Osram: Vom Glühbirnenhersteller zum High-Tech-Konzern

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Osram: Vom Glühbirnenhersteller zum High-Tech-Konzern

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Osram-Chef Dehen gilt als knallharter und rücksichtsloser Sanierer

von Matthias Kamp

Osram wandelt sich vom Glühbirnenhersteller zum High-Tech-Konzern: Vorstandschef Wolfgang Dehen hat den einstigen Verlustbringer in die Gewinnzone gebracht. Die neue Strategie erfordert aber Opfer und weitere Sparrunden.

Osrams Zukunft beginnt in einem Gewerbegebiet neben der A 3 am Stadtrand von Regensburg. In langen, hell getünchten Hallen wachen rund 1000 Mitarbeiter über die Halbleiterproduktion. In kleinen Labors nebenan tüfteln Entwickler an ultraflachen und biegsamen Leuchten, die bald auf den Hecks von BMW, Audi und Mercedes kleben sollen. Ingenieure führen Kunden neue Anwendungen vor, etwa einen ins Smartphone integrierten Beamer, mit dem der Nutzer spontan eine Präsentation an die Wand werfen kann.

Der größte der weltweit mehr als 30 Osram-Standorte befindet sich im Niederbayrischen und will so gar nicht zum angestaubten Image des traditionsreichen Glühbirnenherstellers passen. In der Kantine wird an vielen Tischen Englisch gesprochen. Chinesen, Koreaner, Amerikaner und Deutsche diskutieren bei Salat und Steaks über die Vorteile von Sechs-Zoll- gegenüber Vier-Zoll-Wafern. Vor den Glasfronten erstrecken sich großzügige Grünanlagen – das Gelände in Regensburg könnte auch ein Campus im Silicon Valley sein.

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Globaler Umsatz mit Leuchtmitteln 2011 und 2020

  • Led

    2011: 9 Milliarden Euro

    2020: 64 Milliarden Euro

    Quelle: McKinsey

  • Energiesparlampe

    2011: 39 Milliarden Euro

    2020: 27 Milliarden Euro

  • Traditionelle Glühlampe

    2011: 11 Milliarden Euro

    2020: 25 Milliarden Euro

Der Mann, der dafür sorgen soll, dass es künftig überall in der weitverzweigten Osram-Welt so aussieht, sitzt in einem schlichten Büro über den Fabrikhallen. Wolfgang Dehen ist seit gut drei Jahren Vorstandsvorsitzender bei Osram. Der 60-jährige Westfale hat dem Konzern einen harten Sanierungskurs verordnet und ihn nach vielen verlustreichen Jahren schließlich zurück in die Gewinnzone geführt.

Erfolgreich an die Börse

Im Juli 2013 hat Dehen mitgeholfen, das Unternehmen vom Mutterkonzern Siemens abzuspalten und erfolgreich an die Börse zu bringen. In dieser Woche schließlich hat er sich im Kampf um den künftigen Kurs und das Tempo des Umbaus gegen seinen 15 Jahre jüngeren Technikvorstand Peter Laier durchgesetzt. Der wird nun seinen Posten räumen.

Osram ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie man ein krisengeschütteltes Unternehmen auf Vordermann bringen kann. Die WirtschaftsWoche startet in dieser Ausgabe eine Serie, in der sie in loser Folge über Turnarounds berichten wird. Mit welchen Instrumenten haben die Chefs die Wende geschafft? Wie haben sie Widerstände überwunden? Wie sichern sie das Erreichte ab und treiben das Unternehmen voran?

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