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Kapitalflucht: Rette sich, wer kann

von Martin Gerth, Stefan Hajek, Niklas Hoyer, Silke Wettach, Yvonne Esterházy, Frank Doll und Annina Reimann

Die Griechen bringen ihr Geld außer Landes. Große Vermögen sind längst weg, nun holt die Mittelschicht ihre Spargroschen von der Bank.

Banken: Die Helenen bringen ihr Geld in Sicherheit Quelle: dpa
Banken: Die Helenen bringen ihr Geld in Sicherheit Quelle: dpa
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In eine Zigarettenschachtel passen genau 2168 Gramm Gold, Wert: rund 75 000 Euro. Gold ist somit ideal für alle, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollen – unbehelligt von Staat, Steuerbehörden, Zoll. „Griechen haben bereits vor einem Jahr, bei Ausbruch der Krise, verstärkt Goldmünzen gekauft“, sagt ein Edelmetallhändler aus Nordrhein-Westfalen. „Besonders begehrt ist der britische Sovereign.“ Er ist weit verbreitet – mit 1,5 Milliarden Stück die meistgeprägte Goldmünze der Welt – und wird trotz kleiner Stückelung (eine Münze kostet 250 Euro) nah am Goldpreis gehandelt. Im September, so berichtet das „Handelsblatt“, sanken die
Einlagen bei den Geschäftsbanken laut Notenbank um fast 5,5 Milliarden Euro - der stärkste Rückgang in einem Monat seit Beginn der Schuldenkrise. Seit Beginn der Krise Ende 2009 hätte die Geldinstitute damit schon ein Viertel ihrer Einlagen verloren.

Banken gehen Scheine aus

Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki hatte Ende Mai die Kapitalflucht angeheizt: „Entweder einigen wir uns auf brutale Opfer, oder wir kehren zur Drachme zurück“, sagte sie. An den beiden folgenden Tagen hoben die Griechen 1,5 Milliarden Euro von ihren Konten ab

Zeitweise gingen den Banken die großen Banknoten aus. Der deutsch-griechische Unternehmer George Kallos berichtet, dass die Banken bereits die täglichen Abhebungen am Schalter auf 600 Euro beschränkten. „Die Bankangestellten hatten offenbar Anweisung, größere Abflüsse zu verhindern“, sagt Kallos, „das wurde aber nach zwei Tagen wieder eingestellt, weil es umgehend für enorme
Unruhe in der Bevölkerung sorgte."

Steigende Nachfrage

Ein Teil der abgezogenen Gelder mag für den täglichen Lebensunterhalt der notleidenden Griechen bestimmt sein. Ein Teil kommt aber auch in Deutschland an. So beobachtet Peter Heinrich, Vorstandschef der zum Volksbankenverbund zählenden Münchner Bank, „seit Ende Mai eine erhöhte Nachfrage unserer griechischstämmigen Kunden nach Geldanlagen in unserem Kreditinstitut“. Das Schwarzgeld der Unternehmer, Freiberufler und hohen Beamten, die Fakelaki (Schmiergeld) entgegennehmen können, sei „längst in der Schweiz und von da wahrscheinlich weiter nach Singapur“, sagt Kallos, „das kleine Geld der braven Leute aber kommt nach Deutschland, daran ist nichts illegal“. Sauber Erspartes brauche man nicht zu schmuggeln: Man fahre nach München, wo der Bruder lebe, eröffne ein Konto und überweise es.

28 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.11.2011, 14:45 UhrRon777

    Es ist am Ende noch viel schlimmer als wir alle derzeit glauben: Europas Chaoswährung steht vor einem Scherbenhaufen - Europa selbst ist gefährdet. Italien wird vermutlich bereits Ende des Monats ohne EZB-Hilfe über 8 Prozent an Zinsen zahlen, Spaniens und Portugals Anleihen gehen in die gleiche Richtung. Frankreichs Ratingabstufung scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein - dann explodieren auch bei unseren Nachbarn die Zinsen. Belgien und Österreich fürchten ebenfalls um ihre Kreditwürdigkeit. Zypern, Griechenland und diverse Osteuropäer sind schon einen Schritt weiter und verabschieden sich vom geregelten Kapitalmarkt. Der Euro-Rettungsschirm EFSF, der dies alles verhindern soll, ist selbst drei Wochen nach seiner Schaffung bereits ein Pflegefall. Laut Marktgerüchten kauft er mangels Nachfrage seine eigenen Papiere - Absurdistan lässt grüßen. Die EZB ist aktuell mit Hunderten von Millarden in Vorkasse gegangen, sie kauft Anleihen der Krisenländer am Sekundärmarkt und federt (illegal) über Target2 die immensen Geldabflüsse aus den Krisenländern ab. Die Politik setzt stoisch auf weiteres Sparen und auf sozialistische Verallgemeinschaftung der Haushalte. Dies wird im SuperGau enden - eine Lost-lost-Situation für alle beteiligten Länder. Wir brauchen endlich eine alternative Politik. Entweder wir schaffen schnellstmöglich neue nationale Währungen für alle und inflationieren den Euro zu Tode oder wir verpassen dem Euro eine Art Kapitalerhöhung durch die Notenpressen. Auch mit dieser Regelung könnte Deutschland leben, wenn das Geld gleichmäßig an alle Euroländer (1/3 Deutschland) ausgeschüttet würde. Deutschland könnte dann Staatsschulden tilgen und die Binnenkonjunktur beleben.

  • 15.11.2011, 08:27 UhrAnonymer Benutzer: EinszuEins

    Tja, wenn dann die D-Mark (reloaded) kommt, wird die Bundesregierung hoffentlich nur die Einlagen von Inländern 1:1 umtauschen und sich die Kontenverläufe seit 2007 vorlegen lassen. Wer dann zu plötzlichem unerklärlichen Reichtum gekommen ist, dessen Geld wird erstmal nicht umgetauscht, sondern in € eingefroren.

  • 22.10.2011, 15:31 UhrAnonymer Benutzer: Princess Peace Hacker

    Ghana ist das zweitgroesste Goldland Afrikas !
    Sein Geld kann man hier in 5 Jahren mit Grundstueck- Ankauf
    verdopppeln oder man legt es in Gold an, welches man
    preiswert direkt einkaufen kann und verarbeitet es zu
    Eheringen. Die Wertsteigerung liegt dann bei sofort
    200 %. Alles kann man steuerfrei in der Aktentasche
    oder am Halsband, am Finger und in der Hosentasche transportieren. Da die Flugkosten fuer die
    Aus- und Einreise bei 1000.-- Euro liegen, lohnt sich
    dies nur bei entsprechender Goldmenge.

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