50 Kilometer von Seoul. Das Gebäude beherbergt die Zentrale von Samsung Electronics und markiert zugleich den Eingang zur „Samsung Digital City“. Dort arbeiten 30.000 Designer, Ingenieure und Werbeleute auf einem Gelände so groß wie 200 Fußballplätze. Die Anlage enthält Parks, Fitnessstätten und Kantinen. Für diejenigen, die hier etwas erfinden und entwickeln, sind alle Wohltaten kostenlos.
„Hier bereiten wir unsere Organisation auf die nächste Generation vor“, kündigte Choi Gee-sung, heute die Nummer zwei des Konglomerats, vor zwei Jahren an. Wie, das können Besucher heute besichtigen.

In „Samsung Digital City“ ist inzwischen der Nachweis der Kreativität eine wichtige Einstellungsvoraussetzung, nicht mehr nur unbedingter Gehorsam. Früher mussten die 3.000 Schlüsselangestellten, die für höhere Aufgaben vorgesehen waren, 27 Tage lang eine Erziehung zu bedingungsloser Loyalität über sich ergehen lassen, die Teilnehmer als „Gehirnwäsche“ beschrieben. Heute reichen fünf Tage. Samsung heuert mittlerweile gezielt Ausländer an und vergibt Führungsjobs auch an Frauen und Jüngere. Seit 2008 ist legere Kleidung erlaubt und gleitende Arbeitszeit möglich.
Auch die Zentralisierung ist gelockert. Bis vor vier Jahren fällte ein zentrales Planungsbüro mit 100 Managern unter der Devise „Single Samsung“ alle wichtigen Entscheidungen für jede Tochterfirma – von den Beförderungen bis zu den Investitionen. Seit der Auflösung dieses Kontrollturms dürfen die einzelnen Firmen des Konglomerats viel mehr selbst bestimmen. Die sechs Teams im verkleinerten „Strategiebüro“, das direkt bei Chairman Lee angesiedelt ist, entwickeln im Wesentlichen nur noch die generellen Linien.
Zum Fantasietanken ins Kino
Doch die von Lee Kun-hee verordnete Perestroika trägt bislang nicht die erhofften Früchte, mit denen Samsung Apple-Niveau erreichen kann. Vom gewohnten Blitztempo in der Halbleiter- und Hardwareproduktion ist im Softwarebereich wenig zu spüren. Die Samsung-Welt zum Beispiel aus Smartphones, Tablets und internetfähigen Fernsehgeräten sowie Online-Shops für Inhalte ist lange nicht so attraktiv wie bei den Wettbewerbern Apple, Google und Sony.
Vor allem der Samsung-App-Store mit den Anwendungen für Smartphones und Tablets sowie der Werbedienst Adhub Market hinken der Konkurrenz bis heute hinterher. Zwar hob Samsung Anfang November zusammen mit dem US-Internet-Pionier Yahoo eine Internet-Plattform für interaktives Fernsehen aus der Taufe. Und auch Geräte mit Google-TV wurden angekündigt. Doch laufen all diese Dienste anders als bei Apple nicht exklusiv auf Samsung-Geräten – und tragen so nichts zur Nachfrage ausschließlich nach ihnen bei. Der Nachfolger Tizen für das eigene Handybetriebssystem Bada kommt erst 2013. Samsung bleibt deshalb nur, Handys und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android und dem Gegenstück von Microsoft, Windows 8, zu bauen.
- Seite 1: Mit welchen Methoden Samsung die Welt erobert
- Seite 2: Südkorea, die Samsung-Republik
- Seite 3: Effizienz produzieren und den Markt fluten
- Seite 4: Kreativität genauso wichtig wie unbedingter Gehorsam
- Seite 5: Die Kontrollsucht ist ungebrochen
- Seite 6: Angriff auf Samsung


























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Alle Kommentare lesen22.12.2012, 12:05 UhrRegistrierter Benutzer:Kenaj
"So kann nur einer mit Leuten umgehen, wenn er Koreaner ist, tief in der militärischen und konfuzianischen Tradition seines Landes von Zucht und Ordnung steht" (Zitat aus diesem Artikel!)
So kann nur einer schreiben, wenn er ein chauvinistischer Journalist ist, tief in der militärischen und nationalistischen Tradition seines Landes von Vorurteilen und Halbwissen steht....
Mal ernsthaft, wie kann es sein, dass ein Journalist einen so dermaßen einseitigen und vor allem unqualifizierten Artikel schreibt? Nicht nur, dass der Konzern hier als Aushängeschild Koreas dargestellt und gleichzeitig das ganze Land diffamiert wird. Gleichzeitig werden die Konkurrenten Apple (!) und Google (!) als Musterknaben dargestellt. Gerade wenn man so wenig Ahnung von Korea hat, sollte man doch zumindest etwas Objektivität besitzen und nicht die Konkurrenz, die keinen Sold besser ist in den Himmel loben.
Dazu noch diese völlig wahrlosen Vergleiche mit dem Buhmann "Nordkorea". Ich glaube nicht, dass der Autor solch einen banalen Vergleich auch bei Nestle anstellen würde. Wie wäre es denn, wenn ein koreanischer Autor schreiben würde, dass es in deutschen Unternehmen, wie in der Wolfsschanze zugeht?
Der Journalist muss auch wirklich ziemlich unbedarft sein, wenn er solche Autoren, wie den mit der Moon-Sekte paktierenden Michael Breen, zitiert und ihn als Koreaexperten darstellt.
Wenn der Journalist, möchte kann er sich ja mal für seinen nächsten Artikel an eine auf Korea spezialisierte Forschungseinrichtung wenden, eventuell wird es dann nicht so ein Unfug.
21.12.2012, 12:03 UhrAnonymer Benutzer:Respekt
Der Glaube an die Zukunft der Nation, der tiefe Respekt vor den wirklichen Leistungsträgern (nämlich den Ingenieuren) und die Anwendung preußischer Tugenden: Das ist ganz grob das Erfolgsrezept in Südkorea.
Wie ist es bei uns? Glaube an die Nation? Wir dürfen an die EU glauben.
Respekt vor den - bei uns ebenfalls - sehr guten Ingenieuren? Fehlanzeige. Der BWLer mit seiner universellen Inkompetenz in technischen Zukunftsfragen gibt hier überall lautstark den Ton an. Hinzu kommen in den Personalabteilungen Psychologen und in noch schlimmeren Fällen sogar Theologen. Niemals kann dabei etwas herauskommen.
Preußische Tugenden? Man pfelgt sie nciht, sondern diffamiert sie anstatt stolz darauf zu sein, daß die Preußen als erste in der Welt die Schulpflicht und somit das zentrale Menschenrecht, in der Schule etwas lernen zu dürfen, eingeführt haben und daß sie vor allem als erste in der Welt die menschenverachtende Folter verboten haben. Im übrigen: Disziplin ist nichts Schlechtes, sondern etwas Gutes.
Erfolgreiche wissen, daß sie von den Erfolglosen diffamiert werden. Deshalb rückt man hier auch Südkorea in die Nähe von Nordkorea. Aber das nutzt nichts: Die Großprobleme bei uns gehen davon nicht weg: Totalverschuldung und Kinderlosigkeit.
20.12.2012, 12:02 UhrAnonymer Benutzer:EuroTanic
"Die harschen Zustände in den Fabriken sind wohl nötig, um solche Produkte herstellen zu können."
Mit dem Argument kann man aja auch Kinderarbeit und sonstige unmenschliche Arbeitsbedigungen verteidigen. Hauptsache man hat selber das neuste und tollste Gerät? Gib's bei Ihnen noch mehr als das Streben nach Materie?