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Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.
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In der Deutschen-Bank-Zentrale fürchten einige Manager zu viel Einfluss der Investmentbanker. Als Beleg sehen Skeptiker die Besetzung der Top-Position im Risikomanagement durch einen Getreuen von Co-Chef Jain.
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Der kommende Postbank-Chef Frank Strauß soll Ertragskraft und Effizienz des größten Zukaufs der Ära Ackermann stärken. Dafür muss er vor allem kulturelle Differenzen in den Griff bekommen.
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Die Zentrale der Investmentsparte der Deutschen Bank sitzt in London und beeindruckt Besucher mit moderner Kunst. Sie will von der Schwäche der Konkurrenz profitieren und weltweit unter die Top 3 vorstoßen.
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Wegen ihrer zweifelhaften Rolle in der Verbriefung minderwertiger Hypothekenkredite protestieren Hausbesitzer in den USA gegen die Deutsche Bank. Die Schadensersatzforderungen belasten das neue Duo an der Spitze.
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Das Geschäft in Asien wird für die Deutsche Bank trotz staatlicher Beschränkungen immer wichtiger. Am größten sind die Wachstumsaussichten in China. Aber auch Indien erweist sich als unausgeschöpftes Finanzreservoir.
Berlin
Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.
Die letzten Tage hat Josef Ackermann genutzt, um sich von Gefolgsleuten und Geschäftspartnern zu verabschieden: ohne Pomp, Protz und allzu große Worte, ohne offiziellen Festakt, dafür entspannt, locker, mit sich zufrieden. Bis zuletzt ist er durch die Welt gereist, bevor an diesem Donnerstag der letzte Vorhang für die Joe-Show fällt. Rund 5.000 Aktionäre werden bei der Hauptversammlung in der Frankfurter Festhalle dabei sein, wenn sich der Deutsche-Bank-Chef aus dem Amt verabschiedet. Schon am nächsten Tag treten seine in einem quälend langen Ausleseprozess bestimmten Nachfolger Jürgen Fitschen und Anshu Jain ihre Posten an.
Was sich der 64-jährige Schweizer noch wünscht, hat er zuletzt mehrfach fallen lassen: dass seine Leistungen im Rückblick höher geschätzt werden als in seiner aktiven Zeit, dass ihm die Geschichte recht gibt und dass die oft heftige Kritik an seiner Person allgemeiner Anerkennung weicht.
Bild: dpa"Das ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen."
21.1.2004 im Mannesmann-Prozess, in dem Ackermann der Untreue angeklagt war. Hier entstand das berühmte Victory-Foto im Gerichtssaal.
Bild: AP"Niemand - zumindest niemand, den ich kenne - will einen 'Kapitalismus pur' und schon gar keinen 'Raubtier-Kapitalismus'."
Bei der Hauptversammlung am 18.5.2005 zur Kritik am ehrgeizigen Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern.
Bild: dapd"Ich habe immer großen Wert darauf gelegt, nicht länger arbeiten zu müssen."
Der damals 57-Jährige am 2.2.2006 zur Altersgrenze von 62 Jahren für Vorstände der Deutschen Bank.
Bild: REUTERS"Anshu Jain hat jetzt nicht bösartig Englisch gesprochen: Er kann kein Deutsch und er nimmt auch keine Deutsch-Lessons."
Am 1.2.2007 über seinen als Kronprinz gehandelten Vorstandskollegen.
Bild: dapd"Als ich zur Deutschen Bank kam, hatte ich zwei Millionen Mark. Wenn ich heute ein vergleichbares Gehalt hätte, würde ich jeden Respekt verlieren. Man würde sagen: ,Der hat keinen Marktwert'."
Josef Ackermann im Mai 2007.
Bild: ASSOCIATED PRESS"Ich glaube nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Märkte."
17.3.2008 bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt. Die Aussage wurde als Ruf nach dem Staat interpretiert, als Versuch, Verluste auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Drei Tage später erklärte Ackermann in der "FAZ", er habe vom amerikanischen Häusermarkt gesprochen.
Bild: dpa"Solange ich Deutsche-Bank-Chef bin, werde ich keine einzige Aktie verkaufen."
6.7.2008 auf die Frage, ob er nach Kursverlusten der Deutsche-Bank-Aktie nicht einen Teil seiner Papiere verkauft habe.
Bild: dpa"Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden."
Ackermann Mitte Oktober 2008 vor Deutsche-Bank-Managern nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".
Bild: dpa"Ich habe immer wieder erlebt, dass manche Freunde und Freundinnen meiner Tochter ganz enttäuscht waren, weil wir nicht so leben, wie sie es gedacht haben."
Josef Ackermann, im März 2008 in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'.
Bild: dpa"Es werden sich sicher viele freuen, dass ich noch vier Jahre bleibe. Dann haben sie jemanden, den sie angreifen können."
28.4.2009 zur Entscheidung, bis 2013 an der Spitze der Bank zu stehen.
"Das ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen."
21.1.2004 im Mannesmann-Prozess, in dem Ackermann der Untreue angeklagt war. Hier entstand das berühmte Victory-Foto im Gerichtssaal.
Ob es dazu kommt? Einerseits hat die Bank alle Krisen ohne direkte Staatshilfen überstanden. Selbst Konkurrenten trauen ihr zu, künftig weltweit eine wichtigere Rolle zu spielen. Die Bank hat heute fast viermal so viele Mitarbeiter wie vor 20 Jahren und erwirtschaftet in Amerika mehr Erträge als damals auf der ganzen Welt. Mit einer Bilanzsumme von mehr als zwei Billionen Euro ist sie das größte Institut Europas.
Andererseits müssen Ackermann und vor allem der ebenfalls scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig am Donnerstag mit heftiger Kritik rechnen. Eine ganze Reihe angelsächsischer und deutscher Investoren wollen erreichen, dass die Aktionäre dem Aufsichtsrat die Entlastung verwehren. Einen solchen Antrag hat etwa die britische Versicherung Legal & General eingereicht, die nach eigenen Angaben knapp ein Prozent des Aktienkapitals vertritt. Sie kritisiert die unprofessionelle Nachfolgesuche für Ackermann, seinen fehlgeschlagenen Versuch, selbst in den Aufsichtsrat zu wechseln, aber auch die Vorstandsvergütung und die zu wenig nachhaltige Strategie der Bank.
Wie deutsch bleibt die Bank?
In die gleiche Richtung geht Hans-Christoph Hirt von der Aktionärsberatung Hermes. Und auch Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutionelle Privatanleger sowie die Aktionärsberatungen Glass Lewis und PIRC gehen auf Konfrontation. PIRC vertritt Pensionskassen und kritisiert die mangelnde Transparenz bei den Leistungskriterien für die Festlegung der Boni und das Fehlen einer Obergrenze.
Offen ist, ob sich Großaktionäre wie die US-Fondsgesellschaft Black Rock den Anträgen auf Nichtentlastung anschließen werden. Die US-Aktionärsberatung ISS hat sich bereits für die Entlastung ausgesprochen. Sollte sie verweigert werden, hätte das kaum juristische Folgen, wäre aber ein schwerer Imageschaden für die ausscheidenden Top-Manager.

Fragen zur künftigen Strategie der Bank, zum Wachstum und zur Anpassung an die veränderte Regulierung werden bei dem Treffen ebenfalls zur Sprache kommen. So sorgen sich Frankfurter Deutschbanker immer noch, dass ihr Institut unter dem gebürtigen Inder Jain „weniger deutsch“ sein werde und die von Ackermann eingeleitete Hinwendung zu stabileren Geschäften zugunsten riskanterer Zockereien wieder rückgängig gemacht wird. Die ersten Personalentscheidungen haben den Eindruck der Skeptiker verstärkt und bei vielen für Enttäuschungen und Frustrationen gesorgt. Im Geschäft mit reichen Privatkunden etwa hievte Jain nicht Deutschland-Chef Joachim Häger an die Spitze, sondern überraschend seinen Vertrauten Michele Faissola.
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