1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Tarifstreit: Oettinger-Brauerei drohen Streiks nach geplatzter Einigung

TarifstreitOettinger-Brauerei drohen Streiks nach geplatzter Einigung

In den vergangenen Wochen standen bei Oettinger alle Zeichen auf Tarifeinigung. Nun macht die Gewerkschaft plötzlich eine Kehrtwende. 02.12.2025 - 13:02 Uhr
Die Gewerkschaft will Arbeitskampfmaßnahmen gegen Oettinger vorbereiten (Archivbild). Foto: Peter Kneffel/dpa

Eine Einigung im Tarifstreit bei der Großbrauerei Oettinger ist zunächst wieder vom Tisch. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte überraschend die Schlichtung für gescheitert. In den vergangenen Wochen hatten Gewerkschaft und die Geschäftsführung zunächst angekündigt, dass sie den vom Schlichter erarbeiteten Kompromissvorschlag annehmen wollten. Er sieht eine Gehaltserhöhung um 2,8 Prozent in zwei Schritten vor.

Die NGG moniert nun, dass in der Ende November verschickten finalen Schlichtungsempfehlung gravierende Verschlechterungen für die Beschäftigten vorgesehen seien. Konkret hätte der Arbeitgeber die Wochenarbeitszeit für sechs Monate im Jahr auf 45 Stunden erhöhen können.

Die Gewerkschaft will nun weitere Arbeitskampfmaßnahmen vorbereiten. Man sei aber weiterhin für eine einvernehmliche Lösung des Konflikts offen. Eine Oettinger-Sprecherin betonte, das Unternehmen wolle am Schlichterspruch festhalten.

Eichbaum-Brauerei

„Wir waren über Jahre hinweg führungslos“

Der Betriebsrat der insolventen Eichbaum-Brauerei erhebt schwere Vorwürfe gegen Inhaber Andreas Hiby-Durst. Dessen Fehler hätten die finanzielle Schieflage ausgelöst.

von Nele Antonia Höfler und Stephan Knieps

Die Arbeitszeit an den Oettinger-Standorten beträgt 37 beziehungsweise 38 Stunden pro Woche. Nach Angaben der Brauerei geht bei dem Streit um flexibles Arbeiten in der Hochsaison. In Absprache mit dem Betriebsrat könne in den Sommermonaten länger gearbeitet werden, um der saisonalen Nachfrage nach Bier gerecht zu werden.

Oettinger-Chef Stefan Blaschak warf der NGG in einem Schreiben an die Mitarbeiter vor, „einem Familienunternehmen in einer krisengeschüttelten Branche aus Eigennutz wirtschaftlich dauerhaft zu schaden“.

Oettinger hat bundesweit derzeit noch vier Betriebsstätten mit etwa 800 Beschäftigten: am Unternehmenssitz im schwäbischen Oettingen, in Mönchengladbach, Braunschweig und Walldorf. Die Brauerei in Braunschweig wird allerdings geschlossen.

Oettinger leidet – wie die Branche insgesamt – unter Umsatzrückgängen. Einer Erhebung des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg zufolge war Oettinger vergangenes Jahr die nach Bierausstoß drittgrößte Brauereigruppe Deutschlands hinter Radeberger und TCB (Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen, Gilde Brauerei) und vor der Paulaner Gruppe.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick