Finanz- und Schuldenkrise: Wie sich Sparer vor Inflation und Deflation schützen

Finanz- und Schuldenkrise: Wie sich Sparer vor Inflation und Deflation schützen

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Inflationsangst: Droht eine Hyperinflation wie in den 20er Jahren?

von Hauke Reimer, Martin Gerth, Christof Schürmann, Stefan Hajek, Heike Schwerdtfeger, Niklas Hoyer, Frank Doll und Annina Reimann

Wie Sparer ihr Geld vor Entwertung retten, für wen sich jetzt der Kauf einer Immobilie lohnt, welche Anlagen auch eine längere Deflationsphase mit fallenden Preisen überstehen.

Schweizer sind nüchterne Beobachter: Die Schuldenkrise der Staaten, sagt der renommierte Vermögensverwalter Felix Zulauf, könne auf zwei Wegen bekämpft werden: „Deflationär, wenn wir vermehrt sparen und Kredite zurückzahlen, oder inflationär durch Gelddrucken und eine massiven Geldentwertung.“ Und er fügt skeptisch hinzu: „Wir wissen heute noch nicht, wie das Spiel ausgeht. Aber wir wissen, dass die Bürger die großen Verlierer sein werden – so oder so.“

Bürger als Verlierer eines Spiels mit ungewissem Ausgang – solche Warnungen wecken bei den Deutschen kollektive Erinnerungen, vor allem an die Inflation 1923, die der Schriftsteller Hans Fallada in „Wolf unter Wölfen“ so beschrieb: „Irgendwo in dieser Stadt stand eine Maschine... und erbrach Tag und Nacht Papier über die Stadt, das Volk. Geld nannten sie es, sie druckten Zahlen darauf, wunderbare, glatte Zahlen mit vielen Nullen (...). Und wenn du gearbeitet hast, wenn du dich geschunden hast, wenn du dir etwas erspart hast auf deine alten Tage – es ist schon alles wertlos geworden, Papier, Papier und Dreck!“

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Kaufkraft

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Die Inflationsängste der Deutschen nehmen zu, bestätigt Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforscher GfK. Zum Beispiel die von Claus und Margit Jahnke* aus dem westfälischen Soest: „Wir fürchten, dass die Inflation unser Erspartes auffrisst“, sagen sie. „Fette Renditen brauchen wir nicht, aber wir wollen das, was wir erarbeitet haben, doch erhalten.“

Vermögen erhalten – das wollen auch Jochen und Elke Drillisch*. Sie wohnen zur Miete, im Frankfurter Nordend, und haben 230.000 Euro gespart und geerbt. 10.000 Euro stecken in einem Fonds mit Unternehmensanleihen, alles andere liegt auf einem Tagesgeldkonto bei der ING Diba, bringt dort müde 1,5 Prozent Zinsen und würde bei ansteigender Inflation rapide an Wert verlieren. Das Geld wollen Jochen und Elke Drillisch jetzt am liebsten in eine Immobilie stecken.

Doch empfiehlt es sich wirklich, jetzt alles in Beton zu investieren? Welche Anlagen sind inflationssicher? Und wie schneiden Immobilien und Sachwerte ab, wenn die Inflation erst in einigen Jahren anzieht, Sparer sich aber vorher durch eine Deflationsphase mit fallenden Preisen, stagnierendem Wachstum und Niedrigzinsen quälen müssen?

„Extrem gestiegene Staatsverschuldung und die Zentralbankpolitiken in der Welt deuten zwar auf erhöhtes Inflationspotenzial hin – aber es könnte trotzdem eine Deflation geben“, sagt Emmerich Müller, Partner und persönlich haftender Gesellschafter der noblen Frankfurter Privatbank Metzler. Was also tun? 

„Wenn man akzeptiert hat, dass man die Zukunft nicht kennt, diversifiziert man“, sagt Privatbankier Müller, dessen Haus mit dieser Philosophie seit mehr als 330 Jahren erfolgreich ist. Risiken streuen – nur dieser Weg führt durch eine ungewisse Zukunft. 30 Prozent jeweils in Aktien und soliden Unternehmensanleihen, 20 Prozent in physischem Gold und je 10 Prozent in Goldminen-Aktien und Tagesgeld könnten eine angemessene Streuung sein (WirtschaftsWoche 20/2010).

Diese Quoten gelten für flüssiges Vermögen. Das meiste Geld der Deutschen aber steckt in Immobilien – Profis benutzen für eine solch einseitige Verteilung das hässliche Wort „Klumpenrisiko“.

* Namen geändert

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