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Studie zur GeburtenfolgeErstgeborene sind doch nicht schlauer

Lange gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Geburtenfolge die Persönlichkeit und Intelligenz entscheidend prägt. Eine Studie räumt damit auf.Vera Münch 22.07.2015 - 17:18 Uhr

Brent W. Roberts, Professor an der Universität von Illinois, und Post-Doktorandin Rodica Ioana Damian haben die Studie über Geburtenfolge und Persönlichkeit durchgeführt.



Foto: Photo: L. Brian Stauffer

Gute Nachrichten für alle jüngeren Geschwister. Erstgeborene sind doch nicht schlauer und durchsetzungsfähiger, nur weil sie zuerst auf die Welt kamen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine neue Studie der Universität von Illinois. Brent Roberts griff dafür auf Angaben von 377.000 US-Schülern zurück. Darin wurden Faktoren wie Emotionalität, Verantwortungsbewusstsein, Impulsivität, Selbstvertrauen, Geselligkeit und Ordnungsliebe ermittelt. Spezielle Tests halfen bei der Ermittlung des Intelligenzquotienten.

Das Ergebnis: Zwar liegen die Erstgeborenen bei Persönlichkeit und Intelligenz tendenziell leicht vor ihren Geschwistern. Bei der Intelligenz entspricht die Differenz rund einem Punkt Unterschied im IQ. Die Differenzen bei der Persönlichkeit gehen jedoch gen Null. Damit sind sie zwar statistisch erkennbar, aber im Alltag belanglos. Für Roberts steht deshalb fest: Die Geburtenfolge hat keinen relevanten Einfluss auf Persönlichkeit und Intelligenz.

Psychologen beschäftigen sich seit mehr als einem Jahrhundert mit der Frage, ob die Geburtsreihenfolge die Persönlichkeit prägt. Sir Francis Galton ging bereits 1874 der Frage nach, warum Erstgeborene unter prominenten englischen Wissenschaftlern überrepräsentiert waren.

Lange glaubten Forscher, dass Erstgeborene intelligenter sind und eine stärkere Persönlichkeit haben. Erstgeborene, so das Kalkül, sind demnach besonders extrovertiert und verantwortungsbewusst – während die später Geborenen auf Einfallsreichtum, Unbekümmertheit und Geselligkeit setzen.

Deshalb erhalten Eltern in vielen Ratgeberwerken Erziehungstipps, wie sie damit im Alltag am besten umgehen. Gut gemeint, aber genauso unnütz, glaubt Forscher Roberts. Die Botschaft der Studie an alle Eltern sei, dass die Geburtenfolge die Erziehung eher nicht beeinflussen sollte: „Sie hat keine Bedeutung für die Persönlichkeit oder den IQ Ihres Kindes.“

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