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FührungWarum sich Manager öfter in Demut üben sollten

Um die eigenen Grenzen wissen? Anderen wirklich zuhören? Und sich auf Neues einlassen? All dies gilt als veraltete Tugend. Dabei ist es die Essenz von klugem Management. Eine Kolumne.Sabine Herold 18.08.2025 - 19:49 Uhr
Plädoyer für die Demut im Management Foto: imago/Westend61

Nicht nur Menschen, auch ganze Organisationen sind manchmal
so vom Erfolg verwöhnt, dass sie überheblich werden. In Deutschland zeigt sich dies derzeit anschaulich an den Autoherstellern, einem ganzen Industriezweig, der jahrelang auftrat, als sei er das Maß der Dinge, und nun feststellt, dass er den Anschluss an die ­chinesische Konkurrenz verloren hat. Daraus kann man lernen: Mangelnde ­Demut ist die größte Gefahr für jedes prosperierende Unternehmen und jede ­erfolgreiche Führungskraft.

Und doch erlebe ich im Austausch mit anderen Managern, dass sie die stimmige Unternehmensstrategie oder starke Kennzahlen als weitaus wichtiger ansehen. Dabei braucht, wer langfristig erfolgreich sein will, vor allem Demut, diese Haltung der Bescheidenheit und der Selbstreflexion, des Anerkennens der eigenen Grenzen und des Respekts vor den Fähigkeiten anderer.

Fragen stellen, die noch nie gestellt wurden

Als Unternehmenslenkerin ist es meine Aufgabe, Zweifel zu streuen: Was, wenn wir es komplett neu denken? Braucht es wirklich die Akkuratesse, zum Beispiel ein Auto sieben Jahre lang durchzuqualifizieren, oder reicht vielen Kunden eine weniger ausgereifte Lösung? Die Antwort auf diese Fragen haben die chinesischen Hersteller inzwischen gegeben. Vermutlich gibt es aber in jedem Unter­nehmen ein Dutzend Themen, bei denen diese Frage noch nie gestellt wurde.

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Demut bedeutet für mich auch, die Arroganz, alles schon zu wissen und
zu können, abzulegen und Neues zu lernen. Nicht das zu entwickeln, was Kunden vermeintlich gut finden, sondern das, was ihnen echten Mehrwert bietet. Klingt trivial, ist aber schwer umzusetzen – und wird im Tagesgeschäft schnell vergessen. Weil man dazu aus der Komfortzone raus muss und rein in die Welt der Kunden, ihnen wirklich zuhören und sie zu ungefiltertem Feedback ermutigen muss.

Zur Demut gehört auch der Respekt im Miteinander. Selbst wenn ich am ­längeren Hebel sitze, muss ich aus meinem Gegenüber nicht den letzten Euro ­herausquetschen. Warum gebe ich meinem Lieferanten nicht eine verbindliche ­Bestellprognose als Ausgleich für ein längeres Zahlungsziel? Ich bin überzeugt: Wertschätzende und faire Beziehungen zu wichtigen Lieferanten und Kunden sind keine Einbahnstraße. Und Demut ist keine veraltete Tugend, sondern eine essenzielle Managementkompetenz.

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