Peter Tuchman: So reagierte eine Wall-Street-Legende auf den „Mini-Crash“
Seit 1985 handelt Peter Tuchman an der New Yorker Wall Street. Der 67-Jährige ist der bekannteste Broker auf dem US-Parkett – und eigenen Angaben zufolge derjenige, der am häufigsten fotografiert wird. Der Grund ist einerseits sein Aussehen, das an Albert Einstein erinnert, und andererseits seine starken emotionalen Reaktionen.
Am Mittwochnachmittag, Ostküsten-Zeit, verkündete US-Präsident Donald Trump seinen Zollhammer. Er kündigte für sämtliche Staaten des Globus hohe Strafzölle an. Die Börsen sackten weltweit ab. Am Freitag, den 4. April 2025, beendete die US-Börse eine der schlechtesten Wochen seit der Jahrtausendwende.
Tuchman teilt auf seinem Instagram-Profil regelmäßig Videos aus dem Maschinenraum der Wall Street, bewertet aktuelle Lagen. Rund 225.000 Menschen folgen dem Broker auf dem sozialen Netzwerk. Am Samstag veröffentlichte der „Einstein der Wall Street“ einen Clip, den er offenbar am Freitagabend aufgenommen hatte.
Tuchman meldet sich von der „größten Finanzinstitution der Welt – oder was auch immer davon übrig ist.“ Er beschreibt den Tag als „absoluten Wahnsinn“. Er schaut in dem Video auf die überdimensionale Anzeigetafel, die die Indizes abbildet, und sagt, er wisse nicht, was hier gerade passiere. Die Art und Weise, wie die US-Regierung die erhobenen Zölle errechnet habe, fasst er als „absolute Verantwortungslosigkeit“ zusammen: „Man hat zwei Äpfel, zwei Karotten und einen Sack Cashewkerne zusammengelegt, das durch zwei dividiert, mit neun multipliziert und ist dann auf eine Zahl gekommen, die diesen Aktienmarkt absolut zerstört.“
Tuchman wolle das Wort Crash nicht leichtfertig verwenden, in seinem Buch habe er aber ein Minus von fünf Prozent festgestellt. „Das war ein Mini-Crash“, sagt er sichtlich fassungslos. Den Brokern sei versprochen worden, dass sich der Aktienmarkt nur für kurze Zeit verschlimmern würde. Tuchman rechnet aber nicht damit, dass auch nur eine einzige Aktie mit grünem Wert aus dieser Woche hervorgehen wird.
„Es ist einer der schlimmsten Tage, die wir seit Ewigkeiten gesehen haben“, fasst er die Umstände zusammen. Der Einbruch der Märkte während der Corona-Pandemie habe an einer Gesundheitskrise gelegen. Diesmal handle es sich aber um eine Finanzkrise.
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