Summer School ☀️: Diese Serien sollten Sie gesehen haben
Der Raubzug
Aus Finanzthemen kann großartiger Filmstoff werden. Das ist spätestens seit „The Big Short“ bekannt, dem wohl besten Film über die US-Immobilienkrise, die sich 2008 zur Finanzkrise auswuchs. So elegant wie einst „The Big Short“-Regisseur Adam McKay erklärt Jan Schomburg sein Sujet in „Die Affäre Cum-Ex“ nun nicht.
Aber das ist vielleicht der Punkt: Kaum jemand versteht, wie Cum-Ex-Deals funktionieren – aber alle wollen daran mitverdienen. Selbst in den Behörden, die den Dividendenschiebereien ein Ende setzen sollen, gibt es schwarze Schafe. Die deutsch-dänische Serie, basierend auf realen Ereignissen, will ihre Botschaft manchmal etwas zu sehr mit der Brechstange rüberbringen. Sie unterhält aber mit flottem Erzähltempo und schrägen Charakteren.
Julia Groth
Das Mahnmal
Die Netflix-Dokuserie über diesen Fall ist verstörend, aber auch ein Mahnmal in unserer Aufmerksamkeitsökonomie, in der schon Kinder Fame suchen – und Eltern mit ihnen.
Jannik Deters
So ein Pech!
Die erste Folge von „Warum ich?“ ist so drüber, dermaßen düster-alkoholisch-tragisch, da ist man geneigt, die Serie schon abzutun. Aber das wäre ein Fehler. Die Geschichten und Themen sind, wenn auch absurd überzeichnet, so lebensnah und nachvollziehbar: Familienstreit, Einsamkeit im Job, Freunde, die gar keine echten Freunde sind, Eifersucht. Die Personalchefin, die gerade Dutzende Mitarbeiter gefeuert hat und im Zug nach Hause sitzt, der unerwartet zum Stehen kommt, ein Suizid. War es etwa einer der von ihr Gekündigten?
Genüsslich lässt Regisseur David Schalko sein Staraufgebot (Charly Hübner, Andrea Sawatzki, Bjarne Mädel, Katharina Thalbach und viele mehr) Pech und Pleiten ausbreiten, dass man auf dem sicheren Sofa denkt: zum Glück nicht ich.
Jannik Deters